Newsticker Schwetzinger Zeitung

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Verkehr

Wieder freie Fahrt auf der A 5 am Walldorfer Kreuz

Eine der größten - und auch gefährlichsten - Baustellen der Region ist Geschichte. Am Montag hat die Autobahn GmbH die Fahrt auf der A 5 südlich des Walldorfer Kreuzes freigegeben.

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Bernhard Zinke
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Freiwilliger Einsatz im Flutgebiet

Kurpfälzer schaufeln Schlamm in Altenahr weg

"Wir haben einfach das Gefühl, etwas tun zu müssen." Deshalb initiierten Joe und Sabine Herrmann aus Plankstadt eine Fahrt mit Freiwillingen in das von der Flut betroffene Altenahr. Unsere Reporterin Katja Bauroth packt mit an.

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Katja Bauroth
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Steigende Inzidenzen

Ab Montag strengere Corona-Regeln im Rhein-Neckar-Kreis

Diskotheken zu, Rauchverbot in Shisha-Bars, Treffen mit maximal 15 Personen, höhere Obergrenzen bei Veranstaltungen - im Rhein-Neckar-Kreis und in Mannheim gelten ab Montag strengere Corona-Regeln.

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Kultursommer

„Ron Prinz Kombo“ spielt im Hockenheimer Pumpwerk

Wortspiele, Musik und viel Spaß sorgen für einen unterhaltsamen Abend beim Publikum des Kultursommers. Mit „Welthits uff kurpfälzisch“ sorgte das Trio für gute Laune.

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Matthias H. Werner
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Baustelle Mannheimer Straße

Oftersheimer Anwohner ärgern sich über Halteverbot

Die Bauarbeiten in der Mannheimer Straße sind nun im zweiten Bauabschnitt. Deshalb ist die Luisenstraße halbseitig gesperrt. Das ärgert einige Anwohner.

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Janina Hardung
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Serie Grüne Oase

Blühendes Paradies in Brühl

Heidi Just aus Brühl beweist, dass ein Balkon ein echtes Kleinod sein kann. Mit Enkelin Franziska erkundet sie die Natur und im Schlossgarten wird als Ergänzung gemalt.

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Von
Caroline Scholl
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Schlossgarten

Live-Musik: Im Schwetzinger Schlossgarten gibt es kein Halten mehr

Die Band „who2ladies“ bringt am Freitag im Schwetzinger Schlossgarten alle zum Tanzen. Und auch die Band „The News“ geht durch die Decke - beste Stimmung bei ausverkauften Veranstaltungen.

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Marco Montalbano und Stefan Kern
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Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium

Hockenheimer Abiturienten verfolgen selbstbewusst ihre Träume

72 Abiturienten sind mit einer schwungvollen Feier in der Reilinger Mannherz-Halle verabschiedet worden. Für gute Leistungen gab es zahlreiche Preise.

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Katrin Dietrich
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In unserem neuen "Leben"-Bereich heißt es entspannen, genießen und inspirieren lassen. Schauen Sie vorbei!

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    Marco Claudio Montalbano
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  3. Feuerwehr keschert Schlange aus Gartenpool

    Die Brühler Feuerwehr ist am Freitagabend ausgerückt, um eine Schlange aus dem Pool eines Brühler Gartens zu fischen.

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    mics
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  4. Kurpfälzer schaufeln Schlamm in Altenahr weg

    <p>Es sind Eindrücke und Emotionen, die kein Bild, keine Videoaufnahme, ja nicht mal Worte beschreiben können. In den von der schweren Flutkatastrophe vor über einer Woche betroffenen Gemeinden ist nichts mehr, wie es einmal war. Die Naturgewalt Wasser hat aufgezeigt, welche Kraft sie hat und wo die Grenzen des Menschen liegen. Dass die Menschlichkeit wiederum grenzenlos sein kann, beweisen zahllose freiwillige Helfende in den Flutgebieten. Die Solidarität unter den Bürgern ist sagenhaft – für die Betroffenen ein Segen, für den sie unendlich dankbar sind.</p> <p>Ein Tross aus der Kurpfalz machte sich am Samstag auf, um im Nachbarbundesland anzupacken. Diese Aktion kam zustande, nachdem schon in der Vorwoche ein Team um Nadine Hakel über die Facebook-Singlegruppe Mannheim, Heidelberg und Umgebung eine Spendensammlung organisiert hatte (wir berichteten), bei der auch Lkw-Fahrer Joe Herrmann mit seiner Frau Sabine aus Plankstadt mitwirkten. Joe und Sabine Herrmann wollten mehr machen: „Wir haben einfach das Gefühl, etwas tun zu müssen.“ Also trommeln sie über diese Zeitung und soziale Netzwerke sowie den Freundes- und Bekanntenkreis Freiwillige zusammen, um vor Ort die Aufräumarbeiten zu unterstützen. Joe Herrmann hält permanent Kontakt zu Koordinatoren in Rheinland-Pfalz. Mehrfach ändert sich vergangene Woche der Einsatzort.</p> <p>{element}</p> <p>Samstag, 6 Uhr: Auf dem Parkplatz der Mehrzweckhalle in Plankstadt stehen schließlich Busse, Kleintransporter und private Autos parat. Schaufeln, Schneeschieber, Schrubber, Schubkarren, Wasserpumpen, Aggregate: Alles wird in die Fahrzeuge verstaut. Dazu viele Sachspenden wie haltbare Lebensmittel, Tierfutter, Hygieneartikel, Desinfektionsmittel, Gummistiefel und Arbeitshandschuhe. Ein Team von Goos Baumpflege und Gartengestaltung aus Brühl ist ebenfalls mit von der Partie. Bernd Henke, Florian Scherer und Chef Jörg Goos fahren mit einer Menge Arbeitsgeräte sowie einem Anhänger mit Kleinbagger mit. Für sie ist klar: Wir wollen helfen.</p> <h3>„Vorsicht vor roten Eimern“</h3> <p>{furtherread}</p> <p>„Das ist keine Kaffeefahrt“, richtet Initiator Joe Herrmann ernste Worte an die Teilnehmenden und gibt Anweisungen, die er wiederum von Zuständigen im Einsatzgebiet erhalten hat. „Wenn ihr rote Eimer seht, dann macht einen großen Bogen darum“, warnt er vor Gefäßen, in denen sich Kadaver und Schlimmeres befinden können. „Greift nicht mit den bloßen Händen in den Schlamm“, verweist er auf Gefahrenstoffe, die sich darin befinden, und damit einhergehende Krankheitsauslöser. Alle bekommen Arbeitshandschuhe, darunter sollen sie Einmalhandschuhe tragen.</p> <p>„Wir fahren ja hin, um mit anzupacken. Aber manchmal hilft es den Menschen dort auch, einfach zuzuhören und sie auch mal in den Arm zu nehmen“, deutet Annette Decker auf das Seelenleben der Betroffenen hin, die Familienmitglieder, Freunde, ihre Existenz verloren haben. Selbst für volle Verpflegung haben die Organisatoren gesorgt. Jeder solle auf den anderen achten, gibt Joe Herrmann mit, „und spielt keine Helden. Wer nicht mehr kann, hört auf. Niemand ist da böse. Und wer das, was er dort sehen wird, nicht verkraftet, den lassen wir auch vorzeitig nach Hause bringen.“ Etwa 150 Menschen werden im Ahrtal noch vermisst, mehr als 130 wurden bereits tot geborgen.</p> <h3>Megastau bei der Anfahrt</h3> <p>Die Fahrt beginnt. Und sie wird zäh. Stau, Stau, Stau. Zu viele Helfer drängen in die Gebiete rund um Bad Neuenahr-Ahrweiler und Sinzig, die Straßen sind verstopft. Immer wieder werden Warnungen im Radio durchgesagt, eine Hilfsaktion eines Radiosenders, der Freiwillige animiert hat, sogar abgebrochen. Später wird dann für die Folgetage der Individualverkehr für die Region untersagt, damit der Müll im großen Umfang abgefahren werden kann. Dazu kommt der unerfreuliche Wetterbericht: In Landesteilen sind Unwetter vorhergesagt, auch für Rheinland-Pfalz. Die etwas mehr als zweistündige Fahrt dauert doppelt so lang. Währenddessen ändert sich auch noch einmal der Einsatzort. Zuletzt hieß es nachts um 2.44 Uhr per WhatsApp: Berg. Nun ist es Altenahr, wie schon vor ein paar Tagen.</p> <p>Der Weg nach Altenahr ist vom Ausmaß der Katastrophe gesäumt. Verschmutzte Straßen, Staub, Berge von Sperrmüll an den Straßen, Autos, die auf Zäunen hängen oder mitten in Feldern stehen, weggespülte Fahrbahnen und Brücken. An Hauswänden ist zu erkennen, wie hoch das Wasser der Ahr stand, die eigentlich als ruhig und lieblich bekannt ist. An einer Bushaltestelle kleben Zettel mit Hilfsangeboten, auch volle Wasserflaschen sind dort abgestellt. Hinter einem Blumenfeld türmen sich Überreste von Häusern und Steine – eine Notdeponie mitten im Grünen.</p> <iframe src="https://players.brightcove.net/28920609001/default_default/index.html?videoId=6265182816001" allowfullscreen="allowfullscreen" allow="encrypted-media" width="960" height="540"></iframe> <p>Am Ortseingang in Altenahr ist eine Parkmöglichkeit bei Getränke Zimmermann für den Tross aus der Kurpfalz vorgesehen. Bei der Ankunft am Mittag regnet es. Die Sachspenden werden ausgeladen und ins Getränkelager von Klaus Zimmermann gebracht. Dort sortieren Monika Zimmermann und Ellen Conrady die Sachspenden und packen für Betroffene Pakete, die direkt von Helfern zu den Familien gebracht werden. Ellen Conrady selbst ist auch von der Flut betroffen: Der Keller war überschwemmt, die Heizung ist kaputt, „aber meine Schwester hat kein Haus mehr“, erzählt sie, dass ihre Schäden harmlos im Vergleich zu anderen Schicksalen sind. Klaus Zimmermann bekommt sowohl von Joe Herrmann als auch von Nadine Hakel Bargeldspenden in die Hand gedrückt: „Sie wissen am besten, wo das Geld gebraucht wird.“ Im Laufe des Tages bringen Nadine Hakel und Sabine Fleischmann Sachspenden mit Klaus Zimmermann zu Menschen in der Region. „Ein dreijähriges Kind hat sich so sehr über einen kleinen Plüschelefanten gefreut, das war einfach unbeschreiblich“, berichtet eine sichtlich gerührte Sabine Fleischmann von einem Erlebnis. Genau deswegen ist sie auch mitgefahren: Nächstenliebe zeigen.</p> <p>Nach weiteren Abstimmungen mit einigen Wirrungen geht’s endlich los: Mit Schaufeln, Besen, Schneeschippen und Eimern machen sich die Kurpfälzer auf den Weg zum betroffenen Stadtkern. Je mehr sie sich die Straße dorthin hinunter begeben, desto furchtbarer werden die sich ihnen bietenden Bilder. Zerborstene Schaufensterscheiben, zerdrückte Fahrzeuge, ein Auto in einem Baum, Spuren von Öl auf den Fahrbahn, demolierte Häuser, teils weggerissene Wände und Balkone, Bäume, die in den Gebäudewänden stecken: Die Augen sehen so viel, begreifen kann es der Kopf kaum. Der international bekannte Weinort mit seiner über 1000-jährigen Geschichte gleicht einem Trümmerfeld.</p> <h3>Anpacken statt wandern</h3> <p>In Gruppen suchen die Freiwilligen rund um Schwetzingen und Hockenheim Aufgaben. Ein Privathaushalt freut sich, dass Vincent Wiest ihm helfen möchte. „Ich bin fit und kann mit anpacken“, sagt er. Deshalb sei es für den 19-Jährigen selbstverständlich, sich als Freiwilliger im Katastrophengebiet einzubringen. Später erzählt er, dass er einen Baum mit zersägt und Schutt weggeschaufelt hat. Blasen an den Händen zeugen vom Einsatz des jungen Mannes, der einmal eine Laufbahn bei der Polizei oder Bundeswehr einschlagen möchte.</p> <p>Mit Manfred Rothen und Gert Schäfer aus Oftersheim, Martin Ziehr aus Schwetzingen, Nadine Schäfer aus Hockenheim, Armin Wacker aus Plankstadt, Carina und Yasmin Schweitzer aus Edingen-Neckarhausen beziehungsweise Plankstadt sowie dem Ehepaar Herrmann finde ich mich im zuletzt nicht mehr in Betrieb gewesenen Hotel Hübel wieder. „Seit ihr das Team für die Küche?“, hatte ein Mann auf der Straße unsere Gruppe angesprochen. Wir sagen einfach ja.</p> <p>Die Steinstufen zum Hotel sind teils abgebrochen. In der alten Gaststube baumelt halbherzig ein Lüster. Im Aufgang zu den Obergeschossen hängen noch holländische Holzschuhe als Zierde und Hufeisen. Die drei Stufen hinab zur Küche sind glitschig. Schlamm, überall Schlamm. Es ist stockdunkel. Niemand hat an eine Stirnlampe gedacht. Etwa zehn Prozent im Ort haben noch keinen Strom, auch Wasser gibt es nicht überall. Es wurden Versorgungstanks und Dixiklos aufgestellt.</p> <p>Wo anfangen? Chaos. In den Räumen und im Kopf. Egal. Einfach loslegen. Im Dunkeln schaufeln wir den Schlamm in Eimer und schleppen ihn auf die Straße. Dort wird er auf einen vorhandenen Haufen gekippt. Hauptsache raus aus dem Haus. Macht das überhaupt Sinn, frage ich mich beim Tragen der schweren Eimer? Der Zustand des Gebäudes deutet eher auf einen Abriss hin. „Die Substanz des Baus ist gut, die Mauern halten was aus“, antwortet der Mann, der uns als Küchenteam einteilte.</p> <h3>Die Seele der Küche wird entsorgt</h3> <p>Teller, Tassen, Tablets, Töpfe, Kellen, Fleischwolf, Fritteuse, Kühlschränke, Spüle, Regale – Stück für Stück Seele der Küche wird aus dem Haus getragen. Irgendwann stehen vier Männer in weißen Overalls mit der Aufschrift „Time to help“ da und schaufeln, als gäbe es kein Morgen. Sie kommen aus der Türkei, sind Ehrenamtliche der gemeinnützigen Organisation mit Sitz in Offenbach bei Frankfurt. Der Schlamm scheint nicht weniger zu werden. Immer wieder läuft die Brühe nach. Zwei Ehepaare kommen: „Können wir hier mit helfen?“ Können sie. Eine Frau trägt glücklicherweise eine Stirnlampe. Jetzt wird das Ausmaß erst richtig sichtbar. Selbst Kühlkammer und Topfdepot sind zum Teil wadenhoch mit Schlamm gefüllt, der zudem in die Schränke geflossen ist. Unter der Decke klemmen Schüsseln, auch ein hellblauer Kamm. Das Fenster zum Innenhof ist zersplittert, der Rahmen verzogen. Die große Dunstabzugshaube über dem alten Herd hängt einseitig herunter. „Vorsicht, nicht, dass die runterkommt“, warnt Joe Herrmann. Mittlerweile ist ein Scheinwerfer gebracht worden und eine Menschenkette hat sich gebildet, die die Eimer nach draußen reicht. Das ist effizienter, als ständig hin und her zu laufen. Manchmal kommt ein „Eimer nicht zu voll bitte“ oder „starker Mann gebraucht“, um etwa großes Geräte oder eine Kiste zu tragen.</p> <p>Ich stehe zwischen zwei Jugendlichen aus Siegburg, befülle Eimer und reiche sie weiter. „Wir waren eigentlich in Schlund, sind aber wegen der Wetterwarnungen dort evakuiert worden“, erzählt der eine. Über das Einsatzzentrum am Nürburgring seien sie an Hilfsorte gebracht worden. Für sie eine Selbstverständlichkeit wie für viele junge Menschen, die in den Straßen zu sehen sind. Sie schultern einfach Spaten und klappern Häuser ab, fragen, wo sie gebraucht werden. Eine Düsseldorferin räumt Schlammbrühe mit einem Schieber beiseite, der schwarz-weiß geflieste Boden wird sichtbar. Ein Schieber – definitiv das bessere Gerät als mein Spaten, wie ich feststelle. Überhaupt: Diese kleine Schaufel wirkt in Anbetracht des Ausmaßes dieser Katastrophe geradezu lächerlich in meinen Händen. Und doch: Sie leistet einen Beitrag zur Hilfe, wenn auch nur einen klitzekleinen.</p> <h3>Hilfe unter Helfenden</h3> <p>Ähnlich geht es den anderen in der Gruppe. Kaputt und von oben bis unten schlammverschmiert kommen sie zum Stützpunkt bei Getränke Zimmermann, wo heiße Würstchen, Kaffee und Getränke warten. Ein Kleintransporter hält. „Wollt ihr Bier?“, ruft ein Mann aus dem Autofenster. Wollen wir. Zwei Kästen mit gekühltem Gerstensaft werden abgestellt. Die Hilfsbereitschaft unter den Helfenden selbst ist enorm. Unser Trupp bietet wiederum Vorbeikommenden Speisen und Getränke an. Hans-Joachim Fuhrmann nimmt dankend an. Er unterstützt mit der freiwilligen Feuerwehr die Verkehrslenkung und regelt am Samstag die Zufahrt zu Altenahr. Der frühere Pressesprecher des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger erzählt von einem früheren Hochwasser 2016, woraufhin viel für den Hochwasserschutz getan wurde. „Damals war das bei Weitem nicht so schlimm wie jetzt – diesmal kam die doppelte Wassermenge“, schildert er und berichtet von einer Situation aus dem engsten Verwandtenkreis: Die Familie saß ab 22 Uhr auf dem Dachfirst des Hauses in Altenburg, einem Teil von Altenahr. 13 Stunden musste sie ausharren, immer wieder neuen Gefahren wie mitgerissenen Wassertanks und Baumstämmen ausgesetzt. Aus dem Helikopterzentrum hieß es irgendwann, man könne nichts mehr für sie tun, bis dann doch eine Rettung erfolgte. Hans-Joachim Fuhrmann ist angetan von der landesweiten Hilfsbereitschaft – „die Menschen kommen aus allen Richtungen“. Gemeinsam – nur das zählt. Das Leid der Menschen in den Flutgebieten wird es nicht lindern, doch sie sollen wissen, dass sie nicht allein sind.</p> <p>„Eigentlich wäre ich heute im Schwarzwald wandern gegangen. Als ich von der Aktion erfahren habe, rief ich die Freunde an und habe gesagt: Ich habe etwas Besseres vor“, erzählt Manfred Rothen. Der Oftersheimer ist schockiert vom Anblick des Ortes: „Das ist so schlimm wie ein Erdbeben und ein Tsunami zusammen.“ Das kann Martin Ziehr aus Schwetzingen so unterschreiben. Er habe – wie viele der Helfer im Kurpfälzer Tross – schon die ganze Zeit überlegt, wie er mit anpacken kann. Die initiierte Aktion kam ihm gerade recht. Als Armin Wacker davon in unserer Zeitung las, hat auch er sich spontan angeschlossen. Ebenso Gerd Schäfer: „Ich bin begeistert, dass Privatpersonen sich so engagieren“, lobt er Initiatoren wie Joe Herrmann. Immerhin habe der ja gar nichts mit dem Ahrtal zu tun.</p> <p>Gerd Schäfer habe schon die ganze Zeit überlegt, wie er helfen könnte. „Allein herfahren war mir zu unsicher, ich wusste ja nicht, wohin ich mich wenden sollte“, ist er dankbar für die Organisation. Nadine Schäfer aus Hockenheim erfuhr über Facebook von der Aktion und wollte wie auch die Schweitzer-Schwestern Carina und Yasmin einfach helfen. Das Leid der Menschen in den Flutgebieten bewegt.</p> <h3>Enttäuschung bei Organisator</h3> <p>Spät am Abend geht es für den Trupp aus der Kurpfalz zurück – mit Blasen an den Händen, Bildern, die einen nicht loslassen, aber auch einem Glücksgefühl im Herzen. Und es bleibt auch die Gewissheit, dass noch sehr viel zu tun ist. Deshalb möchte Joe Herrmann eine weitere Hilfsaktion starten – diesmal jedoch anders.</p> <p>Er macht keinen Hehl aus seiner Enttäuschung, dass nach 500 Anrufen und 400 Anmeldungen für den Einsatz letztlich nur knapp 40 Helfende mit ins Ahrtal fuhren – und die dürfen stolz auf sich sein! Für einen privaten Organisator, der Geld für Busmieten in die Hand genommen hat, sind die nicht eingehaltenen Zusagen dennoch ein Desaster. Umso glücklicher ist er über das Entgegenkommen von Stefan Mayer und seinem Busunternehmen aus Plankstadt, für die drei Busse, die nicht benötigt worden sind, keine Kosten zu verbuchen. Evo Bus Mannheim, die Malerwerkstätten Hauck aus Heidelberg und die Esso-Tankstelle Plankstadt nennt er im Reigen der Unterstützer symbolisch. „Alle, die jetzt dabei waren, würden wieder mitkommen. Das nächste Mal nagel ich die Leute, die mir zusagen, persönlich fest“, hat Joe Herrmann sein Fazit gezogen. Dann wird es auch in Sachen Busfinanzierung und Versorgung Änderungen geben.</p> <p>Es bleiben Eindrücke und Emotionen, die kein Bild, keine Videoaufnahme, ja nicht mal Worte beschreiben können. Und die Gewissheit: Die Menschen in den Flutgebieten werden unsere Hilfe die nächsten Wochen und Monate weiter benötigen.</p> <ul> <li>Zusatzangebot: Hier gibt es ein <a href="/cms_media/module_ob/2/1433_1_Interview_mit_Godehard_Diederichs_von_der_Polizei_Hubschrauberstaffel.mp3">Audiointerview</a> mit Godehard Diederichs von der Polizei Hubschrauberstaffel (Quelle: B &amp; B Medien, Mannheim).</li> <li>Weitere Fotos gibt es <a href="https://www.schwetzinger-zeitung.de/fotos_fotostrecke,-fotostrecke-fluthilfe-tross-aus-der-kurpfalz-hilft-in-altenahr-_mediagalid,38798.html">hier</a>.</li> </ul> <p></p>

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Dabei war der Verlauf der Arbeiten alles andere als reibungslos: Rund einen Monat nach Baubeginn wurde eine unerwartete Schadstoffbelastung mit PCB im Brückenbeton entdeckt, die eine aufwendige Entsorgung nötig machte. Das RP verschob das ursprünglich für März 2021 geplante Bauende ins Frühjahr 2022 und zog vor allem den Zorn der Berufspendler auf sich. Immerhin wurde dieses Datum mittlerweile auf Ende 2021 vorverlegt. Projektleiter Eckerle ist sich dabei sicher: „Wenn alles gut geht, können wir in einem Jahr über die Brücke fahren“, sagt er. Auch, wenn in der Zwischenzeit noch mehr belastetes Material gefunden wurde und sich auch in der Beschaffenheit der Brücke unerwartete Hindernisse offenbart haben, sieht der Ingenieur im Vergleich zum Vorjahr einen großen Vorteil: „Die Lösungen für die Probleme sind jetzt da, wir müssen sie nur noch abarbeiten.“ Bitterer Beigeschmack: Die Baukosten liegen durch den Mehraufwand an Zeit und Material mittlerweile bei rund 28,7 Millionen Euro. Vor Baubeginn war das Regierungspräsidium noch von 10,3 Millionen ausgegangen. Arbeiten auf der Nordseite Seit August sind die Arbeiten auf der Südseite der Salierbrücke, also der Fahrspur von Speyer kommend, weitgehend abgeschlossen. Seitdem wird auf der Nordseite gearbeitet – nur eben in Erwartung der diversen Probleme. Vor Ort zeigen Projektleiter Ralph Eckerle und Thorsten Lutz, der für die Bauüberwachung zuständig ist, den Stand der Dinge. Auf den ersten Blick fällt auf der Oberseite der Brücke kein großer Unterschied zu den Vormonaten auf: Lediglich Ampelschaltung und Schranke für die Pendlerbusse und Rettungsdienste sind auf die andere Seite des Schutzzauns gewandert. Dahinter aber ist dann doch etwas vom endgültigen Anblick der Salierbrücke zu erahnen: Durch die halbtransparente türkisgrüne Staubschutzfolie schimmern die neuen Schutzplanken, die künftig die Fahrbahn vom Fuß- und Radweg trennen sollen. Sie sind deutlich höher also die zuvor verbauten Höcker. In deren Beton war im Frühjahr 2019 die PCB-Belastung aufgetaucht. Mittlerweile sind die Trennelemente vollständig abgetragen, sowohl auf der Vorlandbrücke aus Beton als auch auf der stählernen Strombrücke, dem Abschnitt direkt über dem Rheinstrom. Dort waren die Höcker zwar ebenfalls aus Stahlelementen gebaut, doch auch in deren Schutzbeschichtung hatten sich Schadstoffe verborgen, wie Eckerle berichtet. Nicht die einzige Überraschung: Laut den Plänen, die die Erbauer der Brücke in den 1950er Jahren hinterlassen haben, hätten die Höcker ohne großen Aufwand entfernt werden können. Tatsächlich waren sie aber so mit der tragenden Stahlplatte verschweißt, dass sie herausgetrennt werden mussten. „Die entstandene Lücke müssten wir dann auf ganzer Länge wieder verschließen“, erklärt Lutz, „dabei mussten wir auch immer wieder Versatz ausgleichen, den die Bleche zueinander haben.“ Das ist nicht so einfach erledigt, denn das gut einen Zentimeter dicke Deckblech, das die Fahrbahn trägt, erinnert vor lauter Flugrost eher an die Oberfläche des Mars als an eine Stahlplatte. „Vor dem Schweißen müssen wir deshalb auch erst eine saubere Schnittkante schaffen“, erklärt Ralph Eckerle und zeigt auf einen schmalen, silbrig glänzenden Streifen auf dem Boden. Wegen der Spannungen, die beim Schweißen in der Brücke entstehen, ist es nicht möglich, in einem Durchgang zu arbeiten, wie Bauaufseher Lutz erklärt: „Wir schweißen immer nur in fünf bis zehn Meter langen Abschnitten, zwischen denen wir zunächst eine Lücke lassen, ehe wir zur nächsten gehen.“ An insgesamt sieben Stellen auf der Brücke haben die Arbeiter dabei auch Stellen gefunden, an denen Regenwasser unentdeckt an den Stahl gekommen sein muss und sich durch das Material genagt hat – ein faustgroßes Loch in der Mitte des Bauwerks. Der Blick nach Süden zeigt, wie es auf der Strombrücke weitergeht, wenn die Löcher im Stahl beseitigt sind: Mit einem Schutzfilm bezogen, bekommt die Stahlplatte eine etwa 3,5 Zentimeter hohe Deckschicht aus Asphalt, die mit der ebenso hohen Fahrbahn bezogen wird. Diese acht Zentimeter Gesamtdicke stellen wie zuvor die Strombrücke dar. Mehr Material, das für zusätzliche Stabilität sorgen soll, bekommt dafür die Vorlandbrücke. Statik schlechter als erwartet Nach dem Abtragen der gut drei Zentimeter dicken Fahrbahn war an dieser bereits der Bewehrungsstahl zum Vorschein gekommen. „Laut den Bauplänen hätte die Bewehrung tiefer liegen müssen“, erläutert Eckerle das unerwartete Problem. So, wie die Brücke nun tatsächlich beschaffen ist, habe der Beton nicht genügend Spielraum, dem alten Bewehrungsstahl einen Korrosionsschutz zu bieten – die zusätzliche Bewehrung, von vorneherein in Edelstahl geplant, muss nun in größeren Mengen eingebaut werden und treibt die Kosten nach oben. Auch die Statik der Brücke ist dadurch freilich anders als zunächst angenommen, nämlich schlechter. „Eigentlich wollten wir die Oberfläche in einem Durchgang von der einen Rheinseite zur anderen betonieren“, berichtet Eckerle, „weil die Brücke nun aber viel weniger Last verträgt als gedacht, müssen wir in kleinen Teilstücken arbeiten.“ Das funktioniert so: Alle 18 Meter sind in den Boden Entwässerungstöpfe eingelassen, die Regenwasser unter das Bauwerk leiten. Quer zur Fahrbahn haben die Arbeiter um jeden dieser Töpfe einen zwei Meter breiten Streifen markiert und auf beiden Seiten bereits eine Art Richtschnur betoniert. Diese Flächen werden derzeit befüllt, ehe die dazwischenliegenden Abschnitte, jeweils wieder verschieden unterteilt, an der Reihe sind. Die Vorlandbrücke wird nicht nur von ihren Pfeiler gestützt, sondern auch von vier Längsstreben unter der Fahrbahn. Diese wurden mit stählernen Manschetten verstärkt, welche über eingelassene Anker mit der Oberfläche verbunden sind. An den Pfeilern wurden zusätzliche Stahlanker in die Streben eingelassen, um mehr Bewehrungsstahl zu befestigen. Stellenweise ist dieser bereits mit Spritzbeton überzogen, an anderen Punkten muss die Oberfläche noch mittels Hochdruckwasserstrahler gereinigt werden. Inzwischen hat die Salierbrücke auch ihre neuen Lager bekommen. Lag sie zuvor noch auf großen Stahlrollen, die die Bewegung des Bauwerks ermöglichte, ruht die Salierbrücke nun auf sogenannten „Elastomerlagern“. Diese Kunststoffe folgen dem Prinzip eines Gummibandes und dehnen sich unter Zug – und Druckbelastung aus, kehren dann aber wieder in ihre Ursprungsform zurück. „Der große Vorteil dabei ist, dass die Kunststoffkissen viel wartungsärmer sind, weil sie im Vergleich zu Stahl beispielsweise nicht rosten können“, erläutert Eckerle, „die Elastomerlager müssen nur alle 50 Jahre ausgetauscht werden.“ Bedenkt man, dass die Sanierung nach Schätzungen des RP der Salierbrücke nur 20 oder 30 weitere Jahre beschert, also wahrscheinlich nie. Bis dahin bekommt aber auch die Unterseite der stählernen Strombrücke eine Auffrischungskur, dort werden die Stützplanken des Fuß- und Radwegs verstärkt – ähnlich dem Prinzip, nachdem auch die Manschetten an den Längsstreben funktionieren. In der Mitte der Strombrücke verläuft unterhalb die Abwasserleitung. Darin wird sämtliches Regenwasser auf die badische Seite geleitet. Wenn alle Arbeiten abgeschlossen sind und der Pendlerparkplatz nicht mehr benötigt wird, soll dort eine Verdunstungsgrube ausgehoben werden, in die das Regenwasser nach vorheriger Filterung geleitet wird. Bis dahin bleibt auch eine weitere Filteranlage auf der Baustelle: Ein letzter Rest PCB-Verunreinigung befindet sich nämlich ganz am Rand der Brücke, an dem das Geländer befestigt ist. Schweres Gerät am Knotenpunkt Weil das Geländer als zusätzliche Absicherung der Baustelle dient, soll der etwa 20 Zentimeter breite Streifen erst ganz zum Schluss entfernt werden. Die wichtigste Voraussetzung für den Rückbau des Parkplatzes ist fließender Verkehr über die Brücke. Damit dieser in rund einem Jahr auch gewährleistet sein kann, wird mittlerweile auch mit schwerem Gerät am neuen Knotenpunkt gearbeitet. „Der Asphalt ist sogar noch warm“, sagt Ralph Eckerle und fährt mit der Hand über den Boden. Etwa 50 Meter weiter rollt die tonnenschwere Walze schon den nächsten Abschnitt plan. Über den frischen Asphalt wird gleich eine weiße Splittschicht gestreut und eingewalzt. „Das macht die Oberfläche der Fahrbahn rau und sorgt für Bodenhaftung“, erklärt Eckerle, „wenn der Asphalt ausgehärtet ist, kehren wir den Splitt wieder ab.“ Die bisherige Ampelkreuzung, die die B 39 von Altlußheim kommend und die L 722 von Hockenheim und A 61 kommend, zur Salierbrücke führt, ist für ihre langen Wartezeiten berüchtigt. Eine Fahrbahnerweiterung soll dieses Problem abfedern. Auf Höhe der Abfahrt zur Firma Merz, wo gegenüber auch der Radweg nach Hockenheim abzweigt, stößt die B 39 künftig geradewegs auf die L 722 – zumindest baulich gesehen, eigentlich ist es nämlich umgekehrt, über den Rhein fährt man auf der Bundesstraße weiter. Der neue Knotenpunkt ist bereits deutlich erkennbar. Die Straßen sind asphaltiert, Verkehrsinseln gepflastert und mit Ampelmasten ausgestattet. Fertig ist er deshalb aber noch lange nicht – so muss beispielsweise noch sämtliche Elektronik verlegt werden, damit die Ampeln den Verkehr auch vernünftig regeln können. Auch fehlt noch der neue Belag für die L 722 aus Richtung Hockenheim kommend. Eckerle rechnet damit, dass der Knotenpunkt zwischen September und Oktober fertig sein wird. Dazu gehört auch, dass die Zufahrt während der Pfälzer Sommerferien gesperrt wird: Dann soll nämlich die B 39 zwischen der Abfahrt Herrenteich und dem Knotenpunkt ebenfalls einen neuen Belag bekommen. „Diesen Zeitpunkt haben wir zusammen mit der RNV gewählt, dass es keine Schwierigkeiten für Schüler dadurch gibt“, berichtet Eckerle, „der normale Linienbus wird natürlich weiterfahren und die Passagiere zum Pendlerparkplatz bringen, von wo sie in die Shuttles umsteigen können.“ Gleichsam können so auch Pendler, die mit Pkw oder Fahrrad unterwegs sind, weiter zum Parkplatz gelangen. Im Konzept des neuen Knotenpunktes sind diese Personengruppen weiter abgebildet – durch die bereits eingebaute Bushaltestelle ebenso wie durch die Radwege, welche parallel zur Autostraße verlaufen und an den Einmündungen bereits ertüchtigt wurden. Im Norden soll zum Abschluss des Ausbaus noch ein neuer Radweg entstehen, der den Hockenheimer Rheinbogen in Richtung Siegelhain erschließt. Die alte Kreuzung aber wird abgerissen und in Form eines aufgeschütteten Lärmschutzwalls wieder der Natur übergeben. Der Weg zum Abschluss des Projekts ist vorgegeben, die Hindernisse bekannt und Lösung bewährt. Unter diesen Vorzeichen ist Projektleiter Ralph Eckerle zuversichtlich, der Region im kommenden Jahr ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk machen zu können. Info: Mehr Bilder gibt es unter www.schwetzinger-zeitung.de

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