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Soziale Medien - Finanzministerium des Landes Baden-Württemberg gibt Guide heraus und erklärt Steuerarten, die für Influencer in Frage kommen

Influencer und Finanzen – das ist wichtig

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vas/zg
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Instagram, aber auch Youtube, werden von Influencern genutzt, um Produkte und Dienstleistungen von Unternehmen gegen Geld zu bewerben und den eigenen Alltag mit den Followern zu teilen.

Region. In den sozialen Medien gibt es immer mehr Influencer. Sie bewerben – meistens gegen Geld – Produkte und Dienstleistungen von Unternehmen. Auch diese Art von Marketing ist ein steuerpflichtiges Business. Das Finanzministerium gibt deshalb nun einen Steuerguide für Influencer heraus. „Influencer sind in der digitalen Welt eine etablierte Berufsgruppe. Uns ist es wichtig, diese Berufsgruppe zu erreichen. Denn auch sie müssen unter bestimmten Umständen Steuern zahlen. Was sie dabei beachten müssen, zeigt ihnen der neue Steuerguide“, schreibt Baden-Württembergs Finanzminister Dr. Danyal Bayaz (Bündnis 90/Die Grünen) in einer Pressemittelung, die das Ministerium für Finanzen am Donnerstag versendet hat.

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Der Steuerguide gibt einen Überblick darüber, welche Steuerarten für Influencer infrage kommen können und ob Betroffene ihre Tätigkeit beim Finanzamt anzeigen müssen. Er ersetzt allerdings keine Fachberatung, betont das Finanzministerium. Hier empfiehlt sich der Kontakt zu einem Steuerberater.

Werbegeschenke sind Einnahmen

Deutsche Influencer mit den meisten Abonnenten (Followern) bei Instagram

Toni Kroos, Fußballer, @tonikr8s (33,7 Millionen Follower).

Mesut Özil, Fußballer, @m10_official (24,4 Millionen Follower).

Lisa und Lena Mantler, Influencerinnen, @lisaandlena (17,6 Millionen Follower).

Pia Wurtzbach, Model, @piawurtzbach (13,7 Millionen Follower).

Bastian Schweinsteiger, Fußballer, @bastianschweinsteiger (13 Millionen Follower).

Manuel Neuer, Fußballer, @manuelneuer (11,6 Millionen Follower).

Marco Reus, Fußballer, @marcinho11 (11,5 Millionen Follower).

Pamela Reif, Fitness-Influencerin, @pamela_rf (8,7 Millionen Follower).

Bibi Claßen, Influencerin, @bibisbeautypalace (8,2 Millionen Follower).

Mario Götze, Fußballer, @mariogotze (7,9 Millionen Follower).

Dagmar Kazakow, Influencerin, @dagibee (6,6 Millionen Follower).

Julian Claßen, Influencer, @julienco_ (6,3 Millionen Follower).

Shirin Davidavicius, Sängerin, Rapperin und Influencerin, @shirindavid (6,1 Millionen Follower).

Paola Maria Koslowski, Influencerin, @paola (5 Millionen Follower).

Julian Draxler, Fußballer, @draxlerofficial (4,7 Millionen Follower).

Lena Meyer-Landrut, Sängerin und Modedesignerin, @lenameyerlandrut (4,6 Millionen Follower).

Julien Zheng Zheng Kho Budorovits, Sänger, Podcaster und Influencer, @julienbam (4,5 Millionen Follower).

Stefanie Giesinger, Model und Influencerin, @stefaniegiesinger (4,5 Millionen Follower).

Leonie Hanne, Influencerin, @leoniehanne (4,3 Millionen Follower).

Caroline Daur, Bloggerin und Influencerin, @carodaur (3,7 Millionen Follower). vas

Ob ein Influencer Steuern zahlen muss, hängt von mehreren Faktoren ab. Einer der wichtigsten ist, wie hoch die Einkünfte sind. Das Finanzministerium weist darauf hin, dass auch Werbegeschenke Einnahmen sind und als solche mit ihrem Marktwert anzusetzen sind. Erhalten Influencer Gratisprodukte und Geschenke, beispielsweise kostenlose Hotelübernachtungen, dann beziehen sie sogenannte „Sachzuwendungen“. Hierauf sind Einkommensteuer und gegebenenfalls Umsatzsteuer und Gewerbesteuer zu bezahlen. Letztlich kommen für Influencer drei Steuerarten in Frage: Einkommensteuer, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer.

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Einkommensteuer: Diese müssen Influencer zahlen, wenn ihre Einkünfte den jährlichen Grundfreibetrag (2020: 9408 Euro; 2021: 9744 Euro; 2022: 10 347 Euro) übersteigen. Dann ist auch eine Einkommensteuererklärung abzugeben. Hierzu zählen alle Einkünfte in einem Kalenderjahr, also auch solche aus anderen Tätigkeiten, zum Beispiel als Arbeitnehmer. Bei der Berechnung des Grundfreibetrags können bestimmte Kosten wie Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung oder Spenden als Sonderausgaben abgezogen werden.

Gewerbesteuer: Die Einkünfte stellen gleichzeitig den Gewerbeertrag dar. Denn Influencer sind auch Unternehmer, denn sie haben ein Gewerbe. Gewerbesteuer ist zu zahlen, wenn die Einkünfte, das heißt der Gewerbeertrag, über 24 500 Euro liegt. Eine Gewerbesteuererklärung ist dann ebenfalls erforderlich. In diesem Zusammenhang sei zu wissen, dass die Gewerbesteuer eine Gemeindesteuer darstellt, deren Einnahmen alleine der Kommune zustehen.

Umsatzsteuer: Als Unternehmer gelten Influencer zudem, wenn sie selbstständig und nachhaltig Einnahmen erzielen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn sie wiederholt Produkte vermarkten. Folglich müssen sie Voranmeldungen und eine Umsatzsteuerjahreserklärung abgeben. Außerdem sind Rechnungen zu stellen, in denen Umsatzsteuer auszuweisen ist. Hier gibt es allerdings eine Vereinfachung: Wenn die Umsätze plus die darauf anfallende Umsatzsteuer für das vergangene Jahr nicht mehr als 22 000 Euro und im laufenden Jahr nicht mehr als 50 000 Euro betragen, dann greift umsatzsteuerlich gesehen die Kleinunternehmerregelung. In diesem Fall wird auf die Umsätze keine Umsatzsteuer erhoben. Außerdem wird das Stellen von Rechnungen einfacher und Umsatzsteuer darf nicht ausgewiesen werden. vas/zg

Info: Eine Übersicht sowie Checkliste gibt es unter: www.fm.baden-wuerttemberg.de/influencer

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