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Landgericht Mannheim

Selbsternannter Druide wegen unerlaubten Munitionskaufs vor Gericht

Karl B. und Thiemo B. – in Schwetzingen und Reilingen wohnhaft – sowie zwei weitere Männer müssen sich ab Freitag vor dem Mannheimer Landgericht verantworten.

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kaba/zg
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An diesem Freitag beginnt der Prozess gegen vier Männer, die von Ermittlungsbehörden der Reichsbürger-Szene zugeordnet werden. © Michael Ruffler

Mannheim/Region Schwetzingen. Am Landgericht Mannheim, Strafkammer 4, beginnt an diesem Freitag, 7. Januar, um 9 Uhr ein Prozess gegen vier Männer wegen des Verdachts des unerlaubten Erwerbs unter anderem von Munition. Angeklagt sind Karl B. (Jahrgang 1950), Thiemo B. (1965), Klaus D. (1956) und Frank E. (1964).

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Über zwei der Angeklagten hat diese Zeitung schon mehrfach berichtet: Bei Karl B. handelt es sich demnach um den selbst ernannten keltischen Druiden und mutmaßlichen Reichsbürger Karl Burghard B. alias „Burgos von Buchonia“, der zuletzt einen Wohnsitz in Schwetzingen hatte. Im Januar 2017 hatte es Durchsuchungen in mehreren deutschen Städten gegen mutmaßliche Mitglieder einer rechtsextremistischen Vereinigung gegeben, darunter auch in der Schwetzinger Wohnung des Druiden und der Rohrhofer Wohnung seiner früheren Lebensgefährtin. B. war dann im Januar 2017 bei den Durchsuchungen im brandenburgischen Rietz-Neuendorf festgenommen worden. Gegen sechs Beschuldigte, die vorwiegend über soziale Medien miteinander vernetzt gewesen waren, bestand zum damaligen Zeitpunkt der Verdacht, sich zu einer rechtsextremistischen Vereinigung zusammengeschlossen zu haben. Die Mitglieder dieser Gruppe sollten, so die Erkenntnisse der Generalbundesanwaltschaft zum damaligen Zeitpunkt, seit Frühjahr 2016 in Planungen eingetreten sein, bewaffnete Angriffe auf Polizisten als Repräsentanten des Staates, Asylsuchende und Menschen der jüdischen Glaubensgemeinschaft zu begehen. Einem siebten Beschuldigten wurde vorgeworfen, die Gruppe durch Beschaffungshandlungen unterstützt zu haben.

Ebenfalls im Januar 2017 wird bei einer Razzia in Reilingen Thiemo B. verhaftet. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm damals vor, gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz verstoßen zu haben. Er steht zudem im Verdacht, sich gemeinsam mit dem Druiden B. und weiteren sogenannten „Reichsbürgern“ zu einer rechtsterroristischen Vereinigung zusammengeschlossen zu haben (wir berichteten damals ausführlich).

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In der Schrift zur Prozessankündigung auf der Internetseite des Landgerichts Mannheim heißt es unter anderem (hier nur ein Auszug): „Die vier Angeklagten soll in den Jahren 2015 bis 2017 eine staatskritische Einstellung verbunden haben, aufgrund derer sie überzeugt gewesen seien, sich zum Selbstschutz gegen den – aus ihrer Sicht in diesem Zeitraum drohenden – Zusammenbruch der staatlichen Ordnung bewaffnen zu müssen. Vor diesem Hintergrund sollen sie übereingekommen sein, dass der handwerklich begabte Angeklagte Frank E. Waffen beziehungsweise Waffenteile herstellen und diese an den Angeklagten Karl B. weitergeben sollte; der Angeklagte Klaus D., der als Sportschütze die Erlaubnis zum Erwerb von Munition gehabt habe, Munition für die Waffen kaufen und diese an den Angeklagten Karl B. weiterreichen sollte; der Angeklagte Karl B. die vom Angeklagten Frank E. hergestellten Waffen und Waffenteile sowie die vom Angeklagten Klaus D. erworbene Munition zum Teil in seiner im Rhein-Neckar-Kreis gelegenen Wohnung beziehungsweise den Wohnungen seiner beiden Freundinnen aufbewahren und zum Teil an andere Personen, unter anderen den Angeklagten Thiemo B., weiterreichen würde.

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Allen Angeklagten sei hierbei bewusst gewesen, dass die Angeklagten Karl B., Thiemo B. und Frank E. nicht über die erforderliche Erlaubnis für den Umgang mit Schusswaffen beziehungsweise Sprengstoffen verfügt haben sollen und dass die Angeklagten Klaus D. und Frank E. keine Erlaubnis dafür gehabt haben sollen, Schusswaffen herzustellen und Schusswaffen, Waffenteile und Munition an andere Personen weiterzureichen. (. . .) Der Angeklagte Thiemo B. soll am Tag seiner Festnahme durch die Polizei im Januar 2017 in seinem Pkw griffbereit eine geladene – wenn auch nicht durchgeladene – halbautomatische Selbstladepistole, einen mit Signalgeschossen geladenen Signalgeber sowie einen Schlagring aufbewahrt haben. Am Tag der Durchsuchung seines im Rhein-Neckar-Kreis gelegenen Wohnanwesens im Januar 2017 soll er dort mehrere im Eigenbau gefertigte sowie teilweise mit Munition geladene Schusswaffen – unter anderem ,Slam-Guns‘ und einen Schießkugelschreiber, mehrere explosionsgefährliche Stoffe – unter anderem Schwarzpulvergemisch –, zahlreiche Patronen unterschiedlichen Kalibers und ein Faustmesser aufbewahrt haben. (. . .)“ kaba/zg

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