Festspiele

Nibelungen diesmal ganz weiblich

Maria Milisavijevic und Pinar Karabulut im Boot

Von 
Ralf-Carl Langhals
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Pinar Karabulut (v.l.), Nico Hofmann und Maria Milisavijevic. © Thomas Troester

Worms/Mannheim. Ob es wohl ihr fünftes Stück, Werk, Opus sein mag, fragt man sich im Aufzug zu räumlichen und kulinarischen Höhen über Mannheims Dächern. Nach O 5 hat das Modehaus Engelhorn als Gastgeber im Verbund mit den den Wormser Nibelungenfestspielen zu einer besonderen Vorstellung in seine Kochstube „Opus 5“ geladen.

Nein, es ist nicht Maria Milisavijevics fünftes Stück. Doppelt ist das Vergnügen: „Brynhild“, das ab 7. Juli vor dem Wormser Dom uraufgeführt wird, ist schon ihr zehntes Stück. Die Herkulesaufgabe der Inszenierung auf der Riesenbühne übernimmt Pinar Karabulut, die schon jetzt strahlt, so sehr liebt sie die große Bühne.

Soweit der nachrichtliche Teil. Bisder aber dran ist, gilt es gute Beziehungen zu pflegen und zu betonen. Das tut Hausherr, Theaterfreund und Nibelungenfestspiel-Partner Andreas Hilgenstock ebenso herzlich-eloquent wie der Wormser Oberbürgermeister Adolf Kessel mit der bekundeten Überzeugung: „Theater fördert Freiheit“.

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Lob gibt es für den Freundeskreis, Unterstützer und Sponsoren nicht nur von ihnen, sondern auch von Sascha Kaiser, dem Geschäftsführer der Festspiele, dessen Dank „allen helfenden Händen aus Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft gilt, die die Festspiele tragen.“ Intendant Nico Hofmann gibt sich gewohnt lokalpatriotisch, freut sich über seine Stippvisite in der Heimatstadt und bekennt launig, bei Engelhorn schon sehr viel Geld ausgegeben zu haben.

Mit dem Künstlerischen Leiter Thomas Laue geht es zu den harten Fakten, die weiblich sind. Denn erstmals kümmert sich mit Maria Milisavljevic eine Autorin um den literarischen Nibelungenschatz. Kleist-Förderpreis, Else-Lasker-Schüler-Preis, Mühlheimer Dramatikerpreis sowie den Autorenpreis des Heidelberger Stückemarkt 2016 hat die Dramatikerin längst gewonnen. Die Spezialität der selbstbewussten 40-Jährigen ist es, Stücke in Deutsch und Englisch zu verfassen, eher ergänzend als übersetzend. Bei einem Arbeitsaufenthalt in Kanada entwickelte sie die Idee, dies auch für die Uraufführung in Worms zu tun: „Brynhild“ heißt ihr Stück, für das sie, wie auch ihr „Amtsvorgänger“ Ferdinand Schmalz in den Tiefen mediävistischer und nordischer Literaturwissenschaft grub.

Redaktion Seit 2006 ist er Kulturredakteur beim Mannheimer Morgen, zuständig für die Bereiche Schauspiel, Tanz und Performance.