Helau, Alaaf, Ahoi

Als Pirat mit Säbel und Augenklappe, als Prinzessin mit Kleid, Krone und Zepter oder als kunterbunter Clown: Fasching wird verkleidet gefeiert – damals wie auch heute.

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Ob man es Fasnacht, Fasching oder Karneval nennt, gemeint ist immer die sogenannte „fünfte Jahreszeit“, in der man sich verkleidet und feiert. Es ist natürlich keine echte fünfte Jahreszeit. Die Menschen nennen es nur so.

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Die Tradition hat verschiedene Ursprünge. Schon die Germanen, die an Dämonen glaubten, verkleideten sich nach dem dunklen Winter und wollten diesen mit schrecklichen Masken und viel Lärm vertreiben. Auch im alten Rom feierte man zu Beginn des Jahres das Saturnalienfest. Herren und Sklaven tauschten die Rollen. Die Herren mussten nun ihre Sklaven bedienen und diese durften über ihre Besitzer schimpfen. Dafür hätte man sie sonst schwer bestraft. Bis heute ist es Brauch, dass sich Menschen im Karneval über Politiker lustig machen.

40 Tage vor Ostern

Eine Ursache des Festes finden wir bei den Katholiken. Im zwölften Jahrhundert bestimmte ein Papst, dass immer 40 Tage vor Ostern eine Fastenzeit beginnen sollte, in der die Gläubigen auf Vieles verzichten müssen. Weniger essen, dafür mehr beten. Besonders Fleisch war streng verboten. Dieses könnte eine Erklärung für das Wort „Karneval“ sein. Fleisch heißt lateinisch „carne“ und „vale“ bedeutet „sich verabschieden“. Es ist also das Verabschieden vom Fleisch gemeint. Manche behaupten, das Wort stamme von „carrus navalis“, dem Schiffwagen ab. Daraus wurde heute das Narrenschiff, das man jedes Jahr noch im Aachener Karneval findet. So genau weiß das keiner. Die Menschen wollten aber vor Beginn der kargen Fastenzeit noch einmal ausgelassen feiern.

Da die „elf“ schon seit Jahrhunderten als Narrenzahl gilt, startet die närrische Zeit am 11.11. Das wildeste Treiben beginnt am Donnerstag vor Aschermittwoch. Sechs Tage dauert die eigentliche Fasnacht, mit der man ursprünglich die lange Nacht vor dem Fasten meinte. Vom Donnerstag, den man je nach Gebiet, „schwer“„schmutzig“ oder „unsinnig“ nennt, bis zum Aschermittwoch können die Narren ihre Späße machen. Dann beginnt die Fastenzeit.

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In Süddeutschland sagt man „Fasching“, im Rheinland „Karneval“ und in der Kurpfalz ist „Fasnacht“ gebräuchlich. Das Fest findet nur in katholischen Gegenden statt, deshalb gibt es in Norddeutschland kaum bis wenig Feiern und im Süden dafür umso mehr. Fast überall in der Welt gibt es ähnliche Feste. Besonders bunt ist der Karneval in Brasilien.