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Mallorca

Der Sonntagsmarkt von Sa Pobla ist eine unschlagbare Lokalität

Wie die Mallorquiner dänisches Hygge leben: ein Besuch auf dem Sonntagsmarkt von Sa Pobla, dem Gemüsegarten der Insel abseits des Tourismus.

Von 
Andi Nowey und Andi Nowey
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Sa Pobla liegt rund neun Kilometer von Alcúdia entfernt. Der Wochenmarkt mit einheimischen Produkten des täglichen Bedarfs findet immer sonntags statt. © Andi Nowey, Andi Nowey

Die Gemeinde Sa Pobla im Norden von Mallorca ist nicht unbedingt reich an touristischen Sehenswürdigkeiten. Auch die Fremdenverkehrszahlen im Übernachtungssektor sind eher übersichtlich. Neun Kilometer trennen Sa Pobla von der Küste der Playa de Alcúdia und der Playa de Muro und damit vom großen Kuchen, den der Tourismussektor für sich vereinnahmt und an Profit abwirft. Neun Kilometer, die der Gemeinde, die durch ihren schachbrettartigen Grundriss irgendwie an eine Miniaturausgabe der Quadratestadt Mannheim erinnert, allerdings auch ein großes Stück ihrer Ursprünglichkeit bewahrt haben. Insbesondere sonntags wird das offensichtlich, wenn in Sa Pobla Markttag ist und sich das Stadtzentrum zu einer Begegnungsstätte für die Einwohner des Ortes verwandelt.

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Von der Playa de Muro kommend erheben sich links und rechts der Straße die übermannsgroßen Schilfpflanzen des Naturreservats Albufera wie ein Spalier, das fast schon symbolisch wie ein Eintritt in den Gemüsegarten des Inselnordens wirkt. Während andernorts die Bürgersteige hochgeklappt werden, lebt und blüht Sa Pobla sonntags regelrecht auf und präsentiert ein spezielles Mallorquiner „Hygge“. Rund um die Plaça Mayor finden sich in den Bars und Cafés bereits ab dem Morgen und frühen Mittag regelmäßig die „Poblenser“ ein, um über die Fußballergebnisse des Vorabends oder die neuesten Beschlüsse der Inselregierung zu debattieren. Irgendwie scheint jeder jeden zu kennen und man setzt sich, wo gerade frei ist.

Einen Platz im Außenbereich der Lokalitäten zu erhaschen, gleicht einem Glücksspiel, als Fremder fühlt man sich in diesem lautstarken Stimmengewirr, aber letztlich doch sehr angenehmen Idyll fast schon deplatziert. Auf der Plaça Mayor sucht man vergeblich Stände, die Strandlaken, kitschige Muscheldekorationen, minderwertige Textilien, gefälschte Lederwaren oder mit Luft gefüllte schwimmende Krokodile feilbieten. Hier gibt es keine Produkte aus China, Vietnam oder Kambodscha, sondern Waren aus Sa Pobla, Muro oder Sóller.

Paprikas, Auberginen, Tomaten oder Zucchinis, aber insbesondere Kartoffeln, die in XXL-Format daliegen, es andernorts aber aufgrund der nicht optimalen Optik nicht in die Supermärkte schaffen würden, zeugen von einer unschlagbaren Lokalität. Kürzere Wege gibt es nicht.

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Zudem stillen Kräuter, Oliven, Gewürze, Käse, Wurst, Fisch, Pflanzen, gegrillte Hähnchen, aber auch lebende Tiere die Bedürfnisse der Käufer. Die auf der Plaça Mayor stehenden Platanen, dazu festlich geschmückte Girlanden spenden auf dem Marktplatz zudem Schatten für die Händler und Käufer, die sich vornehmlich aus den Ortsbewohnern zusammensetzen. Auch alle weiteren Gewerbetreibenden wie die einladenden Klamotten-Boutiquen, der urige und aus allen Nähten platzende Eisenwaren-Laden oder alle weiteren Geschäfte haben verkaufsoffen. Auf der Plaça del Mercat haben sich doch noch einige Händler aufgestellt, die Textilien, Gürtel und Lederwaren im Angebot haben.

Hat man diesen Markt-Rundgang mit einer kulinarischen Stärkung beendet, lohnt in Sa Pobla, das als Endstation einer Schmalspurbahn hervorragend an das Schienennetz nach Palma angeschlossen ist, noch ein Abstecher zu der aus dem 17. Jahrhundert stammenden und völlige Ruhe bietenden Pfarrkirche Parròquia de Sant Antoni, die von der Plaça Mayor nur fünf Gehminuten entfernt liegt. Nach diesen fünf Minuten per Pedes scheint man in einer ebenso entfernten Welt zu sein, wie nach neun Kilometern Autofahrt.

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Freier Autor Schwerpunkte: Mannheimer Kreisfußball, Kreisklassen A und B, Kreispokal, Waldhof-Legenden

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