AdUnit Billboard

Das ist wahre Quälerei

Andreas Lin sinniert über falsche Kilometerangaben als Hoffnungskiller

Veröffentlicht
Kommentar von
Andreas Lin
Lesedauer

Sicher haben Sie das auch schon erlebt: Sie fahren aus einer Stadt hinaus, da steht auf dem Ortsschild eine Kilometerangabe bis zur nächsten Gemeinde – sagen wir mal A-Dorf 15 Kilometer. Dann fährt man weiter, ein, zwei Minuten, es kommt vor der nächsten Einmündung wieder eine Hinweistafel: Bis A-Dorf 15 Kilometer. Hä? Müssen doch weniger sein. Und nach einem vermutlich ziemlich neu gebauten Kreisel steht plötzlich: rechts nach A-Dorf sind es noch 17 Kilometer. Das ist mir schon oft passiert und in verschiedenen Teilen des Landes. Möglicherweise liegt es daran, dass die alten Hinweisschilder mit den Kilometerangaben nach dem Bau von neuen Umgehungsstraßen oder Kreiseln nicht geändert wurden.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Auch bei Kilometerangaben auf Werbetafeln für Einkaufsmärkte, Restaurants oder sonstigen Geschäften wird oft gemogelt: 500 Meter sollen suggerieren, dass es nicht mehr weit ist. In Wirklichkeit sind es dann 1000 Meter. Ist ja auch nicht tragisch.

Viel schlimmer sind die Hinweisschilder bei Wanderungen. Da läuft man bei sengender Hitze in der prallen Sonne den Berg hinauf – mit dem Ziel, in einer bestimmten Hütte, Alpe oder Wirtschaft einzukehren. Noch 40 Minuten steht an der Weggabelung, das erste Drittel ist geschafft, Freude kommt auf.

Es geht weiter: Irgendwann kommt der Hinweis mit 30 Minuten, man kämpft sich weiter hoch, freut sich über jede geschaffte Minute und die Tafel mit der Aufschrift: 20 Minuten bis zur B-Hütte. Hoffnung. Man hat das kühle Getränk und die Brotzeit schon vor Augen, es ist zum Greifen nah. Man läuft weiter und weiter minutenlang den Weg hoch und findet das nächste Schild: Immer noch 20 Minuten bis zur B-Hütte. Was? Das kann nicht sein? Ich falle vom Glauben ab. Das ist wahre Quälerei.

Autor Stv. Redaktionsleiter + Lokalsportchef Schwetzinger Zeitung

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1