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Die roten 18 Grad

Jürgen Gruler erinnert sich an seine Kindheit und die gute Stube

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Jürgen Gruler
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Mit seinem Brief hat mich dieser Tage der Schwetzinger Augenoptikermeister Rudolf Lenk an meine eigene Kindheit erinnert. Denn natürlich wurden in seinem Geschäft nicht nur Sehhilfen verkauft, sondern auch Barometer, Hygrometer, Regenmesser und Thermometer. Auch wir hatten sowohl in der Küche als auch im Wohnzimmer ein Thermometer hängen und da war die Zahl 18 nicht in schwarz, wie alle anderen Zahlen, sondern in rot markiert. Und es stand der Begriff Zimmertemperatur dabei.

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Damit wurde also die Normaltemperatur eines Raumes angegeben. Da konnte man dann gut abends mit Wollsocken und Pullover Winterabende im Gespräch oder vor dem Schwarz-Weiß-Fernseher verbringen und „Derrick“ oder „Der Kommissar“ gucken.

Und sonntags ging’s oft aufs Land zu einer der beiden Omas. Die sagte dann nach dem Mittagsessen, das in der Küche auf der Eckbank eingenommen wurde, „jetzt gehen wir in die ,gute Stube‘, ich hab angeheizt“. Der Alltag spielte sich eben in der Wohnküche ab, da saß man zusammen und zu besonderen Anlässen wurde die Wohnstube aufgemacht – die hielt dann auch ein ganzes Leben lang. 18 Grad und ein Pullover – heute heiß diskutiert – waren da ganz normal.

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Chefredaktion Jürgen Gruler ist Chefredakteur der Schwetzinger Zeitung.

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