Die toten Füße

Jürgen Gruler freut sich über eine lustige Verwechslung

Von 
Jürgen Gruler
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Mit den Fremdworten ist es so eine Sache. Oft muss man erst mal nachdenken und ausloten wie sie ausgesprochen werden und dann natürlich auch noch wissen, was damit überhaupt gemeint ist. Und noch schwieriger wird es natürlich dann, wenn jemand das Fremdwort falsch verwendet, weil es ein ganz ähnliches gibt, das aber was ganz anderes bedeutet.

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So ist mir das vor einigen Tagen widerfahren und ich könnte mich heute noch drüber totlachen. Eine gute Bekannte von uns erzählte vom Termin ihrer Mutter bei der Fußpflege, nein, das sei keine normale Fußpflegerin, bei der ihre Mutter in Behandlung sei. Sie sei was besonderes – „eine Padologin“. Podologin verbesserte ich die Bekannte. Aber die hat in breitestem Pfälzisch darauf bestanden, es handle sich um eine „Padologin“. Mehr aus Spaß sagte ich dann, ob sie „Pathologin“ meine. Ja genau, das sage sie doch die ganze Zeit und machte darauf aufmerksam, dass sie fränkischer Abstammung sei und deshalb ihre Schwierigkeiten mit der Aussprache des „d“ und des „t“ habe. Im Grunde genommen hätte sie dann ja auch „Badologin“ sagen müssen, denk ich noch bei mir.

Aber dann gehen mir die Gedanken komplett durch und ich muss an mich halten, um nicht loszuprusten. Jedenfalls kann ich mir gut vorstellen, in welchem Zustand die Füße der Frau gewesen sein müssen, wenn sie zur Pathologin statt zur Podologin gegangen ist und ich erinnerte mich an den letzten Sommer und die Gerüche, die von meinen kochenden Füßen ausgegangen sind, weil ich so geschwitzt habe. Die rochen jedenfalls so tot, dass sie eigentlich auch zur Pathologin gemusst hätten.