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Kommentar Die Verrückten sind wieder da

Jürgen Gruler hat die Rowdys nicht vermisst

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Jürgen Gruler
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So ein Lockdown hatte auch gute Seiten. Zumindest für Menschen, die mit dem Auto pendeln. Die Straßen waren wenig benutzt, Staus gab’s keine, man kam in kürzester Zeit von A nach B. Und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass alle Verkehrsrowdys im Homeoffice sind.

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Schon seit April ist zu merken, dass der Schwerlastverkehr deutlich zunimmt. Aber wer meistens auf der linken Spur fährt, der merkt das ja gar nicht so richtig. Was ich mir allersdings kaum vorstellen konnte, war die sprunghafte Zunahme des Autoverkehrs pünktlich zum Ende der Home-office-Angebotspflicht am 1. Juli. Prompt stand ich schon am ersten Abend im Stau zwischen Schwetzingen-Nord und Schwetzingen-Süd auf der proppenvollen Autobahn. Und danach nochmals vor der Ausfahrt Speyer.

Aber erst jetzt wurde mir bewusst, dass der Mensch gar nichts dazugelernt hat. Er – und das ist tatsächlich eine Männersache – lässt wieder so richtig den inneren Rowdy raus. Nchdem wochenlang nur die eigene Frau zum Einkaufen gefahren wurde, folgt die Neuentdeckung des Fahrspaßes auf dem Weg zur Arbeit. Vollgas auf der wegen möglicher Staus verlängerten Einfädelspur bis zum Parkplatz kurz vor der Rheinbrücke. Dann schnell über den Parkplatz gerast, um dahinter noch ein paar Normale abzuhängen und einzufädeln und bis zum nächsten Lastwagen nach vorne zu ziehen. Jetzt wär’s beinahe passiert, ein Renault will nach dem Überholen eines LKW einscheren und übersieht den rechts vorbeizischenden Verrückten im Sportwagen. Zum Glück ist diesmal nichts passiert – außer dem Vogel, den ich ihm gezeigt habe. Ich konnte nicht anders.

Chefredaktion Jürgen Gruler ist Chefredakteur der Schwetzinger Zeitung.

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