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Lob und Tadel

Gert Häusler über eine besondere Würze im Leben eines jeden

Veröffentlicht
Kommentar von
Gert Häusler
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Kennen Sie noch die Fernsehsendung „Zimmer frei“? Vor einiger Zeit wurden ein paar Folgen der WDR-Kultserie mit Götz Alsmann und Christine Westermann wiederholt. Die luden damals einen Promi ein, der die Chance hatte, Mitbewohner einer fiktiven WG zu werden. Am großen Tisch aß und trank man zusammen, es gab die – vermuteten – Lieblingsgerichte- und getränke des Bewerbers. Mit gelegentlich ernsteren Fragen, aber hauptsächlich schrägen Spielen wurden Kreativität und Schlagfertigkeit getestet. Ging mal was daneben, war es nicht weiter schlimm, die Moderatoren machten selbst jeden Ulk mit.

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Ein fester Bestandteil der Sendung war die „ultimative Lobhudelei“. Freunde oder Bekannte wurden eingeblendet, die von den allerbesten Eigenschaften des WG-Aspiranten erzählten. Zum Schluss stimmte das Publikum mit farbigen Karten über die Aufnahme in die Wohngemeinschaft ab. Das fiel meist positiv aus und das damit verbundene Lob der Zuschauer tat den Bewerbern gut und sie fühlten sich entsprechend wohl. Wann wurden Sie das letzte Mal gelobt oder kritisiert?

Lob und Tadel gehören ja wie Pfeffer und Salz zur Würze unseres Lebens. Zu viel kann schädlich sein, zu wenig lässt manches fad schmecken. Für Künstler oder Sportler ist Applaus ein Lebenselixier, etliche werden süchtig danach. Dann schlägt die Stunde der Schmeichler, die dem „Größten“ solange sagen, dass er einzigartig sei, bis er es selbst glaubt und jede Realität ausblendet. Wie derzeit zu sehen ist, kann dies durchaus schmerzhaft enden. Gefährlich ist auch taktisches Lob, das hauptsächlich dazu dient, mit Hintergedanken den Gelobten zu manipulieren. Gut dran ist dagegen, wem Familie, Freunde oder Kollegen in fairer Weise aufzeigen, was gerade nicht so gut war, denn nur dadurch kann man an seiner Leistung oder am Verhalten etwas verbessern. Wenn aus diesem Kreis ein dann ein ehrliches Lob kommt, tut das besonders gut und gibt auch die notwendige Lebenswürze.

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Freier Autor Gert Häusler schreibt gern Kolumnen über Alltägliches.

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