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Maibaum wird noch geklaut

Andreas Lin macht sich Gedanken über seine „Löffelliste“

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Andreas Lin
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Wissen Sie, was eine Löffelliste ist? Das ist eine Aufzäh-lung aller Dinge, die man noch erleben möchte, bevor man redensartlich „den Löffel abgibt“, also bevor man stirbt. Man könnte es positiver als (Er-) Lebensliste bezeichnen. Im Englischen heißt es „Bucket List“ nach einem gleichnamigen Film aus dem Jahr 2007. Die Löffelliste ist mir im Zuge unserer Berichterstattung über die Ausstellung „Was bleibt.“ und die begleitende Veranstaltungsreihe rund um die Themen Tod, Sterben, Vererben wieder in den Sinn gekommen. Nicht, dass ich bislang eine konkrete Löffelliste aufgeschrieben hätte, aber das eine oder andere fällt mir da schon ein.

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Zudem hat mir mein Sohn zum Geburtstag ein Büchlein geschenkt, in dem 100 Dinge stehen, die „Mann“ im Leben einmal getan haben sollte. Hinter 56 kann ich erstaunlicherweise schon einen Haken machen. Da stehen relativ profane Dinge drin wie „Trag einen Hut“, „Wickle ein Baby“, „Lerne ein Instrument“ oder „Sing Karaoke“. Aber es wird auch dazu aufgefordert: „Mach eine komische Sportart“, „Fahr mit einem Trecker“, „Brau dein eigenes Bier“, „Sei der Nikolaus“, „Übe ein Ehrenamt aus“ oder „Öffne einen Wein ohne Korkenzieher“. Alles erledigt, auch die Aushilfe im Tanzkurs, den gefällten Baum und die Fähigkeit, Bier in zehn verschiedenen Sprachen zu bestellen. Und sogar die Herkulesaufgaben wie „Hör auf deine Frau“ und „Gib deiner Schwiegermutter recht“.

Andreas Lin. © Alexander Lin

Von den 44 verbleibenden werden es sicher nicht alle auf meine „Löffelliste“ schaffen. Stuntman werde ich gewiss nicht mehr und auch keinen Schweißerkurs machen. Aber eines habe ich noch unbedingt vor: Einen Maibaum stehlen. Wie das gehen soll? Ganz einfach: In Schwetzingens oberbayerischer Partnergemeinde Karlshuld-Neuschwet-zingen gibt es die „Donaumooser Maibaumdiebe“, die schon über-regional mit ihren Aktionen Schlagzeilen machten.

Beinahe hätte ich die Aufgabe sogar schon abhaken können: 2018 war ich quasi schon auf dem Weg, um mitzumachen, wenn ein 50-Meter-Baum bei Nacht und Nebel geklaut wird. Doch eine andere Gruppe kam ihnen kurz zuvor, wurde aber schnell erwischt. „Diese Trittbrettfahrer und Amateure“, fluchten die Karlshulder damals. Aber wenn es Corona irgendwann zulässt, werde ich diesen Streich sicher von meiner „Löffelliste“ streichen.

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Autor Stv. Redaktionsleiter + Lokalsportchef Schwetzinger Zeitung

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