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Mit Wohnraum weitermachen

Matthias Mühleisen über den langen Weg zu besserer Unterbringung

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Matthias Mühleisen
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So wie dem wahlkämpfenden Marcus Zeitler, der auf seiner Hockenheimtour eigentlich zum Bauernhof Großhans wollte und in die falsche Richtung abbog, ist es im Laufe der vergangenen Jahre sicherlich vielen Menschen gegangen – mich eingeschlossen: Der unvermittelte Anblick des heruntergekommenen, verrosteten Containerbaus im Mörsch erschreckt und mutet zwischen Kleingärten und Feldern an wie aus einer anderen Welt.

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Seit vielen Jahren war sein Zustand immer wieder Thema bei Haushaltsberatungen im Gemeinderat. Dabei waren sich alle Fraktionen einig: In der Anlage ist eine menschenwürdige Unterbringung nicht möglich. Mehr als Mahnungen kamen indes nicht heraus. Die guten Absichten scheiterten, wie manches andere, an einem Standort, wie Zeitlers Vorgänger Dieter Gummer auf Anfrage 2014 erklärte.

Denn wo die Container 1993/94 für die Unterbringung von Asylbewerbern aufgestellt wurden – im Außenbereich und im Landschaftsschutzgebiet –, durften sie eigentlich schon lange nicht mehr stehen, geschweige denn durch einen Neubau ersetzt werden. Den städtischen Vorschlag nahe der Kläranlage lehnten CDU, Grüne und FDP ab – sie befürchteten Ausgrenzung der Bewohner so weit draußen und lagen damit sicher nicht falsch.

Die Kooperation zwischen Stadt und DRK ist ein Glücksfall. Das Rote Kreuz, das sich zunehmend im karitativen Bereich, etwa in der Betreuung Geflüchteter, profiliert, hat nicht nur räumlich, sondern auch inhaltlich mit der Begleitung der Bewohner ein Konzept, das die einstige Praxis der Stadt (Hausmeister und sonst gar nichts) mittelalterlich erscheinen lässt.

Gut, dass hier ein Umdenken einsetzte. Nun muss endlich der soziale Wohnraum als Nächstes vorangebracht werden.

Redaktion Redakteur im Bereich Hockenheim und Umland sowie Speyer

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