Typische Geräusche

Gert Häusler über die Jahreszeiten in ganz anderen „Tönen“

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Gert Häusler
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Klassikliebhaber können sich mit den „Vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi musikalisch durch das Jahr begleiten lassen. Aber auch ohne Musik hat jede Jahreszeit bestimmte Geräusche. Im Herbst färben sich die Blätter wunderbar bunt, fallen dann aber auch in großer Zahl von Büschen und Bäumen ab.

Dann hören wir sie wieder, die ganz besondere Lautmalerei: Die Laubbläser kommen in großer Zahl zum Einsatz und pusten lautstark und gnadenlos die Blätter zusammen. Von den einen begrüßt, weil so Gehsteige und Straßen sauber und benutzbar sind und Rutschgefahr auf feuchtem Laub vermindert wird, fürchten andere, dass durch die Herbstbläser auch gleich noch viele Kleinstlebewesen vernichtet werden.

Wie man dazu auch stehen mag, sehr laut sind die Bläser auf jeden Fall. Im Gegensatz zu ihren jahreszeitlichen Geräuschvorgängern, den Rasenmähern, denn die werden technisch bedingt zunehmend leiser. Zur „Geräuschdämmung“ tragen auch die Herbstnebel bei, die andere Gefahren mit sich bringen. Denn die durch starken Nebel verminderte Sicht kann gefährlich werden. Sichtbehinderung soll auch durch ein anderes „Gerät“ vermieden werden.

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Hört man morgens in der Frühe schon Nachbarn mit Eiskratzern werkeln, weiß man, dass ein sehr kalter Tag bevorsteht. Summende Auto-Standheizungen stehen für Minustemperaturen. Mit Kindheitserinnerungen ist ein anderes Wintergeräusch verbunden. Das Kratzen von Schlittenkufen, die von freudig aufgeregten Kindern beim ersten Schneefall zum nächsten Hügel gezogen werden. Wird es dann auf den Straßen sehr glatt, sind die langsamer fahrenden Autos zwar leiser, dafür hört man häufig einen „Rumms“, wenn sie glatteisbedingt aufeinanderrutschen. Mancher freut sich da schon auf die unterschiedlichen Klänge zum Jahresabschluss, bevor es mit Vivaldis „La primavera“ wieder Frühling werden kann.

Freier Autor Gert Häusler schreibt gern Kolumnen über Alltägliches.