AdUnit Billboard

Von Romy bis zu „Blasius“

Gert Häusler macht sich Gedanken über Spaziergänge

Veröffentlicht
Kommentar von
Gert Häusler
Lesedauer

Sarah Biasini ist derzeit in vielen Talkshows zu sehen, weil sie mit einem neuen Buch an ihre berühmte Mutter Romy Schneider erinnert. Die war eine der deutschen Film-Ikonen, fühlte sich aber nach den erfolgreichen Sissi-Filmen schauspielerisch eingeengt und zog nach Frankreich. In ihrer Wahlheimat drehte sie mit fast allen bedeutenden französischen Schauspielern. Ihr letzter Film vor ihrem frühen Tod war 1982 „Die Spaziergängerin von Sans-Souci“.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Ob sie im wirklichen Leben wohl auch eine Spaziergängerin war? Spazierengehen ist ja eine sehr deutsche Spezialität. Viele können sich noch an Sonntags-spaziergänge von früher erinnern. Ganze Familien waren „gut gekleidet“ unterwegs – für die Jüngeren oft ein Graus.

Dagegen erzählen Münchner Stadtführer vor der Figur „Blasius, der Spaziergänger“ von dem legendären Journalisten und Autor Sigi Sommer, der tagtäglich zu Fuß unterwegs war. Er beobachtete die Stadt und die Menschen und schrieb dann mit „spitzer Feder“ erst in der Süddeutschen und später in der Münchener Abendzeitung über die Erlebnisse und Beobachtungen während der Stadtspaziergänge.

Seine Kolumnen waren Kult und an seinem Stammtisch im Augustiner drängten sich regelmäßig Prominente. Zwar wissen wir spätestens seit unserem Carl-Theodor, dass Schwetzingen nicht unbedingt München ist, aber auch bei uns kann man im etwas kleineren Rahmen gut spazieren gehen und das Auf und Ab der Stadt erleben. Bekannte und unbekannte Menschen bevölkern die Straßen und mit manchen hält man vielleicht ein Schwätzchen. Zwischendurch bei einer Tasse Kaffee (oder einem anderen Getränk) einfach nur ein bisschen das Leben auf dem Schlossplatz zu betrachten, kann sehr wohltuend sein.

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Das Lebensjahr der Stadt mit all seinen Veränderungen ist ja auch Teil unseres Lebens: Häuser werden restauriert oder abgerissen und wiederaufgebaut. Auch die Blüte im Schlossgarten und die fallenden Blätter im Herbst erleben wir nur hautnah, wenn wir nicht immer angestrengt nach der nächsten Parklücke oder dem möglichen Blitzer suchen, sondern gelassen durch die Stadt gehen. Im Gegensatz zu größeren Städten ist aber auch unmittelbar zu spüren, wenn wir bei den Spaziergängen vertrauten Menschen nicht mehr „zufällig“ begegnen, weil sie von uns gegangen sind.

Freier Autor Gert Häusler schreibt gern Kolumnen über Alltägliches.

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1