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50 Jahre nach dem Attentat

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Eine Chance für den Frieden im Nahen Osten erhofft sich dieser Leser 50 Jahre nach dem Olympia-Attentat:

In zwei Wochen werden – hoffentlich – auch Israelis dabei sein, wenn in München der Opfer des Olympia-Attentats von 1972 gedacht wird. Denn noch immer streiten sich die Angehörigen der Opfer über eine Entschädigung mit denen, die das Verbrechen gerne verhindert hätten, aber überfordert waren. Erst drei Wochen später wurde die GSG 9 gegründet, mit dem Ziel „Schwerstkriminalität und Terrorismus“ zu verhindern. Zu spät, aber früh genug, um 1977 die Passagiere der „Landshut“ zu retten.

Man mag sich kaum vorstellen, was damals ohne die neue Polizeieinheit geschehen wäre. Dass diese und manche andere grausame Tat für Deutschland glimpflich ausgegangen ist, verdanken wir so den Opfern von 1972. Die Wunde jedoch, die im Nahen Osten weiterhin Menschenleben kostet, ist in kurzen Abständen immer wieder aufgebrochen: Das ungerechte Verhältnis zwischen zwei Völkern, die gezwungen sind zusammenzuleben.

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Glücklich darüber ist niemand, aber die extremen Dschihadisten nutzen den Missmut unter Palästinensern, um Konflikte anzufachen. Dass die sich nur widerwillig mitziehen lassen, zeigte letzte Woche das Ende des Konflikts. Innerhalb weniger Stunden stimmte ihre gemäßigte Mehrheit dem Vorschlag Ägyptens und der Hamas zu. Die einst üblichen zusätzlichen Angriffe wurden unterlassen und die offenen Grenzen sofort genutzt, um Arbeit und Handel zu beleben und im Gazastreifen die Menschenrechte wieder in Kraft zu setzen.

Für den rasch angenommenen Waffenstillstand lässt sich nur eine Erklärung finden: Es sind die 14 Monate inneren Friedens, die ihnen vorangegangen sind. Diese Zeit der Entspannung verdanken alle in hohem Maß dem Führer der palästinensischen Partei Ra’am, Mansour Abbas. Er war bereit, in eine Koalition unter dem Israeli Naftali Bennett einzutreten. Als erster Araber seit über 70 Jahren!

Dass die Dschihadisten erst nach dieser für eine israelische Regierung langen Zeit ihren Kampf wieder aufgenommen haben, war für ein Beweis der Friedensbereitschaft unter der arabischen Mehrheit. Diese Erfahrung kann sie ermutigen, den Dschihad nicht nur zu bekämpfen, sondern ihm durch Kooperation mit Hamas den Boden zu entziehen.

Wenn das gelingt und eine israelisch-palästinensische Regierung zum Normalfall wird, werden alle Nutzen ziehen. Die Araber werden Arbeit und Brot finden, der Nahe Osten Frieden und Israel ein weltweit höheres Ansehen. Die Wunden vernarben und 2023, beim 75. Jahrestag seiner Gründung, hat Israel die Gelegenheit zum Vorbild für die Überwindung als unlösbar geltender Konflikte aufzusteigen. Am 5. September aber sollten in München alle Trauernden der Opfer gemeinsam gedenken.

Helmut Mehrer, Brühl

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