Adel – das gibt es nicht mehr

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Zum Artikel „Adliger plant den Umsturz“ in der Ausgabe vom 8. Dezember wird uns geschrieben:

Mit der Weimarer Verfassung im Jahr 1919 wurde der Adel als eigener Stand mit Titeln und Privilegien aufgehoben. Was blieb: Mitglieder der (Adels-)Familien dürfen die alten Titel als Bestandteil ihres Namens sowie das „von“ behalten. Juristisch gesehen aber gibt es seither keinen deutschen Adelsstand mehr, also auch keine Grafen, Freiherren, Fürsten, Prinzen und so weiter.

Der im Artikel Genannte mag gerne für sich, aufgrund seiner Herkunft, entschieden haben, sich Heinrich XIII. Prinz Reuß zu nennen. Er ist aber kein Prinz, nicht Teil einer fürstlichen Familie und kein Adliger. Richtigerweise führt er deshalb den „Prinzen“ auch nur im Nachnamen. Er heißt also nur so.

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Warum also diese Überschrift? Die Durchsuchungen und Ermittlungen betreffen, in diesem Fall, einen selbst ernannten sogenannten Reichsbürger. Die Vorwürfe einem sogenannten „Adligen“ gegenüber wiegen nicht schwerer oder leichter, welchem Stand man ihn zuordnet oder welchem Stand er sich selbst zugeordnet sehen mag. Die Zeitung täte also gut daran, sich nicht einzureihen in die Regenbogenpresse, die immer wieder Darsteller für das auflagenfördernde „Krönchen-Geschäft“ sucht. Isolde Thoma-Flade, Schwetzingen