Advent bringt Licht in unsere dunkle Welt

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Zur Adventszeit wird uns geschrieben:

In der letzten Samstagszeitung war auf der Seite „Debatte“ ein Beitrag über den Sinn des Toten- oder Ewigkeitssonntags. Ja, ist es nicht so, dass gerade in dieser dunklen und kalten Zeit die Seele sich nach Licht und Wärme sehnt? Doch andererseits wird man mit Dunkelheit und der Vergänglichkeit konfrontiert?

Von Heike Springhart wurde dort ausgeführt, wie wichtig es ist, den Blick in dieser dunklen Zeit an die Verstorbenen zu denken und den Schmerz auch zuzulassen. Es wurde erwähnt, dass dies in Israel bewusst auch so gehandhabt wird: In der Gedenkstätte Yad Vashem werden in der „Halle der Kinder“ fortlaufend die Namen der 1,5 Millionen ermordeten Kinder verlesen. Was uns als Ehepaar bei unserem Besuch dort persönlich sehr beeindruckte: Diese Halle hat kein künstliches Licht – eine einzelne Kerze brennt, die dann so in unzähligen Spiegeln gespiegelt wird, dass man exakt 1,5 Millionen Kerzen sehen kann. Dies ist unglaublich eindrücklich. Auch ein Gang durch die Räumlichkeiten der großen Halle, die die ganze Vorgehensweise und Gräueltaten der Nazis an den sechs Millionen ermordeten Juden zeigt, ist erschütternd. Diese greifbare „Dunkelheit“ ist fast nicht zum Aushalten. Hier kann man nur flehen, dass Gott unserem Volk diese unendlich große Schuld vergibt.

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Möchten wir uns in der heutigen Zeit für dieses Volk einsetzen, das Gott erwählt hat: Dort ließ er vor 2000 Jahren den Erlöser in der Person Jesu Christi im damals urjüdischen Bethlehem zur Welt kommen. Doch, wie die Autorin des Artikels schrieb, sollen wir unsere Blicke nach vorne richten, nach oben! Bibelverse wurden zitiert, in denen die Zuversicht zum Ausdruck gebracht wird, dass es eine ewige Heimat gibt, dass Gott uns Zukunft und Hoffnung schenkt: Es gibt in diesen dunklen Tagen Lichtblicke. Die Verstorbenen sind in Gottes Hand. Auch uns noch lebenden „Christen“ erwartet eine hoffnungsvolle, herrliche Zukunft in der Gegenwart Gottes, wo es kein Leid und Schmerz mehr gibt. Die „Auferstehungshoffnung“ ist ein zentraler Punkt der biblischen Botschaft. Was mir bei den Ausführungen obig genannter Bischöfin fehlte, war, dass nicht automatisch jeder, der sich Christ nennt, in diesen Himmel kommt. Wenn man „Bäcker“ heißt, muss man kein Bäcker sein. Wenn man sich „Christ“ nennt, ist dies noch keine Garantie, dass man wirklich die Voraussetzung für den Himmel, das ewige Leben bei Gott, hat.

Liest man den Brief Gottes, die Bibel, genau, sind bestimmte Voraussetzungen notwendig, um in der Ewigkeit bei Gott zu sein. In der jetzt beginnenden Adventszeit werden unsere Blicke darauf gelenkt, dass sich kein Mensch den Himmel verdienen kann, auch nicht durch einen Taufschein oder christliche Beerdigung. Unsere Sünde trennt uns vom allein heiligen Gott. Die Folge unserer Sünde ist der Tod – und damit ein ewiges Verlorensein in der Gottesferne, sprich in der Hölle. (Doch dies darf man ja heute gar nicht mehr in den Mund nehmen. Das wird zu den Märchen gerechnet.)

Nur ein reines, sündloses Opfer kann unser verkehrtes Denken und Handeln vor Gott auslöschen. Dazu sandte Gott vor gut 2000 Jahren seinen eingeborenen Sohn, der als einzig sündloser Mensch als reines Opferlamm stellvertretend am Kreuz (Karfreitag) mit seinem Leben unsere Schuld auslöschen kann.

Das ist der Grund, warum wir Weihnachten feiern, weil uns dieser Gedenktag an die Menschwerdung Jesu erinnert, der allein die Tür zum Himmel öffnen kann. Jesus sagte: „Wer an mich glaubt, hat das ewige Leben. – Niemand kommt zum Vater als allein durch mich. – Wer glaubt und getauft wird, wird gerettet werden. Wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden. – Ich bin die Tür zum Himmel. Wer bei mir anklopft (betet), dem wird geöffnet werden.“

Möchte die Adventszeit die Dunkelheit unserer Welt und unsere Herzen erhellen, indem wir den suchen, der an Heiligabend zu uns auf die Erde kam. Nur er kann uns in den Himmel bringen. Möchten wir dann mit voller Überzeugung singen: „Christ, der Retter, ist da!“

Dora Weimer, Hockenheim