Alles für den Ring . . .

Lesedauer

Zum Leserbrief „Mehr Tempo 30 in Hockenheim“ in der Ausgabe vom 8. Oktober wird uns geschrieben:

Hallo Herr Kayser, ich kann gar nicht verstehen, wo Sie ein Problem haben. Schaut man sich den Hubäckerring an, dann erkennt man doch sofort ein wahres Meisterstück an städtebaulicher Planung und Arbeit. Es wurde zu 100 Prozent berücksichtigt, dass es sich hier um eine Hauptzufahrtsstraße zum Ring handelt.

Wunderbar geführte Radwege oder Begleitstreifen. Eine wohldosierte Anzahl von Verkehrszeichen und nicht zu vergessen die hervorragend ausgeführten Querungen für Fußgänger. Bei der Neugestaltung beziehungsweise Errichtung der Wartehäuschen für die Stadtbuslinie hat man sogar darauf verzichtet einen Zebrastreifen einzurichten und sich entschieden, die bestehende Lichtzeichenanlage für Fußgänger doch bestehen zu lassen. Auch dem Problem mit dem Parkraum in diesem Bereich ist man ja Herr geworden. Also wirklich.

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Entschuldigung. Es ist natürlich absolut richtig, dass Sie auf diesen Missstand mit der Geschwindigkeit hingewiesen haben. Als Hockenheimer und Mitglied der Agenda-Gruppe „Fahr Rad“ kenne ich die neuralgischen Punkte in Hockenheim. Auch bei der Neugestaltung der Oberen Hauptstraße und des neuen Ortseinganges Süd haben wir auf verschiedene Punkte aufmerksam gemacht. Aber eben ganz speziell auf eine fahrradfreundliche Stadt und Einrichtung von 30 Stundenkilometer-Zonen. Auch im Bereich des Hubäckerrings.

Klappschilder für Nordtangente

Aber es kommt noch besser – und auch hier entschuldige ich mich vorweg bei der Agenda Gruppe „Fair trade“, wenn ich hier jetzt diesen Bezug herstelle. Dies zielt nicht auf die tolle Arbeit ab, die dort geleistet wird: Auf der Nordtangente („Quarter mile 2“) hat man seit geraumer Zeit Klappschilder eingeführt. Diese werden bei Veranstaltungen auf dem Hockenheimring umgeklappt. Somit wird zunächst eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 70 auf 50 Stundenkilometer und kurz darauf von zuvor 50 auf 30 Stundenkilometer angeordnet. Diese Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer betrifft dann einen Straßenabschnitt von zirka 400 Metern. Also gerade mal die Strecke, bis man am DJK-Parkplatz vorbei ist. Danach geht es stadteinwärts wieder mit 50 Stundenkilometern weiter und stadtauswärts sogar mit Tempo 70 („Quarter mile 2“).

Das heißt, hier war es möglich für die Querung vom Parkplatz zum Motodrom, für die meist erwachsenen Renngäste, klappbare Schilder für die Geschwindigkeitsbeschränkung einzuführen. Ich stelle nicht den Sicherheitsaspekt in Frage. Aber für die Menschen vor Ort, speziell für Kinder und Jugendliche tut man sich unsagbar schwer, solche Geschwindigkeitsbeschränkungen überhaupt einzuführen. Eben an Kindergärten und Schulen. Im Ausland Standard.

Aber Hauptsache man ist „Fairtrade City in the Länd“. Fairtrade steht ja für eine faire Partnerschaft auf Augenhöhe im Handel von Waren, als auch einer fairen Behandlung der Partner selbst.

Warum bringt man diese faire Behandlung („fair treatment“) nicht auch gegenüber den Hockenheimer Bürgern und deren Einsatz zustande? Stichwort wäre hier mal wieder das Thema Bürgerbeteiligung. Was nützen denn ein gesamtstädtisches Entwicklungskonzept, eine Lärmaktionsplanung beziehungsweise ein Konzept und ein sogenanntes Mobilitätskonzept, für die man jeweils mehrere Zehntausend Euro ausgegeben hat, wenn man anscheinend nicht den Willen hat, diese Vorschläge mit dem entsprechenden Elan voranzutreiben und wenigstens zum Teil umzusetzen.

Wenn man es aber dann in Sachen, die den Ring betreffen, hinbekommt, genau diese Flexibilität und Agilität an den Tag zu legen, überrascht es. Das ist mehr oder weniger wie bei Hausmeister Krause: „Alles für den Dackel, alles für den Klub.“

In dieser Hinsicht hat sich eben in Hockenheim nichts geändert. Wann wird hier ein Umdenken stattfinden? Also: Danke an Horst Kayser für seinen Leserbrief.

Uwe Wacker, Hockenheim