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Bestattungswesen - In einer ironischen und einer ernsten Betrachtung beschäftigen sich zwei Leser mit unserer Berichterstattung Ameisenbär für den Ketscher Friedhof?

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Zum Leserbrief „Fleißiger Arbeiter auf dem Friedhof“ (SZ-Ausgabe vom 26. Juni) wird uns ironisch geschrieben: Unbestätigten Gerüchten zufolge, soll bei der am Montag stattfindenden Gemeinderatsitzung die Anschaffung eines Ameisenbären beschlossen werden. Laut Aussagen von Rathausmitarbeitern soll der Chef getobt haben. Zitat: „Ich habe die Schnauze voll, der Ameisenbär muss her.“

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Hintergrund ist der genannte Leserbrief von Klaus Tremmel über die Ameisenplage auf dem Ketscher Friedhof. Obwohl Bürgermeister Kappenstein sowie Bauamtsleiter Marc Schneider und Friedhofsverwalter Bruce Garbers sich vor Ort über die Plage sachkundig machen wollten, zeigten sich an diesem Tage die niedlichen Tierchen nicht.

Schlau wie sie einmal sind, haben die drei Herren den Termin der Ortsbesichtigung auf einen Regentag gelegt. Aber wie jeder weiß, sind Ameisen nicht gerade Freunde des Wassers und verschwinden bei Niederschlag von der Erdoberfläche. So konnten die drei Herren trotz eifrigen Suchens keinen der Plagegeister entdecken. Aber so ein Ausflug während der Bürozeiten ist ja auch nicht zu verachten und feuchtes Wetter soll auch gut für den Teint sein.

Auch dürfte sich sie Schwetzinger Zeitung gefreut haben, wieder eine halbe Seite für Ketsch, viel in Zeiten von Corona und im beginnenden Sommerloch. Doch zu früh gefreut. Dunkle Wolken ziehen über das Ketscher Rathaus. Ein Bürgerentscheid droht. Eine Gruppe von Friedhofsgießern will ein Bürgerbegehren starten „Wir haben die Faxen dicke“, so der Sprecher der Gräberpfleger. Auch einen Namen hat die Initiative schon: „Ameisenbär jetzt!“

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Dies treibt natürlich dem Ketscher Rathauschef die Sorgenfalten auf die Stirn, ein Bürgerentscheid in dieser Sache ist das Letzte, was er will. Noch zu tief sind die Wunden nach der gescheiterten Bebauung des Marktplatzes. Diese Schlappe hat der empfindsame Schultheiß bis heute nicht verwunden. Deshalb wundert es nicht, dass er dieses Mal seinen Gegnern zuvorkommen will.

Eine erste Anfrage beim Zoo Heidelberg brachte wie bisher bekannt, leider nicht den gewünschten Erfolg. Ameisenbären sind anscheinend nicht als Arbeitstiere zu vermitteln. Deshalb soll der Aufruf an alle Ketscher Bürger erfolgen, ob sie in ihrer Verwandt- oder Bekanntschaft jemanden im Verbreitungsgebiet der Bären, in Südamerika sitzen haben, um auf diesem Wege den tierischen Friedhofspfleger zu erhalten. Erfolgsprämie wird garantiert.

Man darf gespannt sein, ob und wie die Initiative der Gemeindeverwaltung vom Erfolg gekrönt wird.

Walter Rohr, Ketsch

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Zuviel der Ehre

Das ist zuviel der Ehre! Ich hätte nicht erwartet, dass mein Leserbrief „Fleißiger Arbeiter auf dem Friedhof“ vom 26. Juni es bewirkt, dass unser Bürgermeister höchst persönlich mit dem freien Mitarbeiter der Redaktion zum Gegenschlag im Artikel „Friedhof – ein einziger Ameisenhaufen“ (Ausgabe vom 12. Juli) ausholt. In meinem Leserbrief habe ich aber im Gegensatz zur Aussage von Bürgermeister Kappenstein niemals behauptet, die Ameisen seien fleißiger als die Friedhofsmitarbeiter!

Das wäre unverschämt und ich müsste mich bei Bruce Garbers entschuldigen. Entschuldigen müsste sich ein Bürgermeister, der seinem Ärger über einen Leserbrief in dieser Weise die Luft herauslässt und mich persönlich angreift, indem er behauptet, ich hätte in meinem Leben lang wohl noch nichts Richtiges geschafft. Das ist nicht nur falsch, es ist schlicht grob.

Meine Generation wurde schon im Kindesalter zur Mitarbeit im Haushalt und in den Betrieben vom Vater und Onkel angehalten! Im Übrigen habe ich 40 Jahre im Staatsdienst gearbeitet. Statt in dieser Weise draufzuhauen, wäre es wohl angemessener, dafür zu sorgen, dass der Bauhof die 3,5 Leute auf dem Friedhof ab und zu unterstützt.

Vom Zeitungsmitarbeiter hätte ich erwartet, dass er sich mit meinem Brief beschäftigt, bevor er seinen Artikel schreibt. Dabei wäre ihm sicherlich aufgefallen, dass ich die Friedhofsmitarbeiter nicht angegriffen habe, sondern die Gemeinde dazu auffordern wollte, mehr für den Friedhof zu tun, wie es in den Nachbargemeinden der Fall ist. Dass die SZ zu einem Vor-Ort-Termin wegen meines Leserbriefes gebeten wird, hätte ich nicht erwartet.

Klaus Tremmel, Ketsch

Anmerkung der Redaktion: Den Vor-Ort-Termin auf dem Friedhof hatte die Schwetzinger Zeitung angeregt, nicht der Bürgermeister.

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