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Beteiligung der Bürger ist hier Fehlanzeige

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Zur Einbeziehung von Anwohnern in Entscheidungen in der Gemeinde Neulußheim wird uns geschrieben:

Kurz vor der letzten Gemeinderatssitzung und eine Woche vor Beginn der Sommerferien, also am 21. Juli, wurde wenigen Bürgern in Neulußheim bekannt, dass im Ortskern auf dem Gelände der Gemeinde Neulußheim (die Fläche wird derzeit als Schulhof der Markusschule genutzt) ein weiteres Schulhaus gebaut werden soll.

Im Ortskern befindet sich eine zweizügige Grundschule unter privater Trägerschaft. Da von 153 Schülern nur 23 aus Neulußheim kommen, ist das Verkehrsaufkommen dementsprechend hoch und in Bring- und Abholzeiten herrscht Chaos in den umliegenden Straßen des gesamten Gebietes.

Nun möchte der Träger ein weiteres Schulhaus bauen – in ein bestehendes Ensemble hinein. Dazu soll ein Teil der gemeindeeigenen Fläche an den Träger in Erbpacht verpachtet werden. Ein Teil des Schulhofes, in dem die Kinder schon relativ wenig Platz zum Spielen während der Pausen haben. Soweit, so gut, könnte man denken, kennt man nicht die Vorgehensweise um diesen Bau. Erst knapp vor der Gemeinderatssitzung sickerte das geplante Vorhaben erstmals in die Öffentlichkeit. Warum wurde hier vorher nichts bekannt? Warum wurden weder Anwohner noch Neulußheimer Bürger unterrichtet oder einbezogen?

Im ursprünglichen Beschlussantrag sollte die Ausmessung und Vergabe eines Teils des öffentlichen Geländes in Erbpacht schon beschlossen werden. Es entspann sich, wie in der Schwetzinger Zeitung zu lesen, aber eine längere Diskussion im Gemeinderat mit dem Ergebnis, dass der Beschluss dahingehend geändert wurde, der Verwaltung den Auftrag zu erteilen, einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan vorzubereiten.

Viele Anwohner der neuen Ortsmitte fühlen sich über den Tisch gezogen, erhielten sie doch beim Kauf ihrer Wohnungen die Aussage von der Gemeindeverwaltung, dass sich eben neben den neu zu erwerbenden Wohnungen eine „Zwergenschule“ befinde und dass kein weiterer Bau in diesem denkmalgeschützten Schulhaus- Ensemble geplant sei, lediglich der Ausbau eines Dachgeschosses.

Auf den Artikel im Gemeindeblättchen möchte ich an die Freie Wählervereinigung Folgendes richten: Es ist müßig auf den Lärm- und Verkehrspegel von Ladengeschäften, die ursprünglich geplant waren, hinzuweisen, denn andere Bedingungen haben andere Entscheidungen zur Folge. Manch einer hätte eben dann nicht hier gekauft. Außerdem möchte ich den Damen und Herren der FWV vorschlagen, hier, direkt neben der Ortsmitte, ein Zimmer zu mieten. Nach einer direkten, wochenlangen Erfahrung zu Lärmpegel, Verkehrsdichte sowie der täglichen Nutzung des Geländes, der umliegenden Straßen und des Wohngebietes durch Schule, Kindergarten, Arztpraxis, Jugendtreff und vieles mehr könnte dann eine realistische Aussage getroffen werden. Und sicher würde nicht mehr die Behauptung in den Raum gestellt werden, wie angenehm die Nachbarschaft doch sei – und das obwohl die Gemeinderäte ja überhaupt nicht hier im Ortskern von Neulußheim wohnen.

Die derzeitige Situation in der Ortsmitte ist vor allem durch den Verkehr belastend, allerdings stößt sie auch in allen anderen Bereichen an ihre Grenzen.

Und eine Grundschule ist mit einer weiterführenden Schule nicht zu vergleichen. Natürlich gehen in eine weiterführende Schule Kinder aus einem größeren Einzugsgebiet als in eine Grundschule. Sie kommen aber auch selbstständig mit dem Fahrrad oder Bus zur Schule, was für Grundschulkinder aus anderen Orten in Neulußheim nicht möglich ist.

Es erheben sich zwei Fragen, die nicht beantwortet sind: Welchen Vorteil bietet eine Erweiterung der Schule für die Bürger von Neulußheim?

Warum sind manchen Bürgervertretern in diesem Ort die Bedürfnisse der Bürger so egal?

Birgit Weidner-Friedrich,

Neulußheim

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