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Zum Beitrag übers Kindeswohl in der Rechtssprechung wird geschrieben:

Lieber Herr Fischer, zunächst mal vielen Dank für den Artikel. Es ist leider nicht häufig, dass über das Thema Kindeswohl, Eltern, die nach der Trennung für ihre Kinder da sein wollen, und Familienrecht so überlegt und warm geschrieben wird. Ich bin selbst eine Mutter, die sich getrennt hat und seit fünf Jahren alles versucht, um das beste – verlässliche Kontakte zu beiden Eltern – für meine drei Söhne zu gewährleisten.

Leider braucht es nur einen, um sich zu streiten. Ich habe wie eine ihrer Leserinnen den Kontakt zu meinem ältesten Sohn verloren. Mein jüngster Sohn wurde zweimal nach dem Umgangstermin, nicht wie gerichtlich geregelt, zurückgebracht. Einmal fuhr mein Ex-Mann mit ihm, ohne mich zu informieren, ins Ausland. Da haben heftige Manipulationen eingesetzt und ich versuche bis heute, meinen Sohn zu stabilisieren. Der Vater will keinen Umgang, will das Kind aber vollständig bei sich haben. Dass der Junge den Papa vermisst, scheint niemanden zu interessieren – regelmäßige Kontakte gibt es seit den Sommerferien nicht. Ich versuche, ab und zu eigeninitiativ ein Treffen zu vereinbaren.

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Die massive Manipulation des Achtjährigen fand bei drei Umgangsterminen vor den Sommerferien statt. Ich zitiere, was er danach zu mir gesagt hat. So kann sich jeder ein eigenes Bild davon machen, wie Entfremdung verlaufen kann: „Ich fühle mich bei Papa wohler und will bei ihm für immer bleiben. Ich darf es entscheiden, Papa hat es gesagt.“ Oder vom mir entfremdeten Bruder hörte er: „Sam hat gesagt, dass du ihm das Leben zur Hölle gemacht hast.“ Und: „Ich kenne deine Waffe. Deine Waffe ist Weinen, du weinst immer.“ „Du gehst immer zur Polizei und du hast erzählt, dass mich Papa entführt hat, aber ich wollte es.“ „Wenn Papa und Sam gewinnen und du verlierst, dann bleibe ich bei Papa.“

Über die Situation in der Clearingstelle, da musste ich meinen Sohn nach der Entführung abholen, weil die Polizei meinen Ex-Mann trotz Anzeige nach Paragraf 235 StGB nicht angehalten und nicht angewiesen hat, das Kind nach Hause zu bringen: „Papa sagte, dass du früher wolltest, dass Sam schlecht in der Schule ist, damit du helfen kannst.“ „Bei Papa ist es besser als bei dir.“ „Weil ich bei ihm mit Unbekannten sprechen darf und bei dir nicht.“ „Du weinst wie ein Baby.“ „Papa hat gesagt, dass ich dich immer sehen darf, wenn ich bei ihm wohne. Du kannst mich zu Karate und anderen Terminen bringen und Papa holt mich ab.“ „Papa ist ein sehr guter Mensch.“

Deshalb: Vielen Dank, dass Sie über Entfremdung schreiben!

Karolina Aqabat, Hannover