Gedenktag - Beeindruckt von Fotografien der Überlebenden Dankeschön an Luigi Toscano

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Am 27. Januar 2021 jährte sich zum 76. Mal der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers in Auschwitz. Dankenswerterweise hat sich auch die Schwetzinger Zeitung ausführlich mit diesem Ereignis befasst. Die Artikel: „Gegen das Vergessen“ und die „Die ewige Angst“ (SZ-Ausgabe vom 27. Januar) habe ich intensiv verfolgt.

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Besonders beeindruckt haben mich die Biografie und die Arbeit des Mannheimer Fotografen und Aktivisten Luigi Toscano. Den aufrechten und unermüdlichen Kämpfer und Verfechter gegen das Vergessen.

Mit seiner viel beachteten Fotoausstellung von den letzten überlebenden, ehemaligen KZ-Häftlingen und -Insassen reist er um die Welt. Er möchte auf die verheerenden, unmenschlichen und menschenverachtenden Folgen von Antisemitismus, Rassenwahn, Hass, Lüge, Unterdrückung, Ausgrenzung, mit all ihren ekligen und verstörten Begleiterscheinungen, aufmerksam machen.

Dazu sensibilisieren, dass Verbrechen gegen die Menschlichkeit nie wieder passieren. Denn gerade in einer Zeit, indem der totgeglaubte Nazi-Irrsinn wieder in seiner hässlichsten und abscheulichsten Form erwacht ist, sind solche Ausstellungen von unsagbarem Wert.

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Wie zu lesen ist, stößt Toscano mit seinen Ausstellungen nicht bei jedem auf Gegenliebe. So haben ewig Gestrige und Neonazis einige seiner Bilder mit Hakenkreuzen beschmiert oder zerstört. Was für eine Schande. Dieser feige Akt hat ihn aber nicht entmutigt weiterzumachen. Dafür gilt mein größter Respekt und Anerkennung. Chapeau, Luigi Toscano.

Wie warnte Bertold Brecht in seinem Theaterstück: „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ vor faschistischen Nachfolgern: „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.“ Dieser Satz ist aktueller, denn je. Er sollte jedem normal und klardenkenden Bürger und Demokraten Warnung sein und im Gedächtnis bleiben.

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Unterstützen wir gemeinsam das Bestreben und den Kampf von Luigi Toscano. Stehen wir daher mit ihm auf, gegen rechte Umtriebe. Treten wir gemeinsam mit ihm ein gegen einen falsch verstandenen Patriotismus, der aus Lüge, Antisemitismus, Nationalismus, Hass, Intoleranz, Ausgrenzung, Rassenwahn, Unterdrückung und, und, und besteht. Kehren wir zurück zur Solidarität und Menschlichkeit. Bekennen wir uns zu einer freien, demokratischen und liberalen Welt.

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Jeder Demokrat hat die Wahl. Bei der nächsten Wahl!

Thomas Proft, Schwetzingen