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Das 9-Euro-Ticket – da ist das Chaos bei der Bahn gewiss

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Ich muss mal einige Dinge loswerden, daher mein Leserbrief: Ich bin auf einer Fahrradtour am Bodensee gewesen und habe zur Anreise die „Öffis“ – also die Deutsche Bahn genutzt! Was da so alles zu erleben war, habe ich hier mal aufnotiert: Dass aufgrund von Wartungsarbeiten an den Zügen der Ein-Stunden- auf einen Zwei-Stunden-Takt ge-streckt wurde, war von vornherein angekündigt und klar!

Dass ich aus einem etwas unklaren Ersatzfahrplan dann die falschen Zeiten herausgelesen hatte und damit eine Stunde und 30 Minuten länger warten durfte – geschenkt!

Auf der Rückfahrt kamen dann fast logischerweise auch noch erhebliche Verspätungen auf – ratet mal die Gründe! Trommelwirbel: „Verspätung aufgrund des hohen Fahrgastaufkommens!“

Da frage ich mich: Wie soll das erst von Juni bis August werden? Ich sehe schon die Schlagzeilen in der Boulevardpresse: „Deutschlandweite Chaostage!“ Eine mitreisende Fahrgästin meinte noch, im Sommer bei hohen Temperaturen und unterdimensionierten Klimaanlagen würden Verspätungen gehäuft durch „aus den Pantinen kippenden“ Fahrgäste verursacht! Ich nehme an, dass demnächst mit Blaulicht zu Bahnhöfen rasende Notfallambulanzen die Einfahrt von übervollen Regionalzügen ankündigen!

Die letzte S-Bahn nach Hause hatte auch wieder zehn Minuten Verspätung. Aus der genuschelten Durchsage des Zugbegleitpersonals konnte man nur etwas von „mobilitätseingeschränkt“ verstehen. Mir war nicht klar, ob sich das auf einen zusteigenden Fahrgast oder auf die S-Bahn an sich bezog! Schlussfolgerungen – Empfehlungen zur Verbesserung: Ich werde die nächsten drei Monate definitiv mit dem Auto statt mit den „Öffis“ fahren! Nix gegen menschliche Nähe, aber mein Hang zur Sauna-atmosphäre ohne Abkühlbecken ist doch sehr eingeschränkt!

Man sollte zum 9-Euro-Ticket noch ein Haschtütchen als Zugabe spendieren, was zwar weiter die Kosten treibt, aber das Verletzungsrisiko mindert, wenn die Fahrgäste zugekifft, aber doch tiefenentspannt aus den Pantinen kippen! Mitreisende, die den Marihuanafeinstaub nicht einatmen wollen, sei dann eine Atemschutzmaske von Dräger empfohlen! Derzeit noch für 69,90 Euro statt 138 Euro im Angebot – ein echtes Schnäppchen!

Ebbes Generelles – falls mal der Strom knapp werden sollte: Wie wäre es, an jedem Sitzplatz in den „Öffis“ einen Hometrainer zu installieren – gekoppelt an einen Dynamo? Ich stelle mir die Zugdurchsagen dann so vor: „Liebe Fahrgäste, erhöhen sie bitte die Schlagzahl um zehn Pedalumdrehungen pro Minute, der Zugführer möchte auf 120 Kilometer pro Stunde beschleunigen!“ Danach dann eine akustische Stimulation – monotones Trommel schlagen – ähnlich dem Rhythmus römischer Galeeren (siehe „Asterix & Obelix“).

Damit lassen sich „drei Fliegen mit einer Klappe schlagen“: kostenloses Konditionstraining während der Reise; gesteigerte alternative Energieerzeugung; Kosteneinsparungen bei der Deutschen Bahn!

Fürchte aber, das dieser Vorschlag an den dafür nicht dimensionierten Klimaanlagen scheitert!

Georg Ramsch, Oftersheim

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