Das ist Unrecht statt Recht

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Zum Artikel „Haftentlassung im Fall Zoe beschäftigt Landtag“ vom 12. Oktober wird uns geschrieben:

Ein 19-jähriger Ludwigshafener, der im August wegen Mordes und Vergewaltigung einer 17-Jährigen aus Frankenthal zu zehn Jahren Jugendstrafe verurteilt worden war, ist wieder auf freiem Fuß. Das Oberlandesgericht Zweibrücken hob den Haftbefehl in Folge einer Haftbeschwerde wegen nicht ausreichender Termindichte bei der Hauptverhandlung auf und ordnete die Freilassung an.

Ein Mörder und Vergewaltiger wird in Deutschland nicht bestraft, sondern kommt frei. Wie fühlen sich da die Eltern, die ihr Kind verloren haben? Welche Gefahr geht weiterhin von diesem Mann aus? Muss erst eine weitere Frau sterben, bevor dieser Kriminelle hinter Schloss und Riegel kommt?

Ein zweiter Fall liegt ähnlich: Ein auf 16 Jahre geschätzter unbegleiteter afghanischer Asylbewerber, der ohne Papiere eingereist war, vergewaltigt ein elfjähriges Kind. Das Amtsgericht Waren verurteilt den jungen Mann zu einem Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung wegen Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs, das heißt, er kommt sofort auf freien Fuß. Der Fall ist rechtskräftig abgeschlossen.

Handelt es sich bei diesen beiden Fällen wirklich um Rechtssprechung? Der Fall des afghanischen Asylbewerbers sendet doch ein furchtbares Signal für Zugewanderte – in erster Linie junge Männer – aus Ländern, in denen Mädchen beziehungsweise Frauen nur einen untergeordneten Stellenwert haben: „Ihr könnt kommen, bekommt Geld fürs Nichtstun und könnt vergewaltigen, euch geschieht nichts.“

Wie können wir – die Bürger dieses Landes – Vertrauen in einen solchen „Rechtsstaat“ haben?

Gaby Gehring, Schwetzingen