Zeugen Jehovas - Zitate zeigen das Schicksal der Angehörigen dieser Glaubensgemeinschaft Den Nazis die Gefolgschaft verweigert

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Zur Erinnerung an den Widerstand der Zeugen Jehovas während des Nationalsozialismus und zum Nachdenken habe ich hier einige Zitate namhafter Persönlichkeiten verschiedener Konfessionen und Organisationen zusammengestellt:

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Am 7. Dezember 1945 sagte der evangelische Theologe Martin Niemöller – das Zitat wurde vom evangelischen Kirchenrat festgehalten und als Dokument 1945 unterschrieben und archiviert: „Unsere Kirche hat in der Vergangenheit immer Kriege gutgeheißen und die Waffen gesegnet. Auch an den Toten des Zweiten Weltkrieges und den tausenden Toten in den Konzentrationslagern tragen wir große Schuld. Zwar hat es in unseren Reihen einige wenige tapfere Kämpfer gegeben, die unerschrocken für ihre Ideen eingetreten sind, jedoch traf ich in den Konzentrationslagern andere Kämpfer, die geschlossen Widerstand leisteten, nämlich die Bibelforscher oder Zeugen Jehovas, die um ihres Glaubens Willen zu Tausenden den Tod in den Konzentrationslagern erlitten haben. Der Friede, den wir erstreben, die Arbeit, die uns bevorsteht, wird nicht durch eine einflussreiche Kirche möglich gemacht werden, sondern einzig und allein dadurch, dass wir zu Bescheidenheit und Nächstenliebe – den Grundlagen des Christentums – zurückkehren!“

In der am 12. November 1996 vom Fernsehsender 3 SAT ausgestrahlten Sendung „Zur Sache“ sagte Professor Dr. Andreas Laun, römisch-katholischer Weihbischof von Salzburg, Folgendes: „Ich kenne viele, die in einem großen religiösen Ernst versuchen, nach dem Evangelium zu leben und das möchte ich einmal vollen Herzens anerkennen. Papst Johannes Paul II. spricht in seiner ökumenischen Enzyklika davon, dass es Märtyrer im nicht katholischen Raum gibt, Heilige in der vollen Hingabe. Ich denke da zum Beispiel an das Zeugnis der Zeugen Jehovas, die sich Hitler mit dem Opfer ihres Lebens verweigert haben. Da bin ich tief ergriffen und sage: Wunderbar!“

In seiner Dokumentation „Zwischen Widerstand und Martyrium – die Zeugen Jehovas im Dritten Reich“ sagt der damalige Direktor der KZ-Gedenkstätte Neuengamme in Hamburg, Dr. Detlef Garbe: „Aus unbedingter Treue zu ihrer Glaubensüberzeugung verweigerten die Zeugen Jehovas dem nationalsozialistischen Regime ihre Gefolgschaft. Sie huldigten weder dem Führer, noch ließen sie sich in bestehende NS-Formationen eingliedern. Der Einberufung zur Wehrmacht leisteten sie in der Regel keine Folge und dem Verbot ihrer Glaubensgemeinschaft beugten sie sich nicht. Und dies alles, obwohl ihre Verweigerungshaltung für Tausende KZ-Haft und für Hunderte das Todesurteil bedeutete. Diese Haltung verdient zu Recht höchsten Respekt und öffentliche Würdigung. Wie immer man die Motive und das Verhalten der Zeugen Jehovas im Einzelnen bewertet, unzweifelhaft ist, dass sie im Unterschied zur großen Mehrheit der deutschen Bevölkerung die nationalsozialistische Herrschaft zu keinem Zeitpunkt mitgetragen haben!“

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Kurt Triller, Eppelheim