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Ketscher Gemeinderat - Fragen wird man doch noch stellen dürfen / Auch wenn der Bürgermeister sich darüber ärgert / Nach zwei Jahren noch immer keine Abrechnung Der Ameisenbär, der goldene Eier legt

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Ich habe sie mal wieder getroffen, die liebe Ketscher Frau, die mir ihre Meinung zu aktuellen Themen der Ketscher Politik verrät. Besonders aufregend fand sie den Leserbrief, der gerade erst in der Zeitung veröffentlicht wurde, und den Vorschlag doch die Ameisen auf dem Friedhof durch einen Ameisenbären biologisch erledigen zu lassen.

Dazu hatte sie folgende Meinung: Hast du gehört, dass sich der Schultes in der letzten Gemeinderatsitzung so über den Leserbrief aufgeregt hat. Er soll gesagt haben, dass der Leserbrief arrogant und beleidigend gewesen wäre! Ich habe die Ironie verstanden, der Walter ist halt so und er hat ja auch mit vielem recht. Ein anderer Sitzungsbesucher ist der Meinung, Walter Rohr habe noch stark untertrieben. Dass unser Schultes immer wieder behauptet, dass Corona an der momentanen finanziellen Lage der Gemeinde schuld sei, das glaube ihm doch keiner. Wenn jemand so keinen Widerspruch, keine Diskussion und keine andere Meinung duldet, braucht er sich nicht zu wundern, wenn er dann, wenn etwas schief läuft, auch die Verantwortung bekommt.

Ja, auch für mich ist er, die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung und die „Claqueure“ mitverantwortlich für die Probleme, die die Gemeinde jetzt hat. Ja, auch ich glaube, dass er nicht mehr antritt, weil er sich das Schicksal seines Bruders ersparen möchte. Ja, ich denke, dass ich mit dieser Einschätzung nicht alleine stehe! Und zu „neuer Kopf alter Zopf“: Der Spitzenkandidat der CDU für das Bürgermeisteramt sagt ja selbst, dass alles so wie es ist, gut ist, und es mit ihm keine Veränderungen geben wird.

Weiter so? Will ich das? Genau diese Frage hat Walter Rohr gestellt? Aber mit Fragen hat unser Schultes so seine Probleme. Ein regelmäßiger Besucher der Gemeinderatsitzung hat mir das so erzählt: Da hat sich doch der Grüne erlaubt zu fragen, was denn der Marktplatz und die Schwetzinger Straße am Ende tatsächlich gekostet haben und ob es mehr als zehn Millionen waren? Ein Gemeinderat sollte so etwas doch fragen dürfen.

Der Schultes soll auf diese Frage äußerst verärgert reagiert haben. Der Zuhörer hat gesagt, er hätte den Grünen ständig unterbrochen und ihm herabwürdigend geantwortet, dass die Abrechnung nach mehr als zwei Jahren noch nicht vorliege und er deshalb auf seine Frage keine Antwort erhalte.

Im „Amtsblatt“ stand: Der Grüne hätte die immense Investitionstätigkeit der Gemeinde angesprochen. Glaubt er wirklich, die Ketscher merken nicht, was los ist. Wenn man kein Geld mehr hat, wie wäre es dann mit einsparen? Ja, man müsste bereit sein, einige Dinge, die man sich in den guten Jahren geleistet hat, zu streichen. Vielleicht findet sich ja tatsächlich so ein Ameisenbär für den Ketscher Friedhof und alle Probleme wären gelöst, wenn der dann noch goldene Eier legen würde.

Mir hat der Leserbrief von Walter Rohr gefallen und ich denke, ich habe die Fragen verstanden. Die Reaktion unseres Schultes lässt darauf schließen, dass es auf die Fragen keine Antwort hat.

Ich hoffe, wir finden einen Anwärter für das Amt des Bürgermeisters, der bereit ist, Entscheidungen zu treffen, Verantwortung zu übernehmen und nicht, weil jemand eine Frage stellt, beleidigt ist!

Meine Einschätzung: Bürgermeister zu werden ist nicht schwer, Bürgermeister zu sein, dagegen sehr.

Wilfried Windisch, Ketsch

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