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Politik - Uns fehlt oft die Exzellenz – und aufgeweckte Politiker Deutschland „erstickt“ im Mittelmaß

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Mehr als zehn Jahre ist es her, dass Guido Westerwelle anstrengungslosen Wohlstand und Anzeichen einer „spätrömischen Dekadenz“ bei uns feststellte. An diesem Satz hat sich Joschka Fischer leidenschaftlich an Westerwelle abgearbeitet.

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Jetzt hat sich Deutschland in praktisch allen Bereichen im Mittelmaß eingerichtet, gemütlich und genügsam. Die deutsche Wirtschaftskraft war von jeher weltweit gefürchtet wie bewundert. Die Wachstumszahlen liegen unter dem europäischen Durchschnitt, international sogar noch kümmerlicher!

Die Substanz, die Straßen, die öffentlichen Gebäude, die Brücken: Das alles hat seine Klasse gegenüber den Nachbarstaaten verloren, es sieht heruntergekommen aus in Deutschland. Man sollte Verständnis für eine Formkrise haben und auch für eine Zeit der Lustlosigkeit. Aber gerade darin muss wieder Kraft für die nächste Höchstleistung geschöpft werden. Der Zustand hier bei uns ist eine Anspruchsarmut und selbstgefällige Zufriedenheit, die das ganze Land erfasst hat.

Es ist auffällig, dass die beiden Corona-Helden, zwei deutsche Wissenschaftler sind, die ihre Wurzeln woanders haben. Und deshalb einen Antrieb haben, es der ganzen Welt zu zeigen, was Exzellenz bedeutet! Dieses Exzellenz- und Elitedenken wird bei uns seit Ende der 1960er Jahre eher als störend, denn als vorbildlich empfunden – und es wird bekämpft vom Kartell des Mittelmaßes.

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Teile der deutschen Gesellschaft haben sich vorgenommen, Weltmeister des Nebensächlichen zu werden. Sich tiefer als der Rest der Welt darüber Gedanken zu machen, ob in der Aussprache mehr Geschlechtergerechtigkeit hergestellt wird oder die Namen der Straßenschilder zu entfernen sind. Wenn Nebensächlichkeiten zur Hauptsache werden, ist das ein Zeichen für aufkommende Dekadenz in einer Gesellschaft. Es geht ihr (noch) zu gut – ein fataler Irrtum.

Die Gewöhnung ans Mittelmäßige geht einher mit der Amtszeit Angela Merkels. Sie wurde immer gerühmt, dass sie die Krisen gemeistert habe. Aber die Regierungskunst beginnt jenseits der Krise! Die Krise kann und darf keine Ausrede sein für den mangelnden Gestaltungswillen. Helmut Kohl hat Europa eine Währung gegeben, Gerhard Schröder ein modernes Sozialsystem, das wirtschaftliche Kräfte freisetzte. Und Merkel? Hat Krisen gehandhabt und ansonsten immer lange zugewartet und die dringenden Dinge liegen lassen: das Rentensystem, die Pflege, das Steuersystem, die Digitalisierung. Sie sagte in ihrer Regierungserklärung nur: „Hinterher ist man immer schlauer“, aber das ist doch schon seit ewigen Zeiten so.

Das klingt alles nach untätiger Schicksalsergebenheit. Diese Kanzlerschaft und ihre Minister ohne Drang zur Gestaltung haben 16 Jahre überlebt. Wie das sein kann? Kein Anspruch auf Exzellenz – keine Übernahme von Verantwortung. Der Rücktritt für schlechtes Regierungshandeln ist ausgestorben, in jeder Hinsicht.

Über 30 Jahre ist es her, dass Helmut Schmidt auf Chinas Ambition als kommende Weltmacht hingewiesen hat und es ist so gekommen! Der Westen macht es sich im Wohlstand bequem und wendet sich lieber Nebensächlichkeiten zu.

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Uns bleibt nur die Hoffnung auf eine neue Koalition in Berlin und ein Umdenken der Europäer in jeglicher Hinsicht – und besonders unsere Werte mit Nachdruck zu vertreten!

Siegfried Braun, Speyer

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