Ortsentwicklung - Beobachtungen, Gedanken, Anregungen und Ideen für ein zukünftiges wohnenswertes Oftersheim / Dringende Bitte Die Dinge jetzt mutig anpacken

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Ich wohne nun seit über 58 Jahren hier in Oftersheim, vom Kindergarten über die Grundschule, Hauptschule, Berufsausbildung und mit etlichen früheren ehrenamtlichen Tätigkeiten und meinem „Ohr und auch Augen“ an unseren Mitbürgern und Freunden meiner Heimatgemeinde. Richtig – Oftersheim hat sich über die letzten 50 Jahre sehr verändert und es ist vieles neu und auch gut geworden. Aber, da bin ich mir sicher, es muss noch mehr gehen in Zukunft für unsere Zukunft!

Oftersheim ist vom vorindustriellen Bauerndorf um 1880/1900 mit seinen Fuhrwerken, Handwagen und Scheesen nach und nach gewachsen. Vom großen badischen Dorf mit seinen Landwirten und Nebenerwerbsbetrieben, zu einer überwiegenden Wohngemeinde für Menschen, die in Industrie und Dienstleistung arbeiten – überwiegend mit Mittelklasseautos oder SUV. Damit will ich sagen, dass viele im „alten Ortskern“ und mittlerweile auch drumherum die Probleme der AVR bei der wöchentlichen Leerung, der Feuerwehr bei der jährlichen Straßenbefahrung und der Zweit- und Drittwagenbesitzer kennen! Aus eigenem tagtäglichen Erleben oder aus Artikeln der Tageszeitung.

Parken – wohin mit den Autos, wenn die Hofeinfahrten, die überbaut sind und ursprünglich für Handwagen oder Pferdefuhrwerk konzipiert waren, die aktuellen Autos oder SUV nicht mehr beherbergen können?

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Eben am Straßenrand – da ist in der Regel keiner zufrieden – aber was soll man denn da tun? Da hat auch bei Neubauten und Sanierungen beziehungsweise Renovierungen in der Vergangenheit niemand „nachgemessen“, ob denn der Stellplatz im Hof oder im Garten oder der Einfahrt überhaupt angefahren werden kann.

Klar, es gibt auch Städte und Gemeinden, die sich um den deutlichen Ausbau des Nahverkehrsangebotes (zum Teil kostenlos) kümmern – ein wichtiger Baustein eines besseren Straßenbildes und Verkehrsflusses im Ort. Natürlich freut es mich, wenn neulich in einem Artikel der SZ (im Zusammenhang mit dem Neubau der Rettungszentrale) Bürgermeister Geiß die Probleme und Gegebenheiten aufzählt und wohl erkannt hat. Aber wo sind nachhaltige Lösungen hierfür?

Dies alles ist schon immer wieder vorgetragen worden und bekannt – nur was tun Verantwortliche im Gemeinderat und der Verwaltung? Sie sagen: „Das ist nicht zu ändern oder zu bezahlen!“, „Wie soll das gehen – ohne Geld?“. Immer sind leere Kassen das „Totschlagargument“. Klar, dann streicht man erst wieder mal die Segel und denkt na ja – ist halt so.

Aber ich frage mich, warum geht denn in anderen Gemeinden so einiges wie zum Beispiel in Eppelheim, Ketsch oder Hockenheim? Auch hier in Oftersheim hat ja der Gemeinderat in der Vergangenheit (lang, lang ist’s her) begonnen, in Straßen den Verkehr zu beruhigen und zum Beispiel auch Gebäude und Grundstücke für öffentliche Parkplätze aufgekauft. Auch wenn diese wegen angrenzenden baufälligen Gebäuden zum Teil schon über Monate nicht mehr vollumfänglich genutzt werden können wie in der Heidelberger Straße. Schade, dass nichts mehr vorwärtsgeht und endlich über Jahre hinaus zu denken – wenn nicht jetzt, was bewegt werden kann – wann denn dann? Zum Beispiel mit Krediten, die derzeit noch unter ein Prozent Zinsen liegen und Laufzeiten über Generationen von 25 beziehungsweise 30 Jahren. Ich habe in den vergangenen Jahren immer wieder viele Verantwortliche in der Gemeinde angesprochen – immer das Gleiche: Abwehrhaltung und stereotypes wiederholen: „kein Geld – zu viele Schulden“. Warum sammelt oder entwickelt denn niemand neue Ideen?

Warum nicht mutig die Zukunft unserer Kinder und Enkel anpacken? Warum nur diese Verzagtheit?

Ich hätte da einige Ideen, zum Thema Geld – als gute Finanzquellen für die Infrastruktur:

Blitzer: Da gibt es ein mobiles Verkehrsüberwachungssystem (Blitzer) und wenn ich die Artikel in der Zeitung richtig verstanden habe, werden die nicht eingesetzt, weil die „wohl nicht rechtssicher“ funktionieren. Wie bitte? Muss man das verstehen? Wer hat die denn geliefert – Rückgabe und Umtausch, Regressforderungen? So ein Blitzgerät fördert doch die Sicherheit im Ort und obendrein stärkt es die Einnahmen. Das kann doch eigentlich nur ein „Schildbürgerstreich“ sein, oder?

Wohnungsgenossenschaft: Eine gemeinnützige Genossenschaft der Bürgergemeinde und seiner Einwohner wäre toll. In die könnten zum Beispiel gemeindeeigene Häuser und Grundstücke überführt werden und mit weiteren Kreditmöglichkeiten versehen werden – in die Zukunft investieren. Durch Ankauf von Häusern, deren Abriss, Wohnungs- und Gestaltungsraum schafft man dann Ruheflächen und Treffpunkte für Senioren und Rollatorfahrer, aber auch Pkw- und Fahrradstellplätze, Grün für ein auch in Zukunft erträgliches Kleinklima im Ort – und Vermietung von neu entwickelten innerörtlichen Parkflächen an Genossenschaftsmitglieder (Tiefgaragen oder mehrgeschossige Parkflächen). Man sollte so einfach eine gute gemeinnützige Ortsentwicklung organisieren und ganz nebenbei vielleicht sogar Vermögen der Mitglieder schaffen und fördern. (Solarparks, Windräder, Blockheizkraftwerke – alles was wir für eine gute, erfolgreiche Zukunft dringend brauchen). Ideen gibt es sicher noch mehr – es muss nur einmal nach vorne über den bisherigen Tellerrand gedacht werden! Dann wird etliches bewegt werden können. Getreu dem Motto: Wer etwas verändern oder bewegen will, findet Wege! Wer nicht, findet Gründe, warum es nicht geht!

Die Hoffnung schwindet zuletzt –Entwicklung und Zukunft ist möglich! Machen ist wie träumen – nur krasser! Daher die Bitte an alle politisch verantwortlich Handelnden, bringen Sie endlich umfassende Lösungen auf den Weg und zwar jetzt! Und nicht zuletzt an jeden einzelnen Bürger – sprechen Sie Ihre gewählten Vertreter und Vertreterinnen an, beteiligen Sie sich in Ihrer Wohngemeinde.

Ein Oftersheimer mit Hoffnung.

Klaus Meyer, Oftersheim