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Die verrückte Welt

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Eine kurze Geschichte von fast allem – und zu den Problemen unserer Zeit hat uns dieser Leser übermittelt:

Dieser Sommer ist dominiert von Hitzewelle, Dürre in Europa und anderswo. Wenn es regnet, dann gleich katastrophal. Vor einem Jahr gab es Milliarden-Euro-Schäden, die mit großer Hilfsbereitschaft und noch größerer Bürokratie beantwortet wurden. Dass in manchen Fällen bis heute noch keine Gelder fließen und Papierkram erledigt werden muss, ist ja leider typisch bei uns. Es lebe die Bürokratie!

Vor ein paar Jahren gab es keine Medien, die nicht über den Feinstaub berichteten – auch zu recht. Fahrverbote wurden verfügt, Gerichte haben sich damit beschäftigt. Nun hört man nichts mehr. Ok, vorbei – gibt’s das jetzt nicht mehr?

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Dann was Neues: Covid erobert die Welt. 2020 und 2021 erlebten wir den Stillstand, 2022 nur teilweise! Horrorszenarien aus alles Welt. Unser Gesundheitssystem, unsere Altenpflegeheime und die Betreuung erreichten apokalyptische Werte. Die Wirtschaft brach ein. Ausgehverbot, Besuchsverbot, Maskenpflicht und kein Urlaub! Nur die Autobahnen waren endlich befahrbar!

Derzeit herrscht da Entspannung, aber es braut sich wieder was zusammen, nur diesmal ohne die Panikstimmung. Alle haben genug! Nur Markus Lanz noch nicht.

Der 24. Februar 2022 – es gibt (wieder) Krieg in Europa! der Balkan war nicht genug, jetzt müssen die Russen auch noch – und das nach Budapest, Prag, Afghanistan, Tschetschenien, Georgien und Syrien – auch noch in der Ukraine zeigen was sie können: Zerstören! Das Zarenreich wieder herstellen! Die ruhmreiche Rote Arme ist desolat, unmotiviert, unfähig, verbrecherisch – aber zerstörerisch wie schon immer!

Sahra Wagenknecht, Gerhard Schröder und Co. sollen doch nach Moskau ziehen und vom neuen Wohnort Kreml auch täglich das Lenin-Mausoleum besuchen. Es ist einfach schrecklich. Man muss doch helfen mit allen Mitteln, dass die Russen nicht weitergehen können!

Und wir? Totale Abhängigkeit im Energiesektor mit Gas, Öl und Kohle von Russland. Und das schon seit sehr langer Zeit. Wo sind die Spezialisten, Analytiker und Eierköpfe, die schon immer alles besser wussten? Keiner meldet sich: Sorry, wir haben es vergeigt! Kein Politiker hat den Mumm zu sagen: „Ich lag verkehrt.“ Aber das Einklagen von Büro und Dienstwagen und von Privilegien, die wir bezahlen müssen, das geht. Moral und Anstans sind hier Fehlanzeige.

Ausstieg oder Einstieg – der Süden will es anders als der Norden. Strom im Norden wäre da, er kommt aber nicht im Süden an, wo er gebaucht würde. Das Gas ist knapp. Der Winter naht. Sprit und Heizung werden teurer und wir diskutieren, ob Ja oder Nein! Ich sage: Verlängerung der Atomkraftwerke bis Ende 2024, aber dann muss die Regierung endlich Alternativen liefern!

Und bitte nicht nur Panik machen, sondern erklären, wie man am besten Energie spart. Dieser Hickhack ist Luxus und kostet Zeit, was wir aber gar nicht haben.! Fachkräftemangel, Lehrermangel, Azubis fehlen auch und das Gastgewerbe leidet, Aushilfskräfte sind weg, Bahn und Flughäfen sind chaotisch organisiert. Es wird gestreikt – was das gute Recht der Arbeitnehmer ist, es werden hohe Tarifabschlüsse gemacht – was in Ordnung ist. Unserer Wirtschaft geht es trotz allem noch gut. Die Auftragsbücher sind voll und nur, weil wir nicht mehr die großen Wachstumszahlen haben, muss man nicht gleich jammern.

Unser Staat hat noch nie so viel Steuereinnahmen eingesammelt wie zurzeit. Vorsicht ist ok, aber nicht gleich ins Hemd machen. Unser Wohlstand macht uns weich! Und das Wichtigste zuletzt! Die oberen Zeilen sind „Bagatellen“. Das echte Problem heißt: „Winnetou Junior und Senior dürfen nicht sterben!“ Rundfunk, Presse und das Internet – alle beschäftigen sich mit Winnetou und Co. Verbieten, absetzen? Aber dann bitte die Gebrüder Grimm, Anderson, Kipling, Verne und alle anderen gleich mit dazu! Dann dürfen wir künftig heine Agathe Christie, keinen Marc Twain, keinen Mitchell, Beecher oder Stowe mehr lesen, keine Erste Allgemeine Verunsicherung, keinen Ambros, Fendrich und schon gar nicht mehr das Lied „Layla“ hören – das ist doch hoffentlich ein schlechter Witz.

Sind wir total verblödet? Wem es nicht gefällt, der soll’s halt nicht lesen! Wir haben Probleme – und wir schaffen uns auch welche dazu! Geht‘s noch?

Gabor Kollanyi, Ketsch

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