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Corona-Immunisierung - Studie lässt sich nicht hochrechnen Die Zahl läge weit höher

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Zum Leserbrief „Nichts falsch berechnet“ (SZ-Ausgabe vom 17. April) wird uns geschrieben: Nach dem Leserbrief von Peter Machurich vom 23. März hatte ich Kontakt zu ihm aufgenommen und seine Ausführungen detailliert kommentiert. Ich hatte ihn aufgefordert, seine irreführende Darstellung öffentlich zu korrigieren. Er hat meine Argumente nicht akzeptiert. Am 3. April widerlegten drei andere Leser in ihren Briefen die Berechnungen.

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Nun zeigte Peter Machurich in einem neuen Leserbrief, dass er weiter auf seiner Meinung beharrt. Er fordert die Leser zum „einfach mal nachdenken“ auf. Die Bewertung der Sachverhalte ist aber nicht mit einfachen Berechnungen und bloßem Nachdenken darüber möglich. Dem Irrglauben unterliegen viele Personen. Die neue irreführende Darstellung von Machurich darf nicht unwidersprochen bleiben.

Er überträgt das Ergebnis einer Studie in unzulässiger Weise auf die ganze deutsche Bevölkerung. Er hat nicht berücksichtigt, dass die Studien zur Wirksamkeit der Impfstoffe gegen Covid-19 aus ethischen Gründen nur so lange liefen, bis die Wirksamkeit mit der notwendigen Zuverlässigkeit nachgewiesen war.

Der Anteil der ohne Impfung erkrankten und verstorbenen Teilnehmer (0,746 Prozent) ist nur deshalb so klein, weil die Studie im Falle von Comirnaty von Biontech/Pfizer nach zwei Monaten Beobachtungsdauer beendet wurde. Bis dahin hatte sich nur ein geringer Teil der Teilnehmer infiziert. Bei längerer Studiendauer wären das viel mehr gewesen. In der Gruppe der mit dem Wirkstoff geimpften Teilnehmer hätte die Zahl der dennoch erkrankten Personen ebenfalls zugenommen, aber die Wirksamkeit des Impfstoffs läge auch bei einer höheren Anzahl Infizierter bei 95 Prozent. Die Anteile der, bei der Studie mit oder ohne Impfung erkrankten Personen, hat nichts mit der Wahrscheinlichkeit zu tun, zu erkranken. Würden 83 Millionen ungeimpfte Personen dem Infektionsrisiko ungeschützt ausgesetzt, so würden zirka 58 Millionen erkranken (Herdenimmunität bei 70 Prozent) und 1,5 Millionen sterben (bei mittlerer Sterblichkeit der Erkrankten von 2,5 Prozent). Bei 83 Millionen Geimpften würde in einem Jahr eine Million Menschen sterben, die das aufgrund unserer begrenzten Lebensdauer ohnehin jedes Jahr tun.

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Tote als Folge der Impfung oder Tote, die trotz Impfung erkranken und an Covid-19 sterben würden, wären nicht zu befürchten, denn meines Wissens ist bisher niemand an einer Impfreaktion wegen oder trotz einer Impfung mit Comirnaty an Covid-19 gestorben. Lassen Sie sich nicht täuschen, denn die Impfungen schützen vor Erkrankungsfolgen und retten Leben. Dr. Stefan Maixner, Schwetzingen

Er macht einen Denkfehler

Ich möchte den Ausführungen und Schlussfolgerungen im Leserbrief widersprechen und sie korrigieren: Der Zeitintervall der Biontech-Studie, um die Wirksamkeit der Impfungen zu berechnen, betrug 28 Tage. Der Denkfehler von Peter Machurich ist, dass er die Infektionswahrscheinlichkeiten aus dieser Studie auf einen wesentlich längeren Zeitraum überträgt und das exponentielle Anwachsen der Ansteckungen nicht berücksichtigt. Zur Zeit sind es schon über drei Millionen Infizierte und nicht 619 180 Personen wie Machurich berechnet.

Martin Gassner, Plankstadt

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