Die Zeit der Engel ist da

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Zur Vorweihnachtsstimmung wird uns dieser Leserbrief geschrieben: Die Weihnachtszeit ist Engelszeit. Überall fliegen, stehen, liegen sie. Kleine oder größere, pummelige, pausbäckige, knuffige Putten, aber auch große, Ehrfurcht gebietende, Botschaften bringende, wunderbare, Liebe und Freude verkündende Wesen. Es gibt aber auch völlig andere, unerwartete und überwältigend plötzliche Engel. Im Sommer dieses Jahres habe ich solch einen erlebt. Ich bin stark gehbehindert, fahre in einem E-Rollstuhl und bin damit recht flott unterwegs. So genoss ich einen lauen Sommerabend auf dem Schlossplatz in Schwetzingen, als sich ein Gewitter ankündigte.

Ich machte mich sofort auf den Weg, um einigermaßen trocken nach Hause zu kommen. Der Gewitterregen war aber schneller und wurde immer heftiger. Ich versuchte von einer überdachten Türschwelle zur nächsten zu kommen. Meine große Sorge war, dass der elektronische Schaltapparat meines Rollstuhles zu nass werden könnte und außer Betrieb gehen würde. Als ich gerade ratlos, notdürftig, knapp unter dem Dach einer Garageneinfahrt stand, hielt ein Auto am Straßenrand, ein Mann stieg aus und sagte: „Sie haben ja gar keinen Schirm. Warten Sie! Ich hole Ihnen einen.“

Er öffnete seinen Kofferraum, holte einen Schirm heraus, spannte ihn auf und gab ihn mir in die Hand. Ich stammelte einen Dank und wollte ihn fragen, wo ich ihm den Schirm zurückgeben könne, worauf er sagte: „Sie können ihn ruhig behalten. Ich habe noch welche“, stieg in sein Auto und weg war er. Ich konnte – völlig verdattert – nur noch sehen, dass sein Auto ein Mannheimer Kennzeichen hatte. Und ich konnte überglücklich, sicher und ohne Sorgen schnell nach Hause fahren.

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Ich bin immer noch von Dank überwältigt und fest überzeugt, dass Gott mir in der Not einen Engel geschickt hat – in realer Menschengestalt. Für das bevorstehende Weihnachtsfest wünsche ich Euch allen von Herzen eine frohe und segensreiche Zeit und für das kommende Jahr 2023, das gewiss Klippen und Herausforderungen genug bringen wird, dass Ihr wohlbehütet und bewahrt bleiben mögt.

Ingrid Askani, Schwetzingen