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Hockenheimring - Betrachtung eines Anwohners / Geräuschkulisse alles andere als Lärmbelästigung Diese schreckliche Stille . . .

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Zum Thema Lärmbelästigung durch den Hockenheimring:

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Kürzlich gelang es mir durch einen geistigen Höhenflug – allein mittels eines Stadtplans und eines Lineals – herauszufinden, dass ich anderthalb Kilometer vom Hockenheimring entfernt wohne. Im Gegensatz zu einer lärmgenervten Leserbriefschreiberin aus dem elf Kilometer entfernten Schwetzingen, brauchte ich dazu kein Google Maps! Das ist der klare Beweis, dass mein Gehirn – auch trotz der Schädigung durch die Lärmbelästigungen des Hockenheimrings – Einstein übertreffende Höchstleistungen erbringen kann!

Außerdem benutze ich noch einen Kalender. So ein altertümliches Modell, wo man jede Woche ein Blatt umdreht und bei jedem Tag mit dem Kugelschreiber etwas eintragen kann. Dort trug ich bisher die Veranstaltungstermine vom Hockenheimring ein. Aber nicht wegen des Motorsports, sondern wegen der erhofften Geräuschkulisse. Sie fördert mein inneres Wohlbehagen. Meine Vorfreude war jedes Mal riesig, wurde aber regelmäßig enttäuscht. Obwohl ich angestrengt aus dem zum Ring liegenden offenen Fenster meines Wohnzimmers lauschte, hörte ich bestenfalls ein leises Summen. Das kann nur an mir liegen, dachte ich mir, und machte bei meinem Ohrenarzt einen Hörtest. Ergebnis: Dieser behauptete doch tatsächlich, dass meine Ohren völlig gesund seien. Unerhört!

Dass ich so wenig höre, kann doch angesichts des hemmungslosen Lärmpegels vom Hockenheimring nur daran liegen, dass er mich schon längst taub gemacht hat. Daher habe ich mir so einen altmodischen Trichter besorgt, mit dem ich in Richtung Ring horchen kann. Hat aber auch nichts gebracht.

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Diese nahezu vollkommene Ruhe raubt mir den Schlaf. Ich träume von einem sanften Vogelgezwitscher im Wald und schrecke plötzlich mitten in der Nacht hoch, nur um festzustellen, dass mir ein böser Traum einen Streich spielte. Könnte man denn nicht das 24-Stunden-Rennen vom Nürburgring auf den Hockenheimring verlegen, damit ich wenigstens einmal im Jahr tiefenentspannt durchschlafen kann? Diese schreckliche Stille – ich halte es nicht mehr aus!

Jürgen Hanselmann, Hockenheim

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