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Drum kümmern statt kastrieren

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Zu einer neuen Verordnung für die Katzenhaltung in Speyer wird uns folgende Ansicht geschrieben:

Speyerer Katzen mit Freigang sollen ab dem 10. September kastriert und zusätzlich gechipt oder tätowiert werden. Kastration gilt für Katzen als auch Kater. All das, um freilebende Katzen zu schützen, damit diese nicht mehr an Hunger, Verletzungen oder Krankheiten leiden.

Da fragt man sich doch, ob nun Katzen mehr wert sind als Menschen? Oder ist es genau umgekehrt? Sind Katzen mehr wert, weil wir ihr oben genanntes Leid verhindern – jedoch in Kauf nehmen, dass wir ihnen ihre Fortpflanzungsfähigkeit nehmen, ihre Körper schädigen? Oder sind die Menschen mehr wert, weil wir in ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit nicht eingreifen, jeder Mensch selbst entscheiden darf, ob er sich kastrieren oder sterilisieren lassen möchte – jedoch billigend in Kauf nehmen, dass durch die noch gewährleistete Fortpflanzung gerade in Ländern wie Afrika, Afghanistan, Indien et cetera die Menschen unter Hunger, Verletzungen und Krankheiten leiden und dort die Geburtenquote hoch ist?

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Veröffentlicht
Von
Maria Herlo
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Müsste man nicht in logischer Konsequenz nach der Katzenschutzverordnung so weit gehen und alle Frauen und Männer in armen Ländern sterilisieren, chippen oder tätowieren lassen, um Hunger, Krankheiten, Verletzungen zu vermeiden? Sind das unsere neuen Werte, angefangen mit Tieren?

Es wäre angebrachter, man würde sich um all die betroffenen, wildlebenden Katzen kümmern, ihnen Futter zur Verfügung stellen, sie zur Heilung zum Arzt bringen und nur jene beim Tierarzt kastrieren lassen, womöglich sogar Patenschaften oder Pflegestellen suchen. Doch das kostet wohl wieder zu viel. Müssen wir also daraus schließen, dass uns die Tiere doch nicht so sehr am Herzen liegen?

Vera Hanßen, Brühl

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