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Abschiebung - Junger Familie die Chance genommen Dublin-Regeln nachrangig

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Mit großer Betroffenheit habe ich von der Abschiebung einer jungen somalischen Mutter mit ihren drei Kindern im Alter von vier, sechs und acht Jahren aus der Schwetzinger Zeitung erfahren. Mitten in der Nacht wurden diese bedauernswerten Menschen von der Polizei aus dem Bett gerissen und nach Polen deportiert, jawohl, so nenne ich das.

Es kann nicht sein, dass drei junge Kinder in den verletzlichsten Phasen ihres Lebens von der Bundesrepublik in traumatisierender Weise behandelt werden, weil Behörden nach drei Jahren Gründe für die Abschiebung nach Dublin-Regeln entdecken. Das ist einfach zu spät! In dieser Zeit sind die Kinder dank der behördlichen Unterstützung und der Hilfe von Erzieher und Lehrer, sowie der Mitarbeit vieler engagierter Bürger zur Ruhe gekommen. Sie haben Deutsch gelernt und unter sicheren Bedingungen hier in einem stabilen sozialen Umfeld in ihrer Entwicklung Fortschritte gemacht. Und nun wird ihnen all das genommen, sie verlieren das Umfeld, ihre Sprache (!), ihre Bezüge und ihre einzige Bezugsperson, die selbst traumatisiert ist, wird erneut destabilisiert und kann all diesen Stress für die Kinder gewiss nicht auffangen – in einer nun völlig fremden Welt.

Von den Behörden habe es lapidar geheißen: Traumatherapie sei auch in Polen möglich. Eine solch dumme oder boshaft zynische Bemerkung braucht keinen Kommentar! Darüber hinaus ist diese Aktion ohne konstruktiven Sinn, eine Verschwendung von Steuergeldern und Ressourcen unserer Solidargemeinschaft! Dieser Frau wurde die Chance genommen, der Gemeinschaft etwas zurückzugeben: Sie hatte (mit Hochschulabschluss) einen Ausbildungsplatz als Erzieherin in Aussicht. Da liest es sich wie Hohn, dass die Bundesrepublik wegen des Fachkräftemangels Migration fördern will!

Diese Abschiebung muss rückgängig gemacht werden! Jungen Kindern darf der Staat nach so langer Zeit nicht die Stabilität nehmen, die sie für ihre Entwicklung in körperlich-seelischer Unversehrtheit brauchen. Nach Jahren der Integration müssen die Dublin-Regeln nachrangig sein!

Dr.Kalliope Eberhardt-Rittmann,

Schwetzingen

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