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Pandemie und deren Folgen - Corona verändert auch unsere Sprache ganz erheblich Durch Nacht zum Licht

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Durch die Pandemie nimmt die Belastung der Menschen immer neue und bisher ungekannte Dimensionen an. Nicht nur, dass fortwährend strengere Maßnahmen und Verordnungen ausgesprochen und eingefordert werden, auch die Art der Kommunikation, mit immer neuen wissenschaftlichen Expertisen, wird zusehends schwieriger, komplexer und auch unverständlicher.

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Es finden endlose Meetings und Beratungen seitens diverser Expertengruppen mit den politischen Entscheidungsträgern statt und immer wieder muss nachjustiert, nachgebessert, vertröstet und korrigiert werden. Dem medizinischen Laien bleibt da oft nur wenig Erkenntnisgewinn, wenn sich selbst die renommierten Fachinstitute uneins sind in der Beurteilung der Sachlage.

Wir sehen uns zunehmend mit neuen Begriffen konfrontiert, die durchweg immensen Erklärungsbedarf erfordern. Das Pandemie-Vokabular indes scheint unerschöpflich, wie die unzähligen Neologismen zeigen. An unzählige Anglizismen haben wir uns ja schon gewöhnt, doch die vielen hybriden Wortschöpfungen erreichen eine neue Qualität. Einige Beispiele sollen diese Entwicklung verdeutlichen: Community-Maske, Post-Corona-Normalität, begrenzt viruzid, Shutdown, Inzidenz, Sequenzierung, der R-Wert, Corona-Hysterie, Social Distancing, Systemrelevanz, Corona-Frisur, digitales Semester, Corona-Bonds, Tracking App, SARS CoV 2, Hotspot, Übersterblichkeit, Corona-Party oder Virusmutation.

Diese Aufzählung ließe sich beliebig fortsetzen. Erstaunlich hierbei ist die Kreativität und der Erfindungsreichtum beim Erschaffen immer neuer Wortschöpfungen, wie der neueste Begriff „Zoom-Fatigue“ verdeutlicht, der übrigens ins digitale Umfeld verortet werden muss.

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Merkwürdig ist nur, dass gerade im Bereich Digitalisierung deutschlandweit große Versorgungslücken vorherrschen und eine bessere digitale Infrastruktur von allen Seiten gefordert wird, damit Homeschooling und Homeoffice überhaupt sinnvoll und in größerem Umfang möglich werden können. Demgegenüber beklagen dann wiederum andere Experten, dass gerade durch zu viel Homeoffice und Homeschooling ein neues Krankheitsbild entsteht, woraus Müdigkeit und Erschöpfungszustände in ungeahntem Ausmaß resultieren, was jetzt mit dem schönen neudeutschen Wort „Zoom-Fatigue“ kreativ beschrieben wird.

Als mündiger Bürger fühlt man sich zunehmend unmündig und hoffnungslos verloren im Nirwana der vielen Deutungshoheiten. Bei den verantwortlichen Entscheidungsträgern zeigt sich leider auch, dass gemeinschaftliches und solidarisches Verhalten von den Bürgern mit aller Vehemenz zwar immer wieder lautstark eingefordert und auch mit gebührender Eloquenz verkündet wird, aber bei den eigenen Entscheidungen dann doch viel zu oft egoistische Interessen bedient werden. Denn wie sonst lässt sich noch erklären, dass mit einer steten Regelmäßigkeit gemeinsam gefasste Beschlüsse schon einen Tag später uminterpretiert, neu gedeutet und völlig anders umgesetzt werden.

Um alle Gesellschaftsschichten anzusprechen, mitzunehmen und zu überzeugen, bedarf es daher in sehr hohem Maße an ehrlichem Umgang und transparenter Offenheit, damit so etwas wie Glaubwürdigkeit entstehen kann. Denn nur durch ehrliche Überzeugungsarbeit entsteht Vertrauen. Und Vertrauen ist die essenzielle Basis gemeinsamen Erfolges, den wir gerade in diesen Zeiten so dringend benötigen. „Per aspera ad astra“ bedeutet frei übersetzt „Durch Nacht zum Licht“.

Vielleicht ist dies eine Möglichkeit die derzeit wenigen perspektivisch nachhaltigen Signale dennoch positiv zu beschreiben.

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Gerhard Kiermeier,

Hockenheim

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