Bürgermeisterwahl - Über die Vorstellung der Kandidaten Ein „Echter Ketscher“

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Am Donnerstag war Kandidatenvorstellung der Bürgermeisterkandidaten in der Rheinhalle. Einer der Kandidaten hat da erklärt, was ein richtiger „echter Ketscher“ ist und dass nur ein „richtiger Ketscher“ ein richtiger Ketscher Bürgermeister werden kann. Um ein „richtiger Ketscher“ zu sein, muss man zurzeit in Ketsch und seit seiner Geburt in Ketsch wohnen, seine Eltern müssen schon immer in Ketsch wohnen und er muss mit eine Ketscherin verheiratet sein. So viel „Ketscherisch“ kann kein anderer Kandidat vorweisen und deshalb soll man ihn wählen, so habe ich seine Ausführungen verstanden. Was soll das denn heißen? Nun der jetzige Bürgermeister ist ein Schwabe und bis jetzt galt „nur ein Schwabe hat die Gabe“ zum Bürgermeister – oder? Oder ist das so zu verstehen, dass zwei der Kandidaten zurzeit nicht in Ketsch gemeldet sind, damit scheiden sie als nicht „richtige Ketscher“ aus und die Frau – die nicht nur in Ketsch gemeldet ist, sondern so gar nicht „Ketscherisch“ aussieht? Damit muss doch jedem „richtigen Ketscher“ klar sein, die kann nicht Bürgermeister. Nun, wir sind uns sicher einig, dass die Frau mehr als alle anderen, sich in Ketsch, gerade mit Aktivitäten, auch bevor sie Kandidatin war, mehr hervorgetan hat, als der „richtige Ketscher“. Der andere Ketscher Kandidat ist erst gar nicht zur Vorstellung erschienen! Und der letzte Kandidat? Der kommt aus dem Schwarzwald! Ein Schwarzwälder Bürgermeister in Ketsch, das geht schon gar nicht! Er ist zwar schon 20 Jahre in Ketsch, ist mit einer Ketscherin verheiratet, hat Ahnung von dem Geschäft, aber ein „richtiger Ketscher“ wird der für „richtige Ketscher“ wohl nie.

Nur ein Kandidat ist ein „richtiger Ketscher“. Bin ich froh, dass sich einige von außen bewerben, die nicht so altbacken sind. Hoffentlich wählen den „richtigen Ketscher“ nur „richtige Ketscher“ – die sind sicher in Ketsch nicht die Mehrheit. Natürlich will so ein „richtiger Ketscher“ die bestehenden, offensichtlichen Vorteile und Privilegien, weiter nur an die „richtigen Ketscher“ verteilen. Mal sehen, ob die „nicht richtigen Ketscher“ zur Wahl gehen und dem selbst erklärten „richtigen Ketscher“ zeigen, wer die Mehrheit in dieser Gemeinde ist.

Wilfried Windisch, Ketsch

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Veröffentlicht
Von
Peter Stäuber
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