Ketscher Gemeinderat - Demokratie ist eben mehr, als der Tanz ums „Goldene Kalb“ Ein Hoch auf unsere CDU

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Hosea 4,6 „Mein Volk stirbt aus Mangel an Erkenntnis.“ Viele Deutsche glauben nicht mehr daran, dass Wahlen etwas ändern können. Sie erleben seit den 1970er Jahren „Demokratie“ als eine Veranstaltung, bei der sie alle paar Jahre Kreuzchen machen dürfen, diese Kreuzchen an der gemachten Stelle schnell bereuen und dann schwer an diesem Kreuz zu tragen haben. Wir Deutschen scheinen abgerichtet, uns über Nonsens und Kleinigkeiten in die Haare zu geraten, und nicht zum Kern einer Fragestellung vorstoßen zu können.

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Wegen des Wortes „bleibt“ in einem Leserbrief, hat die CDU einen Zwergenaufstand veranstaltet. Mein Lieblingssatz aus dem Wahlprogramm der CDU Ketsch lautet: „Ketsch ist schuldenfrei. Dies ist kein Selbstzweck, aber eine gute Basis für weiteres politisches Handeln. Helmut Schmid – Ihr Gemeinderat und Kreistagskandidat“ (Wahlwerbung der CDU und des Vorsitzenden der CDU Ketsch). Dass das so gesagt wurde, will heute keiner mehr wissen. Dass es zu einer Schieflage der Gemeindefinanzen kam, ist die Mitschuld der CDU. Sie hätte der Verwaltung und dem Bürgermeister besser auf die Finger schauen müssen, was ja auch gemäß der Gemeindeordnung für die vom Gemeinderat beschlossenen Projekte vorgesehen ist. Wenn man der Zeitung glauben darf, dann ist kein Projekt ab 2015 pünktlich und im Kostenrahmen fertiggestellt worden.

Mit Unterstellungen ist die CDU gleich zur Hand. Zu deren Beruhigung war ich zum Beispiel am 20. Juni 2016 auf der Gemeinderatsitzung zum „Alternativkonzept“ zur Marktplatzgestaltung. Was ich dort an Unterwürfigkeit von Gemeinderäten erlebt habe, spottet jeder Beschreibung. Nach der Sitzung fragte ich mich, ob der Bürgermeister die Gemeinderäte gewählt hat?

Einer meiner Nachbarn war auch auf dieser Sitzung, der ist aber nicht bis zum Ende geblieben. Drei Tage später habe ich den Nachbarn getroffen und gefragt, ob er sich verlaufen hätte. Er wollte einmal eine Gemeinderatsitzung besuchen, er meinte aber, er wäre „im Kindergarten“ gewesen. Ein anderer Ketscher Bürger, den ich sehr schätze, sagte mir, der Ketscher Gemeinderat sei eine „Muppet Show“. Wenn ich dann in der Zeitung lese, dass sie wieder auf Gemeinderat Martin draufgehauen haben und dass ein Sitzungsbesucher aufgestanden sei, um festzustellen, dass man alle ausreden lasse, nur dem einen immer ins Wort falle, frage ich mich: Ist die Meinung des einen so gefährlich? Es scheint, als müssten einige in diesem Gremium Seminare in Konfliktmanagement und Menschenführung belegen. Das Verhalten der CDU in Ketsch ist weder christlich noch demokratisch.

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Ja, ich tanze nicht um das „Goldene Kalb“ der Demokratie, die gerade in Deutschland so scheinheilig pervertiert wird. Demokratie? Im Bund mit den Masken und in Ketsch mit der Aussage: „Wir haben uneingeschränktes Vertrauen zu Ihnen, Herr Bürgermeister, wir nicken und brauchen nichts zu tun.“ Sind die CDUler dafür gewählt? Da stören die Grünen, die tun was! Wie hat Herr Mummert berichtet: Die Grünen machen Arbeit, die wollen wissen, sie fragen, sie wollen Transparenz, sie machen sich Arbeit und damit auch uns – war das schön, als die noch nicht da waren.

Liebe Leser, wenn Sie meinen, hierauf einen Leserbrief schreiben zu müssen, bitte gerne, bitte erwerben Sie zuvor das Buch „Dumm, dümmer, deutsch“. Wer dieses Buch liest, vergisst es nie mehr. Der Autor lächelt, obwohl er leidet, wenn er mit ansehen muss, wie sehr wir Deutsche verdummt und belogen werden und uns für dumm verkaufen lassen.

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Wilfried Windisch, Ketsch

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