AfD - Kontaktbeschränkungen sind doch nicht realitätsfremd Erst mal das Virus anerkennen

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In einer Pressemitteilung vom 8. Januar hat sich der AfD-Landtagskandidat Karlheinz Kolb darüber geäußert, dass er die beschlossenen Beschränkungen für realitätsfremd hält. Nach seiner Ansicht sollte man Handel, Hotels, Freizeiteinrichtungen und Gastronomie wieder öffnen. Es würde der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit verletzt. Die gesamte Bevölkerung solle Schnelltests für zu Hause und kostenfreie FFP2-Masken erhalten.

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Also mal der Reihe nach: Wenn ich das richtig verfolgt habe, haben sich die Vertreter der AfD bisher nicht so sehr darin hervorgetan, dass die Regeln überhaupt eingehalten werden. Für viele von ihnen gibt es das Coronavirus überhaupt nicht. Und wenn ich mir die Zahlen in Sachsen und Thüringen anschaue, wo sich – wie wir wissen – die AfD-Hochburgen befinden, scheint das Konzept von Herrn Kolb mit Masken, Abstand und Tests dort sehr verbesserungswürdig zu sein.

Nach meinen Informationen liegt der Spitzenwert der Inzidenzen für ganz Deutschland in Meißen (Sachsen) bei rund 540. Dort hat die AfD einen Stimmenanteil von rund 40 Prozent. Die Regeln dürften dort ebenso bekannt sein wie bei uns.

Es hängt aber nicht an denen, die sich an die Regeln halten – das dürfte auch in Sachsen die Mehrheit sein – sondern an denen, die meinen, wenn sie zu Hause sind oder sich auf der Straße, in Fußgängerzonen oder sonstwo in der Öffentlichkeit bewegen, keine Regeln einhalten müssen. Entweder wissentlich oder noch schlimmer absichtlich.

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Als Beispiel kann ich die Glühweintrinker vor Weihnachten anführen. Die Gastronomen hatten die Idee, Gästen einen Glühwein to go zu verkaufen. Was ist geschehen? Die Leute haben den Glühwein gekauft und sich mit zu wenig Abstand in Menschtrauben zusammengestellt und gesellig palavert. Also sobald Herr Kolb seine Mitstreiter in der AfD dazu bringt, dass sie überhaupt mal anerkennen, dass es das Virus gibt und es auch oftmals tödlich endet, sind wir einen Schritt weiter. Wenn es dann noch gelingt, dass wir uns alle – auch die von der AfD – an die Maßnahmen halten, dann können wir in absehbarer Zeit über Öffnungsmöglichkeiten reden.

Manfred Döring, Brühl