Es ist Klimawandel – und was tut Schwetzingen?

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Zu Ampelregelungen im Verkehr in Schwetzingen wird uns geschrieben:

Heute schreibe ich über die Kreuzung Carl-Theodor-Straße und die L 543. Es machte einfach Spaß, weil die Verkehrsampeln abgeschaltet waren. Der Verkehrsfluss hat sich wunderbar selbst organisiert. Es gab auch keine Wartezeiten für Fußgänger, die die Straßen überqueren wollten. Noch gab es Autowarteschlangen, die manchmal bei Ampelbetrieb bis zum Bahnhof reichen und auch den ÖPNV völlig durcheinanderbringen.

Als Verkehrsexperte würde ich dem Ampelbetrieb eine jährliche CO2-Belastung von 200 Tonnen zuschreiben. Ähnliches erlebte ich kürzlich an der Kreuzung Zähringer und Karlsruher Straße. Auf wundersame Weise funktionierten die Ampeln nicht und der Verkehr floss ungestört in alle Richtungen. Auch die Fußgänger konnten leichten Fußes diese Straße in alle Richtungen überqueren. Warum baut man dann Ampeln, die nur zur Verkehrsbehinderung dienen, nicht einfach ab und schließt sich der Tempo-30-Initiative des Deutschen Städtetags an, wo schon 200 Kommunen mitmachen?

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Veröffentlicht
Von
Joachim Klaehn
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Aus dem aktuellen Klimaschutzbericht der Stadt Schwetzingen entnimmt man erstaunt, dass die Energieverbräuche der kommunalen Gebäude und Schulen zu den Spitzenwerten von ganz Baden-Württemberg gehören, obwohl wir in der wärmsten Region leben? Was ist da wohl schiefgelaufen beim kommunalen Klimaschutzmanagement?

Alle Welt fordert Tempo bei der E-Mobilität und beim Einbau von Wärmepumpen. Dafür wird viel Strom benötigt, der am preisgünstigsten mit Windkraft hergestellt werden kann. Auch hierbei ist der Landrat erst endlich auf Druck des Ministerpräsidenten aktiv geworden, hält aber eine Potenzialstudie für Sonnenenergie und Windkraft immer noch unter Verschluss, die ihm seit Monaten vorliegt.

Ich kriege manchmal eine richtige Wut über die Schlafmützigkeit, wie bei uns die Strategien gegen den Klimawandel angepackt werden. Nicht erst 2050, sondern schon 2030 müssen die entscheidenden Schritte gegen die Klimaerwärmung erfolgen, um der Welt eine große und noch nie da gewesene Tragödie zu ersparen. Wenn ein Haus brennt und Menschen sind noch drin, dann wartet man doch auch nicht mit dem Retten und Löschen, sondern handelt wie die Feuerwehr. So energisch müssen wir den Klimawandel anpacken.

Noch ein Wort zur geplanten Gütertrasse Mannheim-Karlsruhe, die auch Schwetzingen berührt: Oberbürgermeister, Bürgermeister und Oberbürgermeisterkandidaten fühlen sich verpflichtet, bei den Protesten dagegen mitzumachen. Doch die Planung wird nie umgesetzt, weil die Güterzüge bisher halb leer durch die Lande fahren und die Zugfolge durch GPS und Digitalisierung drastisch gesteigert werden kann sowie neue Güterzüge nicht lauter als S-Bahnen sind.

Ulrich Pfeiffer, Schwetzingen