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Verdacht auf Veruntreuung - Jürgen Grabetz sollte Erfahrungsschatz an neuer Stelle einbringen / Andere sind für sein Bleiben Es ist Zeit für einen Wechsel

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Zum Leserbrief „Mehr als eine Riesendummheit“ (SZ-Ausgabe vom 10. April) wird uns geschrieben:

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Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein – ja! Jesus hat die Sünderin nicht verurteilt – richtig! Zu urteilen, das ist im Fall der Veruntreuung von Pfarrer Jürgen Grabetz auch nicht die Aufgabe seiner Gemeinde und steht niemandem zu, zumal wir als Gemeinde keinen vollen Einblick in Umstände und Ausmaß der Situation haben. Eines ist jedoch klarzustellen: Eine Selbstanzeige oder höhere Beweggründe machen eine Straftat nicht weniger rechtswidrig. Eine juristische Einschätzung zu treffen und ein Urteil zu fällen, ist letztlich einzig und allein Aufgabe der Staatsanwaltschaft und der Richter.

Wird im Leserbrief vom 10. April von „absolutem Vertrauensmissbrauch“ gesprochen, so bezeichnet dies lediglich die Emotionen, die der Vorwurf der Veruntreuung bei Gemeindemitgliedern auslösen kann und auslöst. Emotionen, die durchaus berechtigt und angemessen sind, wenn ein langjähriger Pfarrer, der als Seelsorger einer Gemeinde auch als Vertrauensperson fungieren sollte, sich selbst anzeigt.

All denjenigen, die nun argumentieren, dass es jetzt an uns als gute Christen läge, zu verzeihen, sei gesagt: Verzeihen bedeutet, seinen eigenen Groll und seine Wut zu überwinden. Dies ist möglich, bedeutet jedoch nicht, jemanden wieder zu vertrauen.

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Sich dafür einzusetzen, dass Jürgen Grabetz weiterhin in pastoraler und seelsorgerischer Funktion in der Seelsorgeeinheit Hockenheim tätig bleiben soll – ohne genau zu wissen, was die Fakten und Hintergründe sind – finde ich daher fragwürdig. Was würde das in der nächsten Konsequenz bedeuten? Grabetz wäre Seelsorger in einer Gemeinde, in der ein Teil der Mitglieder kein Vertrauen mehr in ihn hat. Wie sollte er unter solchen Bedingungen sein Amt vollumfänglich ausführen? Zudem bin ich mir sicher, dass eine Spaltung unter Gemeindemitgliedern (wie sie jetzt gerade stattfindet) nicht im Sinne von Jürgen Grabetz sein kann.

Weiterhin ist seine 26-jährige Tätigkeit in unserer Gemeinde kein Argument dafür, dass er hier weiterhin Pfarrer bleiben sollte. Sicherlich hat Jürgen Grabetz auf Organisations- und Verwaltungsebene in dieser Zeit viel in Hockenheim bewegt. Um jedoch auch eine andere Sichtweise in die Vielzahl der abgedruckten Leserbriefe zu bringen: Ich selbst habe Pfarrer Grabetz in meiner Funktion als Ministrantin und Ministrantenleiterin selten als den engagierten Seelsorger erlebt, als der er im Zeitungsartikel vom 24. März bezeichnet wird. Und genau auf diese Tätigkeit soll er sich jetzt und in Zukunft vermehrt konzentrieren?

Nein, unter solchen Umständen kann ich persönlich nicht hinter Jürgen Grabetz als Gemeindepfarrer stehen. Vielmehr könnte die momentane Situation als Chance für einen Neuanfang betrachtet werden. Die Chance für Jürgen Grabetz, seinen Erfahrungsschatz an einer neuen Wirkstätte einzubringen. Eine Chance für die Mitglieder der Seelsorgeeinheit Hockenheim, in eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit einem neuen Pfarrer zu starten. Es ist Zeit!

Sophia Wächter, Hockenheim

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Keine schwere Verfehlung

Auf diesen Leserbrief von Susanne Purkart möchte ich erwidern: Für mich stellt diese Veruntreuung keine schwere Verfehlung dar. Ich möchte, dass Pfarrer Grabetz weiterhin seiner pastoralen und seelsorgerischen Tätigkeit nachkommt. Sollte es eine Unterschriftenaktion der Kirchengemeindemitglieder für seinen Verbleib geben, würde ich sofort unterschreiben.

Ursula Anti, Altlußheim

Nicht gerade eine Überraschung

Hier argumentiert die ursprüngliche Leserbriefschreiberin nochmals: Für jede Menge Diskussionsstoff sorgte offensichtlich mein Leserbrief. Die Gegenreaktion war keine große Überraschung für mich. Und gerade deshalb, würde ich diesen Leserbrief genauso wieder schreiben, denn jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort und Schrift frei zu äußern (Artikel 5, Absatz 1, Grundgesetz)! Ich habe sehr viele positive und lobende Kommentare zu meinem Schreiben erhalten, leider nur hinter vorgehaltener Hand. Bedauerlicherweise gibt es viel zu wenige Menschen, die den Mut haben, ihre Meinung öffentlich und klar zu äußern!

Über den Leserbrief „Was soll denn das Nachtreten?“ vom 17. April kann ich nur den Kopf schütteln. Es handelt sich um eine absolute Fehlinterpretation des Schreibers, wenn er meint, dass ich mit meinem Brief auf der katholischen Kirche herumhacke. Man kann förmlich die Feindseligkeit spüren, mit der er seiner Empörung Ausdruck verleiht. Nur weil Jürgen Grabetz die Angelegenheit selbst dem Erzbischof gemeldet und der Staatsanwaltschaft angezeigt hat, hat er noch lange nicht die Konsequenzen getragen! Dafür hätte er mit sofortiger Wirkung von seinem Amt als Dekan und leitender Pfarrer der Seelsorgeeinheit Hockenheim zurücktreten müssen!

Von der eigentlichen Straftat – der Veruntreuung – wird hier bewusst mit Bibelzitaten abgelenkt und es scheint auch kein Zufall zu sein, dass sich sowohl aus Schwetzingen, Hockenheim und Reilingen Leserbriefschreiber zu einer Gegenargumentation zusammengefunden haben. Die Schreiberin aus Hockenheim möchte ich daran erinnern, dass ich explizit in meinem Abschlusssatz betont habe, dass ich Jürgen Grabetz für seine Tat keinesfalls verurteilen möchte, was mir auch gar nicht zusteht! Da er allerdings auch noch für seine Eigenleistungen bezüglich der Renovierungsarbeiten der Festhalle und der katholischen Kirche gefeiert wird, mache ich hier auf die eigentlichen Aufgaben eines Priesters aufmerksam: Vorbildfunktion für die Gläubigen, Verkündigung des Evangeliums, Messen zelebrieren, Sakramente spenden. Warum redet davon keiner? Ein Priester ist durch das Weihesakrament beauftragt, die Sendung weiterzuführen, die Jesus Christus seinen Aposteln anvertraut hat. Durch die Weihe haben die Priester ein unauslöschliches geistliches Siegel, das sie Christus gleichförmig macht und sie befähigt, auf besondere Weise im Namen Jesu zu handeln. Hätte er sich der Gemeindekasse bedient? Wohl kaum!

Zur Schreiberin aus Reilingen möchte ich anmerken, dass der Maßstab beziehungsweise eine Richtschnur für gläubige, praktizierende Christen auch die zehn Gebote sind. Ich verweise im Hinblick auf die Veruntreuung auf das siebte Gebot! Auch hilft ein Blick in die Bibel: Hos 4.

Die Mehrheit scheint wohl der Auffassung zu sein, dass das „Gute“, das Pfarrer Grabetz in der Vergangenheit getan hat, überwiegt. Die Veruntreuung als Straftat wird somit heruntergespielt, verharmlost und somit legitimiert. Quasi, es macht ja jeder mal einen Fehler – „so what“? Ein Freibrief für eine strafbare Handlung? Ersichtlich ist hier die verzerrte Wahrnehmung der Realität.

Die Wahrheit ist aber, dass Jürgen Grabetz Gelder aus der Gemeindekasse genommen hat. Dabei handelt es sich eben nicht um ein Kavaliersdelikt! Und um es noch einmal mit meinen markigen Worten zu formulieren: Es ist vollkommen unerheblich, aus welcher Motivation heraus er das gemacht hat – oder ob er sich dabei selbst bereichert hat oder nicht.

Zu guter Letzt noch ein Blick in die Bibel (Röm 12,2) : „Gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern wandelt euch und erneuert euer Denken, damit ihr prüfen und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist: Was ihm gefällt, was gut und vollkommen ist.“

Susanne Purkart, Reilingen

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