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Ketsch - Gemeinde vernachlässigt den Ort für die letzten Ruhestätten seiner Bürger / Ameisen erobern zunehmend das Terrain Fleißige Arbeiter auf dem Friedhof

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Auf dem Ketscher Friedhof wimmelt es geradezu von fleißigen Arbeitern – doch die sind nicht vom Bauhof! Es sind haufenweise niedliche Ameisenvölker, die sich unter den Betonsteinen der Wege und den Waschbetonplatten um die Gräber herum sauwohl fühlen, den Sand massenweise herausschaufeln und die Sonne genießen. Inzwischen wackeln unterhöhlte Steine ganz prächtig.

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Anlieger schütten Ameisenpulver in weißer oder gar roter Farbe ums Grab, was so gut wie überhaupt nichts nützt.

Auch innerhalb der Grabstätte meiner Eltern türmen sich Ameisendünen – wie soll man das bekämpfen? Wäre es nicht Aufgabe der Gemeinde, der das Grundstück nach wie vor als Eigentümerin gehört, dafür zu sorgen, dass die Mieter dort in Würde liegen? Schließlich wurde die Nutzung einst für teures Geld gekauft!

Das Ameisenproblem zeigt sich auch auf den Gehwegen um den Friedhof und in dessen Eingangsbereichen. Vielleicht unternimmt man etwas, wenn diese die Herrschaft über die Totenhalle innehaben. Die Friedhöfe der Nachbargemeinden Brühl und Schwetzingen sind überaus gepflegter!

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Von Friedhofskultur ist in Ketsch gar wenig zu spüren, als ob da keiner hinkommt. Vielmehr ist es wahr, dass dort früher oder später alle hinkommen.

Wo genug Personal vorhanden ist, um Kreisel mediterran zu bepflanzen und den aufwendigen neuen Marktplatz zu pflegen, da sollte es auch möglich sein, den Friedhof nicht zu vernachlässigen. Denn das ist er im Vergleich zu anderen Friedhöfen. Er ist ein Stiefkind der Gemeinde. Aus den aufgelassenen und mit Plastikgrün oder Kieselsteinen zugedeckten Grabstätten sprießt das Gras, auf die Bänke am großen Stahlkreuz kann sich niemand hinsetzen, der große Engel der Familie Knittel vom Heidelberger Bergfriedhof steht verlassen ohne Grün in der Pampa, um nur einige Beispiele zu nennen. Auch ist es anscheinend unmöglich, dem Türschloss am nördlichen Eingang eine Feder zu genehmigen, so dass es ins Schloss fällt – bitte das Schild „Bitte schließen“ abmontieren.

Die Nachbargemeinden haben nicht nur gepflegteste Toiletten (siehe Brühl), sondern sehr schön gestaltete Gärten der Erinnerung. Es wird Zeit, dass auch in Ketsch etwas dafür getan wird, den Friedhof als gepflegten Ort zu präsentieren, an dem man sich wie in einem Park begegnet und seiner Vorfahren gedenkt. Der Aufenthalt dort sollte sich nicht darin erschöpfen, Arbeit wie Sisyphos zu verrichten.

Klaus Tremmel, Ketsch

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