Geboren, um zu (k)leben

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Zu den Protestaktionen der „Letzten Generation“ wird uns geschrieben:

In der Talkshow von Markus Lanz glühte Carla Rochel von der „letzten Generation“ geradezu fanatisch realitätsfern mit abstrusen Aussagen, um die rücksichtslos kriminellen Aktivitäten ihres wahnwitzigen Gesindels zu rechtfertigen. Behauptete sie doch allen Ernstes, dass im Inselstaat Palau, in dem etwa 19 000 Menschen leben, wegen des Klimawandels Milliarden Menschen zu Tode gekommen seien. Sie hatte Glück, dass Markus Lanz diesen Fauxpas elegant richtigstellte.

Apropos zu Tode gekommen: Ihr empathieloses Verhalten zum Tode einer Radfahrerin in Berlin, die von einem Betonmischer überrollt wurde und wo Rettungs- und Spezialfahrzeug im Stau standen, weil Aktivisten sich auf der Straße festgeklebt hatten, kommentierte sie geradezu spöttisch grinsend. Kein Wort des Bedauerns, im Gegenteil: Radikal unterkühlt lächelnd meinte sie, dass Staus etwas alltägliches seien und obendrein beklagte sie sich, dass dieser Unfall von Gegnern instrumentalisiert werde.

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Dass das Spezialfahrzeug ohnehin zu spät gekommen wäre, wie sie behauptete und beispielsweise auch die Süddeutsche Zeitung schreibt, die sich auf einen Informanten beruft, der seinerzeit aber im Urlaub war, scheint wohl doch nicht zu stimmen. Sondern das Fahrzeug wäre, laut der Berliner Feuerwehr, ohne diesen provozierten Stau fast gleichzeitig mit der Notärztin vor Ort gewesen, um den Betonmischer anzuheben.

So musste der Betonmischer abermals über das Opfer rollen, damit es befreit und versorgt werden konnte. Auch die eineiige Zwillingsschwester des Opfers meinte bei der Sendung Maischberger innerlich aufgewühlt, dass ihre geliebte Schwester wohl noch am Leben wäre. Sie ergänzte, dass in Berlin etwa 13 Fälle bekannt seien, in denen Notfallwagen wegen der Blockaden zu spät zum Einsatz beziehungsweise in die Klinik kamen.

Die Anschläge auf wertvolle Gemälde wischte die Aktivistin lapidar mit dem Argument beiseite, dass man die eh nicht mehr bestaunen könne, wenn sie in den Fluten versänken. Dass auch noch die EKD-Synode diesen Gerechtigkeits-Zombies Applaus spendet, wundert mich nicht wirklich. Dieser protestantische Club sollte sich mal fragen, ob es klug ist, sich mit einer Bewegung zu solidarisieren, die mit einem sektenähnlichen Grinsen ihr Erpressungs- und Nötigungsverhalten rechtfertigt.

Für mich haben solche Aktivisten, die sich rücksichtslos auf Straßen festkleben und Menschen gefährden, genauso wenig mit Klimaschutz zu tun, wie Hooligans mit Fußball.

Herbert Semsch, Brühl