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Corona-Pandemie - Gibt es denn kein Wir-Gefühl mehr? / Bewohner werden zu reinen Befehlsempfängern degradiert Gezänk wie in der Muppetshow

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Wir erleben gerade eine bizarre Diskussion über unsere Grundrechte, wer was wann wieder darf. Grundrechte sind aber prinzipiell unveräußerlich, unteilbar und vor allem auch unkonditionierbar – also nicht an Bedingungen geknüpft. Deswegen nennt man sie ja Grundrechte. Genauso wie Gesunde und Kranke die gleichen Grundrechte haben, gilt dies auch für Geimpfte und nicht Geimpfte!

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„Wir haben diesen Kampf gewonnen“, so bedankte sich die Regierungschefin von Neuseeland, Jacinda Ardern, bei ihren Bürgern nach dem Sieg über die Pandemie dort. Dieses von ihr von Beginn an gepflegte und gelebte „Wir“ führte mit zum Erfolg über Corona, weil die Menschen sich angesprochen und mit an die Hand genommen fühlten.

Bei uns herrscht von Beginn an eine diffuse Angst, auch wegen der bedrückenden Degradierung der Bürger zu reinen Befehlsempfängern mit teils bizarren und epidemiologisch völlig sinnfreien Verordnungen samt Strafandrohung.

Viele wurden alleingelassen und sind es heute noch. Da war kein echtes Wir-Gefühl. Zusammen mit eklatanten Versäumnissen (Thema Impfen) führt dies mittlerweile zu einem massiven Vertrauensverlust. Rückblickend werden wir uns vor allem über den Einfallsreichtum bei der Lockdown-Namensgebung die Augen reiben. Der Wellenbrecher-Lockdown, die Osterruhe und jetzt Laschets Brücken-Lockdown. Wie wäre es künftig noch mit Ampel-Lockdown, Lockdown Quattro Stagioni oder Bavaria Blue?

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Das ganze Gezerre um Lockdowns ist wohl dem Corona-Wahlkampfgeplänkel zwischen Laschet und Söder geschuldet und erinnert an das spöttische Gezänk der Puppenfiguren „Walldorf und Statler“ in der Loge der Muppetshow. Folgt als Nächstes etwa der Hängebrücken-Lockdown bis Pfingsten, wo uns dann vielleicht noch der Erleuchtungs-Lockdown ereilt?

Bis dahin müsste die Sache zwischen Laschet und Söder ja wohl geklärt sein. Frei nach Peter Maffays Brückenlied hör ich solange schon mal die Leute singen: „Über wieviel Brücken soll’n wir noch geh’n, bis wir Licht am Tunnelende seh’n?“

Herbert Semsch, Brühl

Disziplinierung der Bürger

Mit diesem Leserbrief möchte ich meinen Unmut über die Aussagen von Frau Zinkler im Pro und Kontra vom 6. April äußern. Sollte die Politik ähnlich ticken, was ja die Aussagen von Jens Spahn vermuten lassen, dann steht unserer Gesellschaft eine totale Spaltung bevor.

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Geimpfte, die trotz Impfung Masken tragen müssen (warum, wenn sie sich doch nicht mehr anstecken können) und nicht Geimpfte (weil sie noch keinen Impftermin bekamen oder sich nicht impfen lassen wollen). Ist das gewollt? Eine unglaubliche Vorgehensweise, die eine Missachtung der uns zustehenden Grundrechte darstellt.

Das eingeführte Infektionsgesetz – Entmündigungsgesetz – welches bei Nacht und Nebel installiert wurde, entbehrt doch jeder Grundlage. Ein willkürlich, ohne Legitimation von uns Bürgern, ins Leben gerufenes Gesetz. Ein Gesetz zur Disziplinierung der Staatsbürger „Shock and Awe“. Wie ja sicher die meisten Leser wissen – ist „Shock and Awe“ ein von der Bundesregierung in Auftrag gegebenes und finanziertes Forschungsprogramm.

Shock = schocken, Angst erzeugen, Menschen unter Stress setzen (Methode um Kriegsgefangene oder Gefangene gefügig zu machen); Awe = lockern, Hoffnung erzeugen, Erleichterungen in Aussicht stellen.

Kommt Ihnen, liebe Leser, das bekannt vor! Und so etwas wird von Kommentatorin Zinkler auch noch befürwortet und gepriesen.

Ist eine Impfung freiwillig, wenn die Menschen erpresst werden wie im Kommentar dargetan? Man darf nur ins Café mit Impfung! Reisen nur mit Impfung! Also dürfen einige sofort reisen und andere müssen bis nächstes Jahr warten. Ich jedenfalls lehne mich gegen diese Erpressungsversuche auf.

Ich will frei entscheiden ob oder ob nicht. Diese Nötigungen machen Schule! Sie begegneten uns schon in der Vergangenheit, siehe Klimawandel, siehe Dieselfahrzeuge, siehe Umweltplakette an den Autofenstern. Was sind wir? Sind wir Menschen mit Verstand oder sind wir Gefangene unseres Staates? Denkt mal über „Shock and Awe“ nach!

Frau Zinkler wünsche ich noch eine lange Zeit ohne Impfung, damit sie am eigenen Leib erfahren kann, wie es Menschen geht, die in der Warteschlange stehen – wenn sie sich nicht vordrängeln! Oder haben sie sich eventuell schon vorgedrängelt?

Ich jedenfalls will frei sein, ich will Freude am Leben haben, will meine Freunde, meine Bekannten sehen, mit ihnen zusammen lachen, bevor es zu spät ist, denn ab einem bestimmten Alter steht man in der ersten Reihe. Ich will ...

Hella Müller, Reilingen

Von der Ohnmacht des Staates

Am Dienstag sollte das Programm zur Corona-Schutzimpfung in den Arztpraxen anlaufen. Leider standen nur wenige Dosen zur Verfügung, in Baden Württemberg keine, denn der Lieferverkehr kam wegen der Osterruhe zum Erliegen, das Fest hatte die noch siegestrunkenen Wahlgewinner völlig überrascht.

Oft hört man, was sich die Väter des Grundgesetzes bei dessen Formulierung so alles gedacht haben. Im Grunde nicht viel, sondern vor allem das, was ihnen die Besatzer diktierten. Nach deren Willen durfte es nie wieder einen starken deutschen Staat geben und dieser Wille wurde erfüllt – durch das föderale System der Bundesrepublik Deutschland. Schon der erste Generalsekretär der NATO, der Brite Lord Ismay, hatte diese Zielsetzung klar zum Ausdruck gebracht: „Keep the Americans in, the Russians out and the Germans down.“

So ist es gekommen, Deutschland entwickelte sich zum wirtschaftlichen Riesen, blieb aber ein politischer Zwerg, wobei der wirtschaftliche Riese inzwischen auch keinen festen Boden mehr unter den Füßen hat. Und so kommt es, dass bei der Bekämpfung der Pandemie ein starkes, einheitliches Handeln gar nicht möglich ist, da die hierfür nötigen Kompetenzen, in Bundes-, Länder- und Kommunalrechte, föderalistisch aufgeteilt sind.

Regelmäßig diskutiert nun die Runde der Ahnungslosen über zu ergreifende Maßnahmen, einigt sich auf den denkbar niedrigsten Nenner und tags darauf verkünden dann die Ministerpräsidenten nach außen, welche der Beschlüsse sie, wenn überhaupt, wie umzusetzen gedenken. Jeder natürlich auf andere Art und Weise. Schließlich muss man schlagzeilenträchtig handeln, es ist immer irgendwo Wahl und der Wahlkampf setzt unmittelbar nach der Regierungsbildung mit stets zunehmender Schärfe ein. Der politische Horizont reicht nicht über die Länge der jeweiligen Legislaturperiode hinaus und diese Perioden sind dazu auch noch zeitlich versetzt.

Schließlich sind dann auch wir Bürger „versetzt“ und zwar von den von uns gewählten Volksvertretern, die sich ständig profilieren müssen. Da bleibt für einheitliches, zielgerichtetes politisches Handeln keine Zeit. Wäre es anders, dann wären wir schon fast bis zur Herdenimmunität durchgeimpft.

Hagen Heer, Hockenheim

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