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Glorifizierung fällt schwer

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Zum Artikel „Publikumsrekorde auf der Partymeile“ in der Ausgabe vom 18. Juli wird uns geschrieben:

In dem Zeitungsartikel über das diesjährige Rohrhöfer Sommerfest erstaunte mich die recht despektierliche Äußerung aus dem Organisationsteam über „manche Anwohner“, welche das Straßenfest „vergällen wollen“. Offenbar mangelt es hier an dem notwendigen Verständnis und Einfühlungsvermögen für die Situation der Anwohner.

Nicht jeder kann oder möchte feiern, es gibt kranke oder ältere Menschen, zudem Menschen, welche auch am Wochenende arbeiten müssen. Und auch Anwohner, die gerne selbst entscheiden, ob und wann sie sich Lärm aussetzen wollen und können.

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Von
Johannes Blem
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Für die Organisatoren wäre es am einfachsten, wenn sich die Anwohner ihrem Schicksal ergeben und alles erdulden. Viele Jahre „Festerfahrung“ haben allerdings ihren Beitrag geleistet, dass es schwerfällt, der jährlichen Glorifizierung dieser Veranstaltung zuzustimmen.

Mit Auf- und Abbau zählen wir inzwischen vier Tage, an denen die betroffenen Anwohner nicht in der Lage sind, über das frei zu entscheiden, was sie tun möchten. Stattdessen bangt man jedes Jahr, dass diesmal keine Schäden am Eigentum zurückbleiben, auf denen man letztendlich sitzen bleibt, da in diesem Fall alle Verantwortlichen abtauchen. Hinzu kommt eine rekordverdächtige Dauerbeschallung zu allen Tages- und Nachtzeiten, zugestellte Fenster und vieles mehr.

Und irgendwie stellt sich dann jedes Jahr erneut die Frage: Warum wurde mit viel Steuergeld am Ortsrand vom Rohrhof ein Festplatz mit einer idealen Infrastruktur für ein solches Fest errichtet, der nun sein Dasein als Pkw- und Anhänger-Stellplatz fristet?

Markus Gradinger, Brühl

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