Schwetzinger Hardt - Warum bleiben die Förster so pessimistisch / Aktionsgemeinschaft ist zuversichtlich, dass es klappt Guter Feldversuch mit der Kermesbeere

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Die Aktionsgemeinschaft Hardtwald, gegründet von Klaus Frohn, Peter Schimass und Norbert Wilkens, hat die Möglichkeit der Bekämpfung der Kermesbeere mit Hacke und Spaten in einem großen Feldversuch bewiesen – die Kermesbeere wurde aus dem Waldstück entfernt.

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Der Lohn der Arbeit ist eine vom Neophyt freigelegte Waldfläche, in der sogar eine Naturverjüngung stattfindet, kleine Eichen und Buchen sprießen, zur besonderen Freude der Waldfreunde.

Die Öffentlichkeit wurde aufmerksam gemacht, Aushänge an den Waldeingängen, Artikel in der Schwetzinger Zeitung – ja sogar das SWR-Fernsehen hat über die Arbeit von Klaus Frohn berichtet. Die Aktionsgemeinschaft ist überzeugt, mit breiter Unterstützung kann man die Kermesbeere zurückdrängen und für Jungbäume Platz schaffen.

Die Förster hingegen sind pessimistisch, etwas erreichen zu können. Immer wieder wird die Schuld auf den Klimawandel geschoben, der mit den heißen Sommermonaten 2018, 2019 und 2020 die Hauptursache für die Verbreitung der Kermesbeere gewesen sein soll. Dem müssen wir hier widersprechen. Der Ausgangspunkt der Kermesbeeren- Katastrophe war die Auslichtung der Hardt unter dem damaligen Forstamtsleiter Dr. Münch. Die Schwetzinger Hardt wurde Teilgebiet des europaweiten Fauna-Flora-Habitat- Projektes. Es wurden bis heute in unserer Region mindestens zehn FFH-Magerrasengebiete angelegt.

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Der Nabu, die Artenschützer, Politiker, Förster – alle sind voller Hoffnung, dass die Rückkehr seltener Pflanzen, Vögel, Insekten und Amphibien gelingt. Dr. Münch hatte aber auch das Risiko der Neophyten-Verbreitung gesehen, Neophyten lieben das Licht. Schon damals hätte man gegensteuern müssen. Für den Artenschutz wird viel Geld in die Hand genommen, Ziegen, Rinder und Esel für die Waldweide angeschafft, Gärtnereibetriebe beauftragt, Zäune errichtet und Personal bereitgestellt. Für die Kermesbeere hat man offensichtlich kein Geld mehr. Die Kermesbeere als Kollateralschaden der Waldauslichtung. Ist das die künftige Waldstrategie?

Warum dieser Pessimismus? Direkt am Reilinger Weg wurde der Schwetzinger Buckel im letzten Winter in ein Sanddünen-Naturschutzgebiet umgestaltet. Hier kann man sehen, wie schnell die amerikanische Kermesbeere sich wieder einnistet. Es ist die erste Pflanze, die jetzt im Mai an verschiedenen Stellen aus dem Sandboden wächst. In unmittelbarer Nähe befinden sich die größten Kermesbeerenfelder des Waldes.

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Da müssen doch die Artenschützer eine höllische Angst haben, dass der Buckel in Kürze wieder das wird, was er vorher war: ein Kermesbeeren-Katastrophenfall. Wir empfehlen, die Aktionsgemeinschaft Hardtwald zu unterstützen, es haben sich schon 200 Bereitwillige gemeldet. Es sind viele und es werden mehr, nicht nur aus den sieben Hardtgemeinden, es sind auch Brühler und Ketscher dabei, die den Wald zur Naherholung nutzen und die Kermesbeere bekämpfen wollen.

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Die Aktionsgemeinschaft ist optimistisch, es zu schaffen, sie benötigt aber auch die Unterstützung der Nabu-Leute, der Politik und der Forstverwaltung, die aus unserer Sicht in der Pflicht sind, zu helfen. Der Forst muss Waldflächen benennen, um Gruppen bilden zu können. Ein unkoordiniertes Arbeiten soll nicht stattfinden. Näheres können Interessierte auf der Webseite Kermesbeeren.de erfahren. Werner + Ingrid Jäkel,

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