Zeugen Jehovas Hochachtung für Hitler gehegt?

Lesedauer: 

Zum Leserbrief „Den Nazis die Gefolgschaft verweigert“ (SZ-Ausgabe vom 23. Januar) wird uns geschrieben: Die Leserzuschrift von Kurt Triller aus Eppelheim kann nicht ohne Widerspruch hingenommen werden.

AdUnit urban-intext1

Zitat – Detlef Garbe (Leserbrief): „Wie immer man die Motive und das Verhalten der Zeugen Jehovas im Einzelnen bewertet, unzweifelhaft ist, dass sie im Unterschied zur großen Mehrheit der deutschen Bevölkerung die nationalsozialistische Herrschaft zu keinem Zeitpunkt mitgetragen haben!“

Die vorstehende Aussage ist nachweislich unzutreffend. Richtig ist, dass sie die Leitung der Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas in Magdeburg im Jahre 1933 wie folgt an Adolf Hitler gewandt hat (auszugsweise): „Auf der Konferenz wurde festgestellt, dass in dem Verhältnis der Bibelforscher Deutschlands zur nationalen Regierung des Deutschen Reiches keinerlei Gegensätze vorliegen, sondern dass im Gegenteil – bezüglich der rein religiösen, unpolitischen Ziele und Bestrebungen der Bibelforscher – zu sagen ist, dass diese in völliger Übereinstimmung mit den gleichlaufenden Zielen der nationalen Regierung des Deutschen Reiches sind. In Erwartung einer baldigen gütigen Zusage und mit der Versicherung unserer allergrößten Hochachtung, sind wir, sehr verehrter Herr Reichskanzler, ergebenst Watch Tower Bible and Tract Society Magdeburg.“

Zeugen Jehovas haben sehr wohl zu einem Zeitpunkt während des Dritten Reiches die nationalsozialistische Herrschaft durch die Anbiederung an Hitler mitgetragen und durch ihre „allergrößte Hochachtung“ in seinem irregeleiteten Sendungsbewusstsein bestärkt.

AdUnit urban-intext2

Thomas Gensky, Argenthal