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Im Schwimmbad belästigt und beschimpft

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Körperliche Übergriffe statt eigentlich erwarteter Rücksichtnahme im Schwimmbad beklagt diese Leserin:

In der letzten Zeit wird in den Medien immer wieder von körperlichen Übergriffen in Freibädern berichtet, aber fast nie erfährt man von den Folgen für die Belästiger!

Auch ich bin vor sechs Wochen in unserem schönen Brühler Freibad Opfer eines solchen „Rowdies“ geworden. Er überschwamm mich und trat mir dabei etliche Male in den Körper. Als ich ihn aufforderte, das zu lassen, beschimpfte er mich auf das Übelste.

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Nach Hinzuziehen der Freibadaufsichtsperson wartete ich allerdings vergebens auf eine Entschuldigung des Rüpels. Von anderen Badegästen erfuhr ich, dass dieser Mann schon seit geraumer Zeit als äußerst rüpelhafter Schwimmbadbesucher bekannt ist, eben weil er sich auch bei ihnen als grobschlächtiger Mensch ohne angemessenes Benehmen präsentiert hatte. Sein Name sei ihnen bekannt und auch, dass er angeblich ein Beamter sei.

Da ich nach diesem hässlichen Schwimmbadbesuch andauernde Schmerzen in meinem zernarbten Bauch hatte, suchte ich meinen Hausarzt auf, der mir ein stumpfes Bauchtrauma attestierte.

Die verbalen Entgleisungen und den körperlichen Angriff im Wasser von ihm wollte ich nicht ohne entsprechende Entschuldigung hinnehmen und erstattete deshalb gegen ihn Anzeige bei der Polizei. Die Antwort der Staatsanwaltschaft war, dass dieser Vorfall nicht „von öffentlichem Interesse“ sei und meine Anzeige nicht weiter verfolgt werde. Es hat mich vor den Kopf gestoßen zu erfahren, dass eine Körperverletzung und Beleidigung der beschriebenen Art in einem öffentlichen Freibad „nicht von öffentlichem Interesse“ sei.

Hätte man auch so reagiert, wenn ich ein Flüchtling gewesen wäre oder wäre das von „öffentlichem Interesse“? Wurde da gegebenenfalls Rücksicht auf den Beamtenstatus des Grobians genommen? Denn ein Disziplinarverfahren im Falle der Verurteilung wäre ihm sicher gewesen.

Unser Grundgesetz garantiert, dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind, das heißt, dass auch alle gleich behandelt werden müssen. Oder sind wir mittlerweile so weit, dass bestimmte Menschen „gleicher“ sind?

Marga Char, Brühl

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