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Dekadenz - Wenn Sicherheit und Zukunft immer noch vom Geldbeutel abhängen / Viele Krankheiten wurden durch Impfungen besiegt Impfen als genialer Meilenstein

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In dieser Weihnachtswoche jährt sich zum 50. Mal die Gründung der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“. Weltweit hilft sie Menschen, deren Leben oder Gesundheit in Gefahr ist, die beispielsweise unter den Auswirkungen der Klimakrise, schlechten Ernten, Konflikten und Gewalt, Armut und Vertreibung leiden.

Sie ist ebenso als medizinische Nothilfeorganisation in vielen Regionen im Einsatz, um unterschiedlichste Krankheiten zu behandeln. Darunter Krankheiten, die mit einfachsten Mitteln zu behandeln wären, die aber wegen der vorherrschenden Armut kaum verfügbar sind. Mit mehr als 360 Projekten in 76 Ländern kämpft „Ärzte ohne Grenzen“ auch gegen Corona. Insbesondere Menschen, die bereits zuvor schutzbedürftig oder besonders verletzlich waren, leiden unter den Folgen der Pandemie. Leider fehlt es oft an Impfstoff.

Wir haben hierzulande zwar ausreichend Impfstoff, aber auch eine recht skurrile Diskussion darüber, bis hin zur generellen Impfverweigerung. Viele sind verunsichert, ihnen fehlt die Gewissheit, nicht zuletzt eben wegen teils abstrusen Diskussionen. Dabei ist das Grundprinzip der Impfung nicht nur genial, sondern einer der größten medizinischen Meilensteine der Menschheitsgeschichte.

Ohne Impfung hätten wir keine Kontrolle über Pocken, Gelbfieber, Polio, Masern, Typhus und vieles mehr – diese Krankheiten würden uns beherrschen. Wir wären ständig mit dem Kampf ums Überleben gegen irgendwelche Seuchen beschäftigt. Nicht mal Antibiotika hat so viele Menschenleben gerettet, wie die Errungenschaft des Impfens.

Und während es in vielen Ländern am Nötigsten fehlt, an allen Ecken und Enden die Konflikte hochkochen, ja sogar vor dem Elend flüchtende Menschen als „Waffen“ missbraucht werden, schockiert uns das TV-Morgenmagazin vor ein paar Wochen mit der niederschmetternden Schlagzeile: „Weihnachten fällt aus – wegen der Lieferengpässe.“ Das hat schon etwas von Hybris!

Einerseits philosophieren wir über Klimawandel, Nachhaltigkeit und einem gigantischen inakzeptablen Ressourcenverbrauch und anderseits kreuzen über 55 000 riesige Containerschiffe tagtäglich über unsere Ozeane, um uns mit allen möglichen Gütern und Ramsch zu versorgen, den Arbeitssklavinnen in baufälligen Hallen in Fernost zusammenschustern.

Der eigentliche Sinn dieses Festes ist schon lange dem überbordenden Kommerz zum Opfer gefallen. Was wichtig ist, versinkt im Strudel eines größenwahnsinnig dekadenten Systems. Was die Welt mehr denn je braucht und wonach sich viele sehnen, das ist Gewissheit, Frieden und ein Tag ohne Tod. Gewissheit darüber, dass im Bewusstsein der Menschheit sich die Erkenntnis durchsetzt, dass Zukunft und Sicherheit nicht nur eine Frage des Geldbeutels sein darf.

Herbert Semsch, Brühl

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