Ist wirklich Israel der Provokateur?

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Zu den neuerlichen Konflikten in Israel um den Tempelberg wird uns folgende Meinung zugesandt:

Wieder steht Israel negativ in den Schlagzeilen, alle Welt zieht über den einzigen demokratischen Staat im Nahen Osten her. Und der Grund? Weil der neuernannte Polizeiminister Itamar Ben-Gev als Provokateur und Kriegstreiber gehandelt wird: Hat er sich doch das Recht genommen, als neu ernannter Minister im israelischen Parlament – vom Volk gewählt – als Jude „jüdisches Eigentum“ zu betreten.

Der Platz des Felsendoms ist der urjüdische Tempelplatz: Vor 3000 Jahren kaufte der damalige König David den gesamten Platz. Darauf wurde der erste Tempel gebaut. 1000 Jahre später erweiterte König Herodes von Israel das Plateau und baute darauf binnen 40 Jahren den prunkvollen Tempel als das jüdische Heiligtum, in dem auch Jesus Christus sich regelmäßig aufhielt.

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Von
Gerd Roth
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Im Jahr 70 nach Christus wurde der Tempel durch die damalige Weltmacht Rom zerstört, insgesamt wurden zirka zwei Millionen Juden umgebracht, weitere zwei Millionen als Sklaven weltweit verkauft. Dies ist die Erklärung, wieso heute aus allen Ländern der Welt Juden zurückkehren: Sie erhielten sich ihr „Jude sein“ durch das Halten ihrer Gesetze (Tora). Trotzdem blieben durch die beiden Jahrtausende die restlichen Juden in ihrem angestammten Heimatland, das von den Römern zwangsmäßig in „Palästina“ umbenannt wurde.

600 Jahre nach der Zerstörung bauten die Araber, die von den umliegenden Ländern in dieses Land eingewandert waren, den Felsendom. Nach der erneuten Staatsgründung Israels 1948 und der Rückeroberung des Tempelberges überließ die israelische Regierung Jordanien den Oberbefehl über diesen Tempelberg, um ihnen ihren guten Willen des Vertrauens zu zeigen.

Das war ein großer Fehler! Dieses Vertrauen wurde schmählich missbraucht, in dem Hamas und Co. mit allen Mitteln versuchten, die Juden am Zutritt des ehemaligen Tempelberges zu hindern – oder nur mit erschwerten Bedingungen diese schon immer für die Juden heilige Stätte – zu betreten. Wenn Israel 1967 nach der Rückeroberung des Tempelberges die Souveränität behalten hätte, könnten heute die jüdischen Gläubigen ihre Gebete unangefochten dort oben sprechen – und die arabischen Gläubigen hätten auch die Freiheit – ohne Steinewerfer und Gewalttaten, wie es bisher den jüdischen Betern gegenüber auf brutale Weise geschah. Erleben wir es doch auch in unseren großen Städten in Deutschland, wie Eingewanderte (oft mit muslimischem Hintergrund) brutal unsere Polizisten und Feuerwehrleute angreifen.

Nun einige Infos von Aviel Schneider, einem Publizisten aus Jerusalem, möchte ich hier zitieren: „Warum musste der neue Minister nur wenige Tage nach seinem Amtsantritt den Tempelberg betreten? Wird dies nicht als Provokation aufgefasst? Das stimmt, aber Palästinenser lassen sich schnell provozieren. Muss sich Israel deswegen ständig unterwerfen und ducken? Nein.

Die Mehrheit der westlichen und arabischen Welt betrachtet dies aber als böse Absicht Israels gegenüber den Palästinensern. Stopp! Nicht Itamar Ben-Gvir ist der Provokateur, sondern, dass Israel in Jerusalem seine Existenz hat, ist die Provokation. Ben-Gvir ist kein Fremdkörper im Volk, sondern eine laute Stimme im Land. Das Volk in Zion wählte diesmal eine recht religiöse Regierung und daran stören sich viele Menschen. Aber ist das nicht das Wesen einer Demokratie? Letztendlich geht es um die Wahrheit. Hat die biblische Verheißung recht oder bestimmt der Koran das Sagen im jüdischen Jerusalem? Israel verteidigt die Bibel – und der Islam zusammen mit dem „christlichen Westen“ verteidigen die Konkurrenz.

Das ist erneut in der jüngsten UN-Resolution zum Ausdruck gekommen. In dieser hat die UN-Generalversammlung Israels Existenz im biblischen Kernland Judäa und Samaria zum Kriegsverbrechen erklärt. Nun soll dies dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag vorgelegt werden. Der Hintergrund: Hätten die Hamas und der islamische Dschihad nicht mit Krieg gedroht, dann wäre die neue Regierung nicht unter solchen Reaktionsdruck gekommen. Israel darf und kann es sich nicht leisten, gegenüber palästinensischen Drohungen zu kapitulieren. Dies signalisiert Schwäche. Und Schwäche bedeutet Untergang.

Liebe Leser, ihr müsst verstehen, keine israelische Regierung wird jemals auf den jüdischen Tempelplatz verzichten – keine linke und erst recht keine rechte Regierung. Auf dem Tempelberg standen früher die zwei jüdischen Tempel und dies ist die biblische Stätte des Berg Moria, auf dem Abraham seinen Sohn Isaak opfern sollte. Jesus lebte und wirkte in Jerusalem.

Ich verstehe, dass die Muslime ebenso ihre Geschichte haben, die aber verfälscht dargestellt wird. Jeder hat die Freiheit, Israel oder den Palästinensern zu glauben. Es ist schon immer ein geopolitischer und geistlicher Konflikt, der Israel für immer begleiten wird, solange der Judenstaat im biblischen Heimatland existiert. Es tut mir leid, aber es gibt keine Umwege, diesem Konflikt zu entkommen. Nicht Itamar Ben-Gvir ist das Problem, sondern das Volk Israel in seinem Land, das eine neue Regierung in Jerusalem wählte.

Damit sollte sich die internationale Gemeinschaft abfinden, aber das ist wahrscheinlich unmöglich. Daher sehe ich Itamar nur als Feigenblatt. Er ist ein guter Vorwand, um auf Israel einschlagen zu können“, schreibt Aviel Schneider.

Dora Weimer, Hockenheim